Niki-Nachfolge-Airline Laudamotion will sich als Billigflieger etablieren

Die Niki-Nachfolgerin Laudamotion will erst als Partner der Lufthansa auf die Beine kommen und sich dann als Billigflieger etablieren. Allerdings wartet die Airline noch auf Entscheidungen der Kartellwächter.

Unternehmer Niki Lauda
REUTERS

Unternehmer Niki Lauda


Der Unternehmer Niki Lauda hat die Pläne für seine neue Airline Laudamotion vorgestellt. Sie soll am 25. März mit zunächst sechs Maschinen starten und von Deutschland aus Ziele im Mittelmeerraum anfliegen. Ab Juni sollen insgesamt 21 Maschinen auch von Wien aus starten.

Die neue Fluglinie war aus der Konkursmasse der Air-Berlin-Tochter Niki hervorgegangen. Lauda, der Niki 2003 gegründet und 2011 an Air Berlin verkauft hatte, erhielt Ende Januar für 50 Millionen Euro den Zuschlag für seine frühere Fluggesellschaft.

Flüge können zunächst über Laudamotion selbst oder über die Thomas-Cook-Tochter Condor gebucht werden. Lauda will die österreichische Gesellschaft zu einem eigenständigen Billigflug-Anbieter für Städtetrips ausbauen und zudem Charterflüge für Reiseveranstalter anbieten, möglichst ab Herbst.

Laudamotion soll nach dem Willen von Lauda künftig auch mit der Lufthansa kooperieren. Aufgrund steigender Passagierzahlen könnte Laudamotion Reisende der Lufthansa-Tochter Eurowings bei Kapazitätsproblemen übernehmen, sagte Lauda. Darüber gebe es ein Grundverständnis mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wir können aber erst dann anfangen, darüber konkret nachzudenken, wenn die Wettbewerbshüter es auch so sehen", sagte Lauda. Ein Treffen zur Klärung mit der Wettbewerbsbehörde sei zeitnah vereinbart.

Von den 1000 ehemaligen Niki-Mitarbeitern seien wegen der verringerten Maschinenanzahl noch 641 bei Laudamotion. Piloten habe er genug, er brauche aber noch 55 Flugbegleiter, kündigte Lauda an.

Der ehemalige Rennfahrer erwartet in den ersten Monaten einen Verlust im einstelligen Millionenbereich. Man könne nicht erwarten, schon im ersten Jahr profitabel zu sein, sagte Lauda. Im Geschäftsjahr ab März 2019 plant der 69-Jährige wieder mit einem Gewinn.

Größtes Gut der Fluglinie sind die Start- und Landerechte - sogenannte Slots - an wichtigen Flughäfen wie Düsseldorf. Von den 60.000 erworbenen Slots hat Lauda nach eigenen Angaben 20.000 wieder zurückgelegt. Manche Kurz-Streckenflüge seien nicht profitabel genug, sagte er.

mmq/dpa/Reuters

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