Neues Geschäftsfeld Deutsche Post kauft Online-Werber Nugg.ad

Erst der Online-Brief, jetzt Online-Werbung: Die Deutsche Post kauft den Berliner Internetwerber Nugg.ad - und will dadurch neue Geschäftsfelder erschließen. Weitere Übernahmen könnten folgen.

Auf Online-Brief folgt Online-Werbung: Die Post will mehr Geld im Netz verdienen

Auf Online-Brief folgt Online-Werbung: Die Post will mehr Geld im Netz verdienen


Frankfurt am Main - Wenn das traditionelle Geschäft einbricht, bleibt nur eins - nach neuen Wegen suchen, Geld zu verdienen. Die Deutsche Post Chart zeigen steigt jetzt in den schnell wachsenden Online-Werbemarkt ein. Der Logistikkonzern kauft dafür den Werbedienstleister Nugg.ad aus Berlin. "Wir sind zuversichtlich, mit Nugg.ad unsere Position im Online-Werbemarkt zu begründen", sagte Post-Briefvorstand Jürgen Gerdes. Zum Kaufpreis wollten sich die Unternehmen nicht äußern.

Schon vor einigen Wochen war die Post mit dem Online-Brief an den Start gegangen - und hatte damit den Einstieg in den Internetmarkt geebnet. Das neue Geschäftsmodell soll das Briefgeheimnis ins Internet übertragen und den Einbruch im traditionellen Briefgeschäft ausgleichen. Die Nutzer sollen dabei über eine Plattform der Post etwa den Schriftwechsel mit Versicherern abwickeln.

Jetzt kommt Internetwerbung hinzu - als Teil der "Strategie 2015", mit der die Post neue Geschäftsfelder im Internet sucht. Nugg.ad ist als Dienstleister für Vermarkter und Werbeagenturen auf das sogenannte Targeting spezialisiert, durch das die Wahrscheinlichkeit erhöht werden soll, dass die Internetwerbung tatsächlich bei den Zielgruppen landet.

Nugg.ad verfügt neben dem Hauptsitz in Berlin über Büros in Warschau, Paris und London. Zu den Kunden des Unternehmens gehören nach dessen Angaben unter anderem die zu ProSiebenSat.1 gehörende SevenOne Interactive, Axel Springer Media Impact sowie die Ebay Advertising Group.

Der Name Nugg.ad soll bleiben

Die Post übernimmt die Anteile von drei Investoren, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung": zum einen von BMP, zum anderen vom European Founders Fund der Samwer-Brüder und von Media Ventures. Auch das Management von Nugg.ad habe einen Teil seiner Anteile abgegeben, sich aber verpflichtet, in den kommenden drei Jahren im Unternehmen zu bleiben. Nugg.ad solle auch als Post-Tochter seinen Namen behalten, sagte ein Post-Sprecher.

Bisher habe der Konzern nur wenig Online-Werbung für kleine und mittlere Unternehmen verkauft. Weitere Akquisitionen seien möglich, aber bisher nicht geplant, sagte ein Post-Manager.

otr/dpa/Reuters



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