Nach Sexismus-Vorwürfen Nike hebt Gehalt von mehr als 7000 Mitarbeitern an

Seit Jahren wurden Frauen bei Nike schlechter bezahlt. Jetzt steuert der Konzern gegen und will die Gehälter erhöhen. Davon profitieren aber auch Männer.

Nike-Logo auf einem Bilderschirm der New Yorker Börse
AP

Nike-Logo auf einem Bilderschirm der New Yorker Börse


Der Sportartikelhersteller Nike will die Löhne für mehr als 7000 Mitarbeiter anheben und ändert die Regelung, wie es an seine Mitarbeiter jährliche Boni verteilt. Das berichtet das "Wall Street Journal".

Mit den Änderungen, die in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter angekündigt wurden, will der Konzern die Lohngerechtigkeit verbessern und die Unternehmenskultur umgestalten. Das Unternehmen reagiert damit auf Sexismus-Vorwürfe, die in diesem Frühjahr bekannt geworden waren.

Die "New York Times" hatte eine interne Untersuchung des Unternehmens veröffentlicht, wonach Frauen im Konzern seit Jahren diskriminiert worden sein sollen. Demnach sind fast die Hälfte der mehr als 74.000 Angestellten bei Nike Frauen, doch nur 38 Prozent der "Direktoren" sind weiblich und nur 29 Prozent der höherrangigen "Vizepräsidenten".

Auch bei der Bezahlung wurden weibliche Angestellte bei Nike benachteiligt. Zahlen des britischen Ablegers von Nike zeigen, dass Männer im Großhandelsbereich im Durchschnitt zehn Prozent mehr verdienen als Frauen.

Zudem hätten sich seit Jahren Kolleginnen über sexuelle Belästigung beschwert. Aufgrund der Vorwürfe mussten mehrere Manager Nike verlassen, darunter Trevor Edwards, der als Nachfolger für die Konzernleitung gehandelt worden war.

Nun erhalten etwa zehn Prozent der Mitarbeiter, also rund 7.400 Mitarbeiter weltweit, eine Gehaltsanpassung. Damit soll die gleiche Vergütung für gleiche Jobpositionen und Aufgaben sichergestellt werden. Von der Entscheidung des Unternehmens profitieren sowohl Männer als auch Frauen.

Das Unternehmen teilte mit, dass die Änderungen eine "wettbewerbsfähigere Bezahlung" gewährleisten und "eine Kultur unterstützen sollen, in der sich die Mitarbeiter einbezogen und gestärkt fühlen".

Nike wird auch die Art und Weise ändern, wie es die Höhe der jährlichen Boni für Mitarbeiter festlegt. Statt eines Bonus, der auf einer Mischung aus Einzel- und Teamleistung basiert, werden die Mitarbeiter ab diesem Geschäftsjahr an einem unternehmensweiten Ergebnisziel gemessen.

Nike ist mit einem Umsatz von 36 Milliarden Dollar der größte Sportartikelhersteller der Welt.

hej

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
fabsel123 24.07.2018
1.
Wenn auch Männer profitieren dann bedeutet es das das es sich eigentlich um Positionen handelt bei denen man das Gehalt verhandeln kann. Also wurden nicht Frauen diskriminiert sondern Menschen die schlecht verhandeln.
SpitzensteuersatzZahler 24.07.2018
2.
Wenn so viele Frauen dort in Führungspositionen sind, ist das doch gut. Wenn ich mir ansehe, wie wenig Frauen überhaupt willens sind mehr Arbeit und Reisen etc. auf sich zu nehmen, um "Karriere" zu machen, finde ich das sogar überrepräsentiert. Im Übrigen finde ich es gut, dass Frauen sich in der Regel nicht so verheizen lassen wie wir Männer. Sollten wir uns ne Scheibe von abschneiden.
kenzino 24.07.2018
3. Die üblichen Automatismen:
1. Ein höherer Männeranteil in Führungsebenen heißt - für sich allein genommen - nicht, dass Frauen benachteiligt wurden. 2. Aus einem höheren Männeranteil in Führungsebenen ergibt sich wohl automatisch ein höheres "Durchschnitts"gehalt bei Männern. Es bleibt offen, ob auch bei gleicher Arbeit ein Unterschied bestand. Ich will gar nicht in Frage stellen, dass bei Nike diskriminiert wurde. Offensichtlich gab es Probleme, sonst würde man jetzt ja nichts ändern. Aber der Artikel gibt das nicht her. Und Quellen verlinkt wurden leider auch keine.
evilynnigirlie 24.07.2018
4.
Also der Artikel gibt bei weitem nicht her, was bei Nike schieflief, da lief nämlcih einiges daneben! Ausgelassen wurden massive sexuelle Belästigungen, Beförderungen, die systematisch an Männer verteilt wurden, obwohl die Frau in Frage deutlich besser qualifiziert war, Vorgesetzte, die stets durchblicken liessen, dass sie Freunde mit dem Boss sind (F.O.T) und andere Sachen. Bitte nochmal nachbessern, der vorliegende Artikel liest sich so, als hätten ein paar Heulsusen solange geheult, bis sie erhört worden sind, obwohl der Zustand bei Nike eindeutig nicht akzeptabel war!
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