Supermärkte in NRW Nutella vergiftet - mutmaßliche Erpresser festgenommen

Drei Männer sollen Pflanzenschutzmittel in Nutella-Gläser gespritzt haben. Dann stellten sie die Ware in Supermärkte in Nordrhein-Westfalen und forderten fünf Millionen Euro. Nun hat es drei Festnahmen gegeben.

Nutella-Gläser (Archiv-Foto)
DPA

Nutella-Gläser (Archiv-Foto)


Die Polizei in Dortmund hat drei Männer wegen Erpressung einer Supermarktkette festgenommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Dortmund mit. Den Namen der Supermarktkette wollte ein Behördensprecher auf Nachfrage nicht mitteilen. Es handele sich um ein großes, überregionales Unternehmen der Branche, hieß es nur.

Die drei Tatverdächtigen im Alter von 43 und 46 Jahren hatten laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung bereits vergangenes Jahr von dem Unternehmen mehrere Millionen Euro gefordert und damit gedroht, dort angebotene Lebensmittel zu vergiften. Tatsächlich seien in zwei Geschäften in Wuppertal und Dortmund vergiftete Nutella-Gläser aufgetaucht.

Dem Zeitungsbericht zufolge war durch eine Spritze Pflanzenschutzmittel durch die Schutzfolie in die Nussnougat-Creme eingefüllt worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gab dazu keinen Kommentar ab.

Die Gläser hatten die Tatverdächtigen dem Bericht zufolge markiert und separat in eine Tüte verpackt. Anschließend hätten die Männer von der Supermarktkette fünf Millionen Euro gefordert. Die mutmaßlichen Täter forderten das Geld in der Internet-Währung Bitcoin.

Die eingeschalteten Ermittlungsbehörden gingen auf das Ultimatum nicht ein. "Zu einer Geldzahlung kam es nicht", heißt in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dortmund. Offenbar auch, weil die Konzentration des Pflanzenschutzmittels in den Gläsern nicht lebensbedrohlich war. "Gefährdungen für die Bevölkerung waren jederzeit ausgeschlossen", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Trotz Drohung der Erpresser, weitere Gläser zu vergiften und diese nicht zu markieren, mussten keine weiteren Nutella-Gläser aus dem Verkehr gezogen werden. Wie genau die Polizei die Tatverdächtigen dann ermittelte, ist bislang unbekannt. Ihnen droht nun eine Anklage wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung.

msc



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