Atomkonflikt US-Rüstungskonzerne profitieren von Nordkorea-Krise

Der Nordkorea-Konflikt lässt weltweit die Börsen absacken. Eine Ausnahme von diesem Trend: die Aktien der US-Rüstungsunternehmen Raytheon und Lockheed Martin.

Kampfjets des Typs F-35 Lightning II  von Lockheed Martin (Archiv)
REUTERS

Kampfjets des Typs F-35 Lightning II von Lockheed Martin (Archiv)


Die scharfe Kriegsrhetorik im Nordkorea-Konflikt lässt die Aktien großer US-Rüstungsunternehmen steigen. So zogen die Papiere von Raytheon an der Wall Street zuletzt um rund 2,6 Prozent an, die von Lockheed Martin um 1,7 Prozent. Beide Aktien erreichten Rekordhochs.

Die Wertpapiere beider Unternehmen befinden sich bereits seit knapp zwei Wochen im Aufwärtstrend: Die Lockheed-Aktie stieg von 288,13 Dollar am 27. Juli auf nunmehr 305,22 Dollar. Raytheon-Papiere kletterten von 168,88 Dollar am 26. Juli auf 179,30 Dollar.

Nach US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt auch Verteidigungsminister James Mattis den Ton im Atomstreit mit Nordkorea verschärft. Das kommunistische Land sei den USA und ihren Verbündeten militärisch deutlich unterlegen, sagte Mattis und warnte nachdrücklich vor allen "Aktivitäten, die zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen würden". Mattis rief die Regierung in Pjöngjang auf, ihr Programm zur Entwicklung von Atomwaffen aufzugeben.

Trump hatte zuvor gedroht, die USA würden auf Provokationen aus Nordkorea "mit Feuer und Wut" reagieren. Nordkorea drohte daraufhin mit einem Raketenangriff auf Ziele im Umfeld des US-Militärstützpunkts Guam im Pazifik.

Nordkorea-Krise verunsichert Börsen

Die gute Performance der US-Rüstungskonzerne ist eine Ausnahme vom generellen Trend: Die Verschärfung des Tons im Nordkorea-Konflikt verunsichert Anleger auf beiden Seiten des Atlantiks.

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Der Dax rutschte unter die Marke von 12.100 Punkten. Der Dow Jones Industrial gab am Mittwoch um knapp 0,2 Prozent nach. Am Vortag hatte der US-Leitindex noch den zehnten Handelstag in Folge einen Rekord erreicht, Anleger wurden dann aber vom Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea verunsichert. Der Dow schloss erstmals seit dem 24. Juli wieder mit einem kleinen Minus.

asa/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 9 Beiträge
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kuac 10.08.2017
1. Amazing jobs!
Trump hatte mehr Jobs versprochen. Er hält daran. Die Waffenproduktion und Verkauf boomt und das schafft neue Jobs. Ausserdem, die Wallstreet jubelt. Man muss ehrlicherweise zugeben, dass bisher noch kein US Präsident vor Trump geschafft hatte, innerhalb so kürzer Zeit so viele Waffen zu verkaufen. Amazing!
auweia 10.08.2017
2. Ja, aber...
Hatte vor kurzem überlegt ob ich mir ein paar Raytheons ins Depot legen sollte. Habe aber davon Abstand genommen. Nein, es hatte nichts mit irgendwelchen ethischen Bedenken zu tun. Ich denke lediglich, dass der zugrundeliegende Dollarkurs tendenziell schwächer wird und so die erhoffteen Kursgewinne (zumindest für Investoren aus dem Nicht-Dollar-Raum) neutralisiert.... Habe mich dann für Rheinmetall entschieden.
muellerthomas 10.08.2017
3.
Zitat von kuacTrump hatte mehr Jobs versprochen. Er hält daran. Die Waffenproduktion und Verkauf boomt und das schafft neue Jobs. Ausserdem, die Wallstreet jubelt. Man muss ehrlicherweise zugeben, dass bisher noch kein US Präsident vor Trump geschafft hatte, innerhalb so kürzer Zeit so viele Waffen zu verkaufen. Amazing!
Dass die Wall Street jubelt ist Legende. Die Kurse sind seit Trump einfach so weiter gestiegen wie zuvor auch.
gerd.lt 10.08.2017
4. Geschäftsmodell
Alle Konflikte in der Schwebe halten war und ist das Geschäftsmodell der Amerikaner, ob Clinton, Obama oder Trump, denn dadurch lassen sich an die Nachbarstaaten von Nordkorea, Ukraine, Syrien usw. gut amerikanische Waffen verkaufen. Nur Trump versteht das Spiel noch nicht, oder vielleicht doch, aber mit größerem Risiko, was ja zu seiner Persönlichkeit passen würde, indem er den Konflikt anheizt und auf die Spitze treibt.
horstenporst 10.08.2017
5.
Und das hat natürlich absolut nichts mit den milden Gaben dieser Firmen sowol an die Republikaner als auch die Demokraten zu tun. https://www.opensecrets.org/pacs/lookup2.php?cycle=2016&strID=C00303024 https://www.opensecrets.org/orgs/summary.php?id=D000000175&cycle=2016
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