Ehemaliger HSH-Nordbank-Chef: Nonnenmacher droht Verlust von Millionen-Abfindung

Die HSH Nordbank hat den umstrittenen Aufhebungsvertrag mit Dirk Jens Nonnenmacher angepasst. Der Ex-Bankchef muss seine Abfindung von vier Millionen Euro nun doch zurückzahlen - wenn er rechtskräftig verurteilt wird. Der Manager gibt sich gelassen.

Ex-HSH-Chef Nonnenmacher: Politischer Druck zu groß Zur Großansicht
dapd

Ex-HSH-Chef Nonnenmacher: Politischer Druck zu groß

Hamburg - Der Aufsichtsrat der angeschlagenen HSH Nordbank kam an diesem Dienstag in Hamburg zur Sitzung zusammen. Ein Thema: Die Abfindung des früheren Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher. Jetzt haben die Kontrolleure das Ergebnis der Beratung verkündet: Falls der ehemalige Bankmanager rechtskräftig verurteilt wird, soll er die Summe von vier Millionen Euro zurückzahlen.

Der Aufsichtsrat votierte demnach für eine Änderung des Aufhebungsvertrages. Nonnenmacher habe der Vertragsänderung ebenfalls zugestimmt, sagte ein Banksprecher. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen Nonnenmacher wegen Untreue und falscher Beschuldigung. Es geht dabei um die ungerechtfertigte Entlassung des früheren IT-Vorstands Frank Roth im Jahr 2009.

Ende November hatte die Kieler Staatsanwaltschaft in Frankfurt und Hamburg Wohnungen von Nonnenmacher durchsucht. Er wird seitdem auch als Beschuldigter in dem Verfahren geführt.

Nonnenmacher soll im Zusammenhang mit der Kündigung des früheren HSH-Vorstands Roth gewusst haben, dass die Vorwürfe gegen ihn nicht haltbar sind. Neben Nonnenmacher ermittelt die Behörde auch gegen den früheren Justitiar der HSH Nordbank, Wolfgang Gößmann. Er hat die Vorwürfe stets bestritten, ebenso wie die mittlerweile insolvente Sicherheitsfirma Prevent, die ebenfalls in den Fall verstrickt ist.

Nonnenmacher rechnet mit Einstellung des Verfahrens

"Mit dieser Vereinbarung ist es der Bank gelungen, ihre Interessen in vollem Umfang nachhaltig zu wahren", erklärte Aufsichtsratschef Hilmar Kopper. Bislang sah Nonnenmachers Vertrag vor, dass er das Geld behalten darf, wenn er bis zum 15. Dezember 2012 nicht rechtskräftig verurteilt wird. Diese Einschränkung hatte Unverständnis bei den Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein ausgelöst.

Nonnenmacher ließ seinen Anwalt Heinz Wagner mitteilen, er rechne mit einer Einstellung des Verfahrens. Deshalb rechne er auch nicht damit, dass er die Abfindung zurückzahlen müsse. Wagner sagte, er sei überzeugt, dass Nonnenmacher auch im Fall Roth stets pflichtgemäß und im Einklang mit geltendem Recht gehandelt habe. Nonnenmacher habe sich zu einem Kompromiss bereiterklärt und der Vertragsänderung zugestimmt, weil auf der Bank ein erheblicher politischer Druck laste.

cte/Reuters/dpa

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