Ex-Skandalbanker Staatsanwälte stellen Verfahren gegen Nonnenmacher ein

Die Kieler Staatsanwaltschaft stellt ein Ermittlungsverfahren gegen Dirk Jens Nonnenmacher ein - aus Mangel an Beweisen.

Ex-Banker Nonnenmacher: Keine belastbaren Beweise
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Ex-Banker Nonnenmacher: Keine belastbaren Beweise


Kiel - Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Dirk Jens Nonnenmacher eingestellt. Einen Prozess wird es in dieser Sache demnach nicht mehr geben.

Der ehemalige Chef der HSH Nordbank war verdächtigt worden worden, vor rund fünf Jahren mit anderen Top-Managern einen Vorstandskollegen zu Unrecht wegen Geheimnisverrats angezeigt und dabei mit Hilfe einer Sicherheitsfirma Beweise gefälscht zu haben, um den Mann loszuwerden. Die Angelegenheit hatte große öffentliche Aufmerksamkeit verursacht und mit anderen Entwicklungen Ende 2010 auch zu Nonnenmachers Abberufung beigetragen.

"Nach dem Ergebnis der Ermittlungen ließ sich nicht belastbar beweisen, dass Nonnenmacher um die Unrichtigkeit der mit der Anzeige erhobenen Vorwürfe wusste", erklärte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Die in der selben Sache gegen andere Beschuldigte geführten Ermittlungen würden "zeitnah" abgeschlossen.

In einem anderen Verfahren hatte das Hamburger Landgericht den kompletten früheren Vorstand der HSH Nordbank bereits im September 2014 von den Vorwürfen der schweren Untreue und Bilanzfälschung freigesprochen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ging jedoch in Revision. Das Urteil ist demnach noch nicht rechtskräftig.

ssu/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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horsteddy 13.01.2015
1. War klar
Das "Urteil" war abzusehen. Wir haben eben im derzeitigen System eine reine Klassenjustiz. Man stelle sich vor: die ganzen Kriminellen der HSH und anderer Landesbanken - da gibt so nicht viel mehr, die werden von der Politik gedeckt - geschont. Auf der anderen Seite werden die verarmten Massen bereits dafür bestraft, dass sie arm sind. So gibt es Fälle, in denen Hartz4-Abhängige wegen dreimal Schwarzfahren zu zwei Jahren Gefängnis ohne Gnade verurteilt werden. Zu den Landesbanken möchte ich noch sagen, dass ich die herrschende neoliberalen Kapitalistenklasse nicht verstehe, denn einerseits setzt man nur auf den Markt, verzerrt aber mit dem System der Landesbanken den Wettbewerb. Dieses System gibt es in dieser Form meines Wissens nur in Deutschland. Landesbanken abschaffen. Wenn schon, denn schon.
volksauflauf 13.01.2015
2. Stellt sich noch eine Frage:
Wer ist verkommener ? Diese Justiz oder solche Strolche wie Nonnenmacher.
dfritzg 13.01.2015
3. Klar
und man kann warten bis die nächste Verkäuferin wegen eines Pfandbons von 0,30Ct gekündigt wird. Wann wachen nur die Leute auf und wählen dieses korrupte System ab? Aber immer schön gegen Pegida und alle anderen die nicht zum Establishment gehören wettern .... die könnten einem ja die Pfründe streitig machen.
arnsloth 13.01.2015
4. Na, wer hätte das erwartet?
Andererseits braucht man die Kapazitäten für Delikte von Verkäuferinnen, Deliquenten aus bildungsfernen Schichten und Teilnehmern von Demonstrationen gegen die Nazis. Soviel Fairness muß schon sein.
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