Neue UBS-Führung: Aktionäre kritisieren Webers Millionen-Bonus
Goldenes Grüezi für Axel Weber: Der neue UBS-Präsident erhält für seinen Einstand vier Millionen Schweizer Franken. Aktionäre der Großbank kritisieren den Begrüßungsbonus. Auch die Gehälter anderer Bankmanager sorgen für Unmut.
Zürich - Ex-Bundesbankchef Axel Weber ist zum neuen Präsidenten der Schweizer Großbank UBS gewählt worden. Für die Aufnahme des 55-jährigen Deutschen in den Verwaltungsrat stimmten am Donnerstag in Zürich 98,84 Prozent der beteiligten Aktionäre. Zuvor hatte die Konzernführung erklärt, Weber werde im Falle seiner Wahl in den Verwaltungsrat zu dessen Präsident ernannt.
Vor der Abstimmung gab es bei der Hauptversammlung Kritik an dem Millionen-Begrüßungsbonus für Weber. Er erhält für seinen Vertragseinstand Bargeld und Aktien in Höhe von insgesamt mehr als vier Millionen Franken (3,4 Millionen Euro).
Webers Vorgänger Kaspar Villiger verteidigte die Vergütung dagegen als marktgerecht und daher angebracht. Er gratulierte dem Ex-Bundesbankchef zu seinem "glanzvollen Wahlergebnis". Weber versprach, er werde alles in seiner Macht stehende tun, um die Bank zu stabilisieren und für eine "hervorragende Zukunft" der UBS
zu sorgen.
Auch die Millionengehälter der anderen UBS-Manager sorgten für Unmut bei vielen Aktionären. Nur 60 Prozent stimmten dem Vergütungsbericht der Bank zu. "Die Gehälter der Top-Kader sind viel zu hoch und nicht gesellschaftsverträglich", warnte der Vertreter der Schweizer Aktionärsvereinigung Actares.
Amerika-Chef bekommt mehr als neun Millionen Franken
Villiger verteidigte die Boni. Als die Bank 2009 die Prämien zusammengestrichen habe, seien wichtige Leute gegangen und die Bank habe Milliarden-Einnahmen verloren. Spitzenleute seien nicht unter dem Marktpreis zu haben. 2011 erhielten die zwölf Top-Manager der UBS eine weitgehend aus Aktien-Boni bestehende Vergütung, die mit 70 Millionen Franken um rund ein Viertel niedriger ausfiel als im Vorjahr.
Bestbezahlter Manager war Amerika-Chef Robert McCann, der 9,2 Millionen Franken bekam. Investmentbank-Chef Carsten Kengeter verzichtete nach dem Handelsskandal in London auf einen Bonus. Der im September zum Konzernchef Sergio Ermotti aufgestiegene erhielt 6,35 Millionen Franken.
Auch die Aktionärsvereinigung Ethos kritisierte den Begrüßungsbonus für Weber. "Das ist ein falsches Signal und schafft kein Vertrauen bei den Aktionären", sagte Ethos-Geschäftsführer Dominique Biedermann. Villiger erklärte, die Zahlung habe auch damit zu tun, dass Weber auf die in der Schweiz übliche Zahlung für die Altersvorsorge "in mehrfacher Millionenhöhe" verzichtet habe und zu einem in Deutschland nicht üblichen Einjahresvertrag bereit gewesen sei.
cte/Reuters
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