Air-Berlin-Tochter Lauda erhält Zuschlag für Niki

Er hat die Fluglinie einst gegründet - nun holt er sie sich zurück: Formel-1-Legende Niki Lauda ist wieder stolzer Besitzer der Air-Berlin-Tochter Niki. Viele Mitarbeiter dürften nicht begeistert sein.

Niki Lauda im Oktober 2017
DPA

Niki Lauda im Oktober 2017


Die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki wird nach dem Willen des österreichischen Gläubigerausschusses an ihren ehemaligen Gründer Niki Lauda verkauft. Das habe der Ausschuss einstimmig beschlossen, teilten der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther und die österreichische Masseverwalterin Ulla Reisch am Dienstagmorgen in einer gemeinsamen Presseerklärung in Wien mit.

Der Ausschuss hatte rund 15 Stunden beraten. Ausschlaggebend für den Zuschlag sind früheren Angaben der Insolvenzverwalter zufolge "der Kaufpreis, die Finanzierungsfähigkeit des Bieters sowie der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze".

Der im ersten Insolvenzverfahren in Deutschland angepeilte Deal mit dem britisch-spanischen IAG-Konzern ist damit hinfällig. Ursprünglich hatte IAG den Kauf von Niki kurz vor dem Jahreswechsel ausgehandelt, nachdem der Kauf von Niki durch die Lufthansa an Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gescheitert war. Doch dann brachte ein Rechtsstreit um die Insolvenz von Niki den geplanten Verkauf ins Wanken. Das Landesgericht Korneuburg hatte vor rund einer Woche ein zweites Insolvenzverfahren in Österreich eröffnet.

Laudas zweifelhafter Ruf als Arbeitgeber

Details zum Angebot von Lauda wurden zunächst nicht bekannt. Der 68-Jährige, der die Airlinie 2003 gegründet hatte und 2011 ausgestiegen war, wollte nach eigenen Worten zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook (Condor) bieten.

Die Entscheidung für Lauda dürfte bei den rund 1000 Niki-Beschäftigten nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen. Betriebsratschef Stefan Tankovits war im Vorfeld des Gläubigerausschusses davon ausgegangen, dass alle 220 Piloten in diesem Fall kündigen würden. Lauda genießt laut Tankovits nicht den besten Ruf als Arbeitgeber. Als er Chef der Airline war, seien die Piloten bei einer Personalleasingfirma angestellt gewesen.

Laut Tankovits müssen sich die Mitarbeiter dieses Mal allerdings keine Sorgen um ihre Jobs machen. "Unsere Angaben sind, dass alle Mitarbeiter ein Angebot bekommen werden", sagte der Arbeitnehmervertreter am Dienstag in einem Interview mit dem ORF.

ssu/dpa/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
StefanXX 23.01.2018
1. Und ohne Lauda wars besser?
Es mag schon sein, dass Lauda nicht den besten Ruf als Arbeitgeber genießt .. offenbar gaben die Rahmenbedingungen halt keine besseren Konditionen her. Ohne Lauda ist die Airline Pleite .. ist das etwa besser?
mullertomas989 23.01.2018
2. Definitiv wird Lauda...
...großes Herzblut mitbringen für sein "Baby". Und damit ist schonmal viel gewonnen....
gerardo 23.01.2018
3. Lauda wird hart für die Belegschaft
Mit Vueling wären die Mitarbeiter sehr wahrscheinlich besser dran, Lauda als Arbeitgeber zu haben ist sicher nicht besondere lustig.
bansky 23.01.2018
4. Keine Freude, verständlich...
...wenn man die Arbeitsumstände sieht (die zwischenzeitlich indes nur unwesentlich besser waren). Es herrschte akuter Personalmangel, Ablösezeiten und Pausenzeiten wurden nicht berechnet oder gar nicht eingehalten, die Anstellung war jahrelang prekär und wer ein gewisses Alter überschritten hatte, wurde nicht mehr gefördert, sondern eher hinauskomplimentiert. Zumindest für die stetige Unterbesetzung und die Anstellung über eine Zeitarbeitsfirma fehlt mir bei Airlines jedes Verständnis.
tomymind 23.01.2018
5.
Zitat von StefanXXEs mag schon sein, dass Lauda nicht den besten Ruf als Arbeitgeber genießt .. offenbar gaben die Rahmenbedingungen halt keine besseren Konditionen her. Ohne Lauda ist die Airline Pleite .. ist das etwa besser?
Lauda Air war de facto pleite als Lauda sie an Austrian Airlines abgegeben hat. Und wenn er so ein toller Unternehmer mit Herzblut war, warum hat er seine Fluggesellschaften verkauft. Im Endeffekt hat der gute Mann dreimal eine Pleite hingelegt.Nicht Neid, nur Wahrheit
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.