Nikkei-Index Japans Börse klettert auf 15-Jahres-Hoch

Japans Wirtschaft zeigt Zeichen der Besserung. Im Januar sind die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17 Prozent gestiegen. Der Nikkei-Index steht so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Aktienkurse in Tokio: Japans Wirtschaft hat Grund zum Optimismus
AP/dpa

Aktienkurse in Tokio: Japans Wirtschaft hat Grund zum Optimismus


Tokio - Der Nikkei-Index in Tokio hat am Donnerstag mit 18.264,79 Punkten geschlossen. Das ist der höchste Stand seit Mai 2000.

Der Leitindex profitierte von überraschend guten Wirtschaftsdaten. Die japanischen Exporte sind im Januar den fünften Monat in Folge gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Ausfuhren um 17 Prozent zu. Die Importe sanken gleichzeitig um neun Prozent. Das Handelsdefizit fiel mit 8,9 Milliarden Euro fast 58 Prozent niedriger aus als im Januar 2014. Das liegt besonders am niedrigen Ölpreis.

An der Börse sind deshalb besonders Japans Exportriesen und Schifffahrtsgesellschaften im Aufwind. So legte Sony am Donnerstag um drei Prozent zu, die Aktien der Reederei Mitsui O.S.K. nahmen im Wert um ein Prozent zu.

Im vergangenen Jahr hatte Japan wegen der hohen und durch den schwachen Yen sehr teuren Energieimporte das höchste Handelsbilanzdefizit der Geschichte verzeichnet. Es belief sich auf knapp 12,8 Billionen Yen und lag damit elf Prozent höher als im Jahr davor.

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im März 2011 und der deswegen ausgesetzten Produktion von Atomenergie ist Japan bei der Energieversorgung auf Importe angewiesen. Aus diesem Grund war die Handelsbilanz das vierte Jahr in Folge negativ - das heißt, dass der Wert der Importe über dem der Exporte liegt.

Die Regierung und die Notenbank in Tokio haben den Effekt durch eine massive Geldschwemme verstärkt. Die noch aggressivere Lockerung der Geldpolitik in den vergangenen Jahren schwächte den Yen, um die Exporte und damit die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Premierminister Shinzo Abe hofft, dass das Exportwachstum die Unternehmen dazu bringt, höhere Löhne zu zahlen und mehr zu investieren. Dadurch soll die Wirtschaft aus der Rezession kommen.

Der niedrigere Kurs der heimischen Währung verteuerte aber auch die Energieimporte. Im Januar profitierte Japan allerdings von dem stark gesunkenen Ölpreis. Da zudem zuletzt die Ausfuhren anzogen, rechnen einige Experten damit, dass Japan in diesem Jahr wieder einen Handelsbilanzüberschuss erzielen könnte.

syd/AP/dpa/Reuters



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