Autoverkäufe Deutsche leisten sich viele Neuwagen

Die Autokonzerne haben in Deutschland einen guten Jahresstart erwischt. Im Februar verkauften sie mehr als 250.000 Neuwagen - ein Plus von zwölf Prozent.

Mit Neuwagen und Kies beladene Güterzüge in Magdeburg
DPA

Mit Neuwagen und Kies beladene Güterzüge in Magdeburg


Der Verkauf von Neuwagen in Deutschland ist im Februar so stark wie lange nicht mehr gewachsen. Den geringsten Zuwachs verzeichnete die von der Abgasaffäre betroffene Marke Volkswagen.

Im vergangenen Monat seien mit 250.300 Autos zwölf Prozent mehr Neuwagen registriert worden als im Vorjahresmonat, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit. Als Grund für den starken Zuwachs sehen Experten hohe Rabatte der Hersteller und Händler sowie günstige Spritpreise und die robuste Konjunktur. Außerdem hatte der Februar einen Arbeitstag mehr. Im Januar und Februar zusammen kletterten die Neuzulassungen laut KBA um rund acht Prozent auf etwa 468.700 Fahrzeuge.

Alle großen Marken verkauften im Februar mehr Autos. Am stärksten steigerte sich die GM-Tochter Opel, deren Neuzulassungen um 28 Prozent stiegen. Mercedes-Benz legte um 23 Prozent zu, Konkurrent Audi kam auf ein Plus von rund 15 Prozent und BMW steigerte sich um acht Prozent.

Den geringsten Zuwachs verzeichnete die Marke Volkswagen mit plus vier Prozent. Die spanische VW-Tochter Seat verkaufte knapp elf Prozent weniger Fahrzeuge. Dagegen legte der VW-Ableger Skoda zu.

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer führt die höheren Zulassungszahlen auch auf Kniffe der Unternehmen zurück. Bei den sogenannten Tageszulassungen etwa melden Hersteller und Händler Neuwagen auf sich selbst an und verkaufen sie anschließend billiger. Der deutsche Automarkt laufe viel schlechter als er derzeit erscheine, sagte Dudenhöffer.

VW-Verkäufe in den USA brechen ein

Der Absatzschwund von VW setzte sich auch in den USA fort. Während die gesamte Branche dort im Schnitt etwa acht Prozent mehr Fahrzeuge verkaufte als vor Jahresfrist und den besten Februar-Wert seit 15 Jahren erzielte, muss die Marke Volkswagen in Amerika einen Einbruch von 13 Prozent auf gut 22.231 Fahrzeuge verkraften. Die Konzerntochter führte dies auf saisonale Effekte zurück.

Auch bei anderen deutschen Herstellern sah es nicht nur rosig aus. Die Marke BMW setzte fast elf Prozent weniger ab. Mercedes-Benz fuhr ein Minus von 0,5 Prozent ein. Dagegen erzielte die Volkswagen-Tochter Audi ein Wachstum von gut zwei Prozent, Porsche von elf Prozent.

Die Rahmenbedingungen für Autoverkäufe in den USA sind derzeit gut: Benzin und Kredite sind günstig, der Arbeitsmarkt floriert und die Löhne steigen.

US-Marktführer General Motors (GM) verbuchte einen Rückgang von 1,5 Prozent. Hintergrund seien deutlich geringere Auslieferungen an Autovermietungsfirmen, hieß es. Der Konzern verkaufte aber immer noch rund zehnmal so viele Wagen wie VW.

Ansonsten gab es überwiegend kräftige Zuwächse. Der US-Branchenzweite Ford schaffte ein Plus von 20 Prozent, Toyota vier Prozent und Fiat Chrysler knapp zwölf Prozent. Sowohl bei Chrysler als auch bei Ford waren vor allem Geländewagen und Pickup-Trucks gefragt.

