Ansturm auf Nutella und Pampers Frankreich verlangt Ende von Rabattschlachten

Ein 70-Prozent-Rabatt auf Nutella sorgte in Frankreich für Tumulte. Nun fordert Wirtschaftsminister Le Maire ein Ende solcher Aktionen. Die verantwortliche Supermarktkette Intermarché legt mit Rabatten auf Pampers nach.

Nutella-Gläser (Archivbild)
DPA

Nutella-Gläser (Archivbild)


Frankreichs Regierung will radikale Preisreduzierungen verhindern, die in den vergangenen Tagen beim Brotaufstrich Nutella und Pampers-Windeln für tumultartige Szenen sorgten. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte dem Radiosender RTL, er habe den Chef der Supermarktkette Intermarché zu sich zitiert und ein Ende solcher Sonderangebote verlangt.

Wegen eines Preisnachlasses von 70 Prozent auf Nutella waren viele Kunden vergangene Woche regelrecht in Intermarché-Märkte eingefallen, Videos von Rangeleien um die Gläser zum Preis von 1,41 Euro verbreiteten sich rasch im Internet. "Sie haben sich darauf gestürzt wie Tiere", sagte eine Kundin aus Rive-de-Gier südwestlich von Lyon der Zeitung "Le Progrès". Der italienische Nutella-Hersteller Ferrero hatte die Rabattaktion ebenfalls kritisiert.

"Wir können nicht alle vier Tage solche Szenen in Frankreich haben", sagte Le Maire. Der Minister erinnerte an eine freiwillige Selbstverpflichtung von Intermarché und anderen Einzelhändlern, auf Rabattschlachten zu verzichten. "Sie müssen Wort halten", forderte der Minister.

Am Dienstag kam es laut französischen Regionalmedien in der Stadt Metz westlich von Saarbrücken jedoch erneut zu ähnlichen Szenen, als Intermarché Windeln der Marke Pampers ebenfalls um 70 Prozent reduziert verkaufte.

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Die Anti-Betrugsbehörde im Wirtschaftsministerium kündigte bereits Ermittlungen zu den Aktionen an. Le Maire begrüßte den Schritt. Er sagte zum Verhalten der Supermärkte: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

Am Mittwoch will die Regierung zudem ein Gesetz vorstellen, nach dem große Supermärkte ihre Produkte mindestens zehn Prozent über Einkaufspreis verkaufen müssen. Damit sollen unfaire Praktiken verhindert werden.

Nach früheren Angaben von Landwirtschaftsminister Stéphane Travert sollen Preisnachlässe auf Nahrungsmittel künftig auf 34 Prozent des Werts begrenzt werden. Die Regelung war schon vor der Aufregung um die Nutella-Aktion angekündigt worden. "Eins kaufen, eins gratis - das ist vorbei", sagte Travert dem Sender BFMTV. "Denn das zerstört den Wert der Dinge."

dab/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
c.PAF 31.01.2018
1.
Was konnte man da nochmal sparen? 3.-? Also DREI Euro? Wie tief muß man gesunken sein, um sich deswegen zu prügeln? Leute, wo ist eure Würde? Der Writschaftsminister hat Recht mit seinem Verbotswunsch. So wie sich die Leute hier selbst vorgeführt haben, sollten sie vor sich geschützt werden...
lachina 31.01.2018
2. Nun ja....
ob Nutella wirklich einen Wert darstellt, kann man diskutieren: zu fett, zu süß; davon sollte man wirklich nicht zu viel kaufen. Wie wärs mit satten Rabatten auf Obst und Gemüse?
derboesewolfzdf 31.01.2018
3. vielleicht erinnert
man den Mann daran, dass ein Artikel gar nicht den Wert hat, wenn er in der Aktion 2:1 immer noch Rendite abwirft.
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