Neun-Monats-Verlust Staatsanleihen verderben der West LB das Geschäft

Nach dem Korb der Bayern LB läuft die Zeit der West LB für die Partnersuche allmählich ab. Die schlechten Geschäfte in den ersten neuen Monaten des Geschäftsjahrs haben die Sache nicht einfacher gemacht - die West LB schreibt wieder Verluste.

WestLB-Zentrale in Düsseldorf: Anleihen bescheren hohe Verluste
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WestLB-Zentrale in Düsseldorf: Anleihen bescheren hohe Verluste


Düsseldorf - Auf eine rosige Zukunft wagt bei der WestLB derzeit kaum noch jemand zu hoffen. Zuerst die sang- und klanglose Absage der Fusion mit der Bayern LB und jetzt die Dreivierteljahresbilanz - es findet sich nicht einmal ein Hinweis für einen Weg aus dem Tal der Tränen. Für die ersten neun Monate dieses Jahres musste das angeschlagene Geldinstitut am Mittwoch unter dem Strich einen Verlust von 53 Millionen Euro ausweisen. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn in Höhe von 184 Millionen Euro erzielt.

Ausschlaggebend dafür waren vor allem Marktwertverluste bei Staatsanleihen und vergleichbaren Aktiva in Höhe von 318 Millionen Euro in den ersten vier Monaten des Jahres. Inzwischen hat das Institut diese Anleihen zusammen mit anderen Risikopapieren und nicht strategischen Aktiva im Gesamtvolumen von insgesamt 77 Milliarden Euro in Deutschlands erste "Bad Bank" ausgelagert.

Das Geschäft der WestLB-Kernbank entwickelte sich dagegen nach Angaben von WestLB-Chef Dietrich Voigtländer positiv. Man habe hier die Kosten kräftig gesenkt, die Bilanzsumme reduziert und die Kapitalquote nachhaltig gestärkt, sagte der Banker. Mit 255 Millionen Euro lag der Vorsteuergewinn der Kernbank in den ersten neun Monaten allerdings um knapp neun Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Die WestLB muss auf Drängen der EU-Kommission bis Ende 2011 neue Eigner finden. Sie setzt dabei weiter auf eine Lösung im Lager der Landesbanken: "Die WestLB rüstet sich weiter für die notwendige Konsolidierung im Landesbankensektor", sagte Voigtländer. "Der Weg zur Bündelung der Kräfte ist lang und steinig. Aber er ist betriebswirtschaftlich zwingend."

mik/dapd/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Charles_007 01.12.2010
1. Kann man denn ...
---Zitat--- [...] Ausschlaggebend dafür waren vor allem Marktwertverluste bei Staatsanleihen und vergleichbaren Aktiva in Höhe von 318 Millionen Euro in den ersten vier Monaten des Jahres. Inzwischen hat das Institut diese Anleihen zusammen mit anderen Risikopapieren und nicht strategischen Aktiva im Gesamtvolumen von insgesamt 77 Milliarden Euro in Deutschlands erste "Bad Bank" ausgelagert. [...] ---Zitatende--- so einfach auch Staatsanleihen in eine "Bad-Bank" schieben ? Wenn ja, wer sind denn hier die Emittenten ? Dank unserer EU-Politeska können das ja kaum Euro-Anleihen sein. Diese sind im wahrsten Sinne des Wortes ja "bombensicher" ....
shokaku 01.12.2010
2. Hier könnte ein Titel stehen
Zitat von Charles_007so einfach auch Staatsanleihen in eine "Bad-Bank" schieben ? Wenn ja, wer sind denn hier die Emittenten ? Dank unserer EU-Politeska können das ja kaum Euro-Anleihen sein. Diese sind im wahrsten Sinne des Wortes ja "bombensicher" ....
Macht man doch. Die nennt sich EZB.
opar 01.12.2010
3. Die Bankenkrise ist wirklich weitestgehend eine Staatsbanken-Krise
WestLB, HRE, IKB, ... Die meisten deutschen Banken in Schieflage gehören dem Staat oder sind staatsnah. Und damit vorzugsweise von Buddies der Politiker bevölkert. Ich staune immer wieder, dass unsere Presse darauf so wenig Betonung legt. Mich wundert es wiederum wenig, dass die Politik ihren eigenen Banken immer noch keine ernsthaften Restriktionen auferlegt hat.
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