Erweiterung der Ostsee-Pipeline Zwei neue Stränge für Nord Stream

Durch zwei weitere Röhren soll künftig Gas aus Russland an der Ukraine vorbei nach Europa fließen. An dem Projekt sind neben Gazprom mehrere westeuropäische Gaskäufer beteiligt, darunter E.on.

Nord-Stream-Pipeline in Lubmin: Von 2020 an soll kein russisches Gas mehr durch die Ukraine nach Westeuropa fließen
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Nord-Stream-Pipeline in Lubmin: Von 2020 an soll kein russisches Gas mehr durch die Ukraine nach Westeuropa fließen


Erst Anfang des Jahres war das Projekt gestoppt worden, nun wird die Ostsee-Pipeline Nord Stream doch erweitert. Zusammen mit Partnern aus Westeuropa will der russische Konzern Gazprom zwei weitere Stränge nach Deutschland bauen. Damit soll die Energieversorgung der EU-Staaten abgesichert und die Ukraine als bisher wichtigstes Transitland für russisches Erdgas umgangen werden.

An dem Projekt sind nach Angaben von Gazprom auch mehrere westeuropäische Konzerne beteiligt, darunter E.on aus Deutschland, OMV aus Österreich sowie der britisch-niederländische Shell-Konzern. Die Firmen unterzeichneten auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg ein entsprechendes Memorandum über den geplanten Bau.

Bisher sind von Nord Stream zwei Leitungen in Betrieb. Die beiden neuen Stränge sollen 55 Milliarden Kubikmeter Gas zusätzlich in die Europäische Union liefern.

Von 2020 an soll kein russisches Gas mehr durch die Ukraine nach Westeuropa fließen. Russland plant außer den Nord-Stream-Strängen auch die neue Leitung Turkish Stream durch das Schwarze Meer in die Türkei und bis nach Griechenland. Sie soll eine Kapazität von 63 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr haben.

Russland hat die Ukraine zum unzuverlässigen Transitland erklärt und hatte dort in der Vergangenheit illegales Abzapfen von Gas beklagt. Die beiden Länder streiten zudem über Lieferpreise und Gasschulden. Um unabhängiger von Kiew zu werden, hatte Moskau auch bereits die bestehenden Nord-Stream-Stränge bauen lassen. Laut einer repräsentativen Umfrage gilt Russland unter Deutschen immer noch als zuverlässiger Handelspartner.

Im Januar hatte Gazprom zunächst angekündigt, Nord Stream nicht ausbauen zu wollen. Die Nachfrage nach russischem Erdgas war im Westen zuvor vor allem wegen der milden Temperaturen gefallen.

brk/dpa/Reuters



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insgesamt 29 Beiträge
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lutzhunger 18.06.2015
1. Interessante Wende
Während South Stream ja noch auf Druck von Brüssel auf Bulgarien verhindert wurde, weil man der Ukraine unbedingt die Transitgebühren nicht streichen wollte, muss ja nun klar sein, das 2010 kein Gas mehr durch die Ukraine fließt, was man ja als deutlichen Abkehr von der Ukraine werten kann. Damit dürfte dies auch ein klares ok für die Leitung über die Türkei sein. Ein verdammt starkes politisches Zeichen...
Alfred Ahrens 18.06.2015
2. Es gibt, ja Alternativen zu russischem Gas !
Und die sollte man wohl in Betracht ziehen in der Zukunft. Blos gut, dass wir noch unsere alten Öfen haben. Holz ist genug zu finden. Gruss an GAZPROM & Co. !
stefano-duffy 18.06.2015
3. der Spiegel mal wieder
letzter Absatz: "immer noch als zuverlässiger Handelspartner"...was soll denn das Wörtchen noch sugerrieren bitte schön? ich kann nicht erkennen, dass Russland in den vergangenen Jahrzehnten unzuverlässig war....die Sanktionen beruhen schliesslich nur auf den vorher verhängten Sanktionen der EU und den USA.
flavour 18.06.2015
4. Gut für Deutschland
Die zwei neuen Leitungen schaffen in Deutschland Arbeitsplätze und machen Deutschland zunehmend zu einem Gastransitland für andere europäische Staaten. Bedeutet mehr Einnahmen und Einfluss. Besser wir als andere.
sf225 18.06.2015
5.
Zitat SPON: "Russland hat die Ukraine zum unzuverlässigen Transitland erklärt und hatte dort in der Vergangenheit illegales Abzapfen von Gas beklagt." Illegales Abzapfen (= Diebstahl) hat nicht nur Russland beklagt, sondern die Ukraine wirklich praktiziert. Muss man wirklich alles so formulieren, dass Russland in ein schlechtes Licht gerückt wird?
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