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Einstiger Handy-Pionier: Nokia plant Rückkehr auf Mobiltelefon-Markt

Smartphones von Nokia: Das neue Zeitalter verschlafen Zur Großansicht
REUTERS

Smartphones von Nokia: Das neue Zeitalter verschlafen

Für die Generation Smartphone spielt die Marke Nokia kaum mehr eine Rolle. Doch der finnische Konzern will den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit nicht hinnehmen - und wieder Mobiltelefone entwerfen.

Als Handys zum Massenphänomen wurden, beherrschte ein Hersteller den Markt: Nokia war einst die Top-Marke bei Mobiltelefonen. Doch den Übergang ins Smartphone-Zeitalter hat der finnische Konzern nicht hinbekommen. Apple und Samsung sind nun die beherrschenden Marken.

Aber Nokia gibt nicht auf. Der Handy-Pionier könnte Ende kommenden Jahres ins Geschäft mit Mobiltelefonen zurückkehren, kündigte das Unternehmen an. Nokia würde die Geräte dann aber nur entwerfen und Produktion, Vermarktung sowie Kundenservice einem Partner überlassen, hieß es. Der Konzern betonte, dass nach den Vereinbarungen mit Microsoft ein Telefon unter dem Nokia-Markennamen frühestens im vierten Quartal 2016 auf den Markt kommen könnte. Noch bis Ende kommenden Jahres hält Microsoft die Rechte an der Marke Nokia für Mobiltelefone.

Im April vergangenen Jahres übernahm Microsoft die Handysparte von Nokia und ließ sich den Deal am Ende knapp 9,5 Milliarden Dollar kosten. Der Konzern wollte Apple und Samsung angreifen, indem er Software und Hardware aus einer Hand anbietet.

Doch die Kombination brachte bisher nicht die erhofften Gewinne an Marktanteilen im Smartphone-Geschäft. Vergangene Woche schrieb Microsoft 7,6 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem Nokia-Kauf ab, 7800 weitere Mitarbeiter der Sparte verlieren ihren Job.

Microsoft hatte nach der Übernahme den Nokia-Namen von den Smartphones genommen, nutzt aber weiterhin die Smartphone-Untermarke "Lumia". Microsoft-Chef Satya Nadella hatte zuletzt erklärt, dass Microsoft sich im Smartphone-Geschäft stärker fokussieren wolle, was eine deutlich engere Modellpalette bedeuten dürfte. Das wurde als Schlusspunkt für Nokias Gerätegeschäft gewertet.

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Erste Handys: Das war Nokia
Nokia Chart zeigen war in der Vergangenheit ein Beispiel dafür, dass sich Unternehmen neu erfinden können. So verkaufte der Konzern vor dem Handy-Zeitalter Gummistiefel und Reifen. Der Nokia-Stammkonzern konzentrierte sich nach dem Verkauf der Handysparte auf das Geschäft als Netzwerk-Ausrüster. Spekulationen über Überlegungen für die Rückkehr ins Mobiltelefon-Geschäft mit einem Partner gibt es schon seit Monaten. Nach diesem Modell kam bereits das Tablet Nokia N1 auf den Markt. Es ist aber bisher nur in wenigen Ländern verfügbar und läuft mit dem Google-Betriebssystem Android.

mmq/dpa

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insgesamt 65 Beiträge
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1. Subventionspreller
AusVersehen 14.07.2015
Nokia hatte in Deutschland fleißig Subventionen kassiert und hat dann sein Werk in Bochum geschlossen und ist in ein Billiglohnland gezogen. Der deutsche Steuerzahler wurde um die Subventionen geprellt und blieb auf den Arbeitslosen sitzen! Ich werde ganz sicher nie wieder etwas kaufen, was den Namen Nokia trägt!
2. Neustart mit Sailfish
dingodog 14.07.2015
Die einzige Chance, in den Mobilfunkmarkt wieder einzusteigen, sehe ich nicht mit irgendeinem weiteren Android-Phone, sondern mit einem eigenen Betriebssystem, das Mehrwert z.B. in Form von Sicherheit gegenüber Apple und Android bieten müsste. Da so etwas nicht aus dem Boden zu stampfen ist, wäre das Sailfish-Betriebssystem (Jolla) eine einmalige Chance - es ist von ehemaligen Nokia-Entwicklern gebaut worden, auf Basis des vor der Microsoft-Übernahme von Nokia entwickelten Maemo. Kann ich nur empfehlen, läuft stabil, ist schlank UND unterstützt auch Android-Apps, aber in einer gesicherten Umgebung.
3. The more you know: Nokian Tyres
Bueckstueck 14.07.2015
Seit Nokia 1995 Nokian Tyres ausgegliedert hat, besitzt man immer noch 19% an Nokian Tyres - u.a. immerhin der grösste Forstmaschinenreifenhersteller der Welt.
4. Das war abzusehen!
mansky 14.07.2015
Im Rückblick könnte man den Eindruck gewinnen, dass Nokia den Deal mit Microsoft sehr geschickt eingefädelt hat, um komplett neu starten zu können, nachdem Nokia den über Jahrzehnte entstandenen Wasserkopf der Mobilfunksparte mit all den zahlreichen Problemen an Microsoft losgeworden ist. Ein Neustart könnte mit einem innovativen und schlagkräftigen Team von Erfolg gekrönt sein und den Platzhirschen, die im Moment auch nicht gerade mit Innovation glänzen, einige Marktanteile abjagen. Positiv dabei ist, dass sich Nokia nicht mit dem OS und der Produktion beschäftigen muss, wo es in der Vergangenheit enorme Probleme gab.
5.
dfuchs 14.07.2015
Sollen sie doch die Lumia-Reihe von MS zurückkaufen, die waren vorher ohnehin besser....
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