brt/Reuters



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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
smartphone 02.03.2016
1. Prozent von welchem Anfangswert
So - interessant . ich sehe weit und breit keinen, der sich solch einen NEUwagen leistet,wenn er nicht via Firma beschafft wird... Die Zahl der Letztkäufer ,also Rentner bzw. besser Pensionäre, schrumpft progressiv kontinuierlich. Solange sich zb di Firmen einbilden ,daß ein Ingenieur mit 15€/h fürstlich bezahlt sei ... wird sich nur ein zb einfahcer Polizist in den USA ( ca 40000$ ) einen Neuwagen leisten können ,der hierzulande fast doppelt soviel kostet bei real nur der Hälfte an Einkommensnetto. Die Branche redet sich ein Markt schön ,den sie mit einer totalverfehlten Modellpolitik an die Wand karriolt hat . Ich suche den ´GeländeWagen hierzulande im Angebot , der in Indien grad mal 5000$ kostet ( und hier auch nicht mehr inkl MwST kosten darf --- sie lesen richtig,was ich hier für einen Richtpreis bei DEM Lohnniveau hier ansetze ! ! !
hgri 02.03.2016
2. Niedrige Kraftstoffpreise
u. a. als Grund für den Kauf eines Neuwagens? Das möge verstehen wer will.
willibaldus 02.03.2016
3. Wohnen sie im Osten oder in einem
sozialen Brennpunkt? Ich kenne jede Menge Leute, die mehr als das verdienen ohne Ingenieur zu sein. Einige sogar ohne vernünftige Berufsausbildung. Auch ich habe schon mal einen Neuwagen gekauft, würde allerdings inzwischen einen Jahreswagen vorziehen, allein aus finanziellen Gründen. Ich schätze aber, dass mein Auto noch 20 oder 30 Jahre und 200000km hält.
syn4ptic 02.03.2016
4.
Zitat von smartphoneSo - interessant . ich sehe weit und breit keinen, der sich solch einen NEUwagen leistet,wenn er nicht via Firma beschafft wird... Die Zahl der Letztkäufer ,also Rentner bzw. besser Pensionäre, schrumpft progressiv kontinuierlich. Solange sich zb di Firmen einbilden ,daß ein Ingenieur mit 15€/h fürstlich bezahlt sei ... wird sich nur ein zb einfahcer Polizist in den USA ( ca 40000$ ) einen Neuwagen leisten können ,der hierzulande fast doppelt soviel kostet bei real nur der Hälfte an Einkommensnetto. Die Branche redet sich ein Markt schön ,den sie mit einer totalverfehlten Modellpolitik an die Wand karriolt hat . Ich suche den ´GeländeWagen hierzulande im Angebot , der in Indien grad mal 5000$ kostet ( und hier auch nicht mehr inkl MwST kosten darf --- sie lesen richtig,was ich hier für einen Richtpreis bei DEM Lohnniveau hier ansetze ! ! !
Neuwagen sehe ich einige, allerdings sind diese meist in Unternehmenshand. Weniger im Privatbesitz, wobei ich bei den meisten Käufern nicht beurteilen könnte oder möchte, ob das eine tatsächlich leistbare Anschaffung ist - ich kenne die ja nicht alle persönlich. Eines sagt mir meine eigene Lebenserfahrung: nur weil jemand eine neue E-Klasse fährt, heißt das nicht zwangsweise, dass er sich diese auch leisten kann bzw. diese bar bezahlt hat. :-) Im Bekanntenkreis habe ich dann allerdings keinen Einzigen, der sich innerhalb der letzten 10/15 Jahre einen Neuwagen zugelegt hätte. Das höchste in diesem Bereich ist ein relativ junger, gebrauchter 3er BMW für knapp 25.000 €, von dem nach Aussage des Freundes ca. 20.000 € noch der Bank gehören. Die meisten Fahrer/innen, die ich kenne kaufen Autos im Altersbereich zwischen 5 und 10 Jahren und haben dafür selten mehr als 10.000 € ausgegeben. Dann habe ich noch einige im Bekanntenkreis, bei denen nach Wohnungsmiete und Leasingbetrag nur noch 1/5 des Nettogehalts übrig ist für den Rest des Monats. Aber ich finde es immer wieder erheiternd wie sich die Medien (und auch viele SPON-Foristen) darauf versteifen, dass es jedem Deutschen gefälligst besonders gut zu gehen und er im Wohlstand zu schwimmen hat. XD
aurichter 02.03.2016
5. Niedrige Kraftstoffpreise 2
Wer liebend gern halbe Trucks bewegt mit einem Verbrauch von 10 Litern pro Achse auf 50 Kilometern, der schaut schon auf den Preis - denke ich mal. An den Arbeitslosenzahlen bei dem Mindestlohn und den kurzfristigen Jobs kann es nicht liegen. Und die Leute, die an Umwelt denken bzw an Minderverbrauch, die kaufen keine F150 mit Panzermotoren, das ist eine andere Klientel, die mehr Wumms braucht.
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