NYSE-Fusion: Nasdaq will Deutsche Börse übertrumpfen

Die Fusion von Deutscher und New Yorker Börse droht zu platzen: Der US-Konkurrent Nasdaq hat eine Gegenofferte vorgelegt. Mehr als elf Milliarden Dollar wollen die neuen Bieter zahlen - deutlich mehr als die Partner aus Frankfurt.

Nasdaq in New York: 42,50 Dollar je NYSE-Aktie Zur Großansicht
REUTERS

Nasdaq in New York: 42,50 Dollar je NYSE-Aktie

New York - Die Deutsche Börse Chart zeigen wähnte sich bei der Übernahme der New York Stock Exchange Chart zeigen endlich am Ziel - doch jetzt droht die Mega-Börsenhochzeit doch noch in allerletzter Minute zu scheitern: Die US-Börse Nasdaq OMX hat zusammen mit dem Börsenbetreiber IntercontinentalExchange (ICE) ein scharfes Gegenangebot vorgelegt.

Die Offerte hat es in sich: 11,3 Milliarden Dollar wollen die zwei Bieter zahlen - und damit mehr als die Deutsche Börse. Nasdaq und ICE wollen für jede NYSE-Euronext-Aktie insgesamt 42,50 Dollar zahlen.

Laut Nasdaq OMX übertrifft dieses Angebot die Offerte der Deutschen Börse auf Basis aktueller Aktienkurse um 19 Prozent. Ausgehend vom 8. Februar, dem Tag vor der Bekanntgabe fortgeschrittener Fusionsverhandlungen von Deutscher Börse und NYSE, liege es sogar 27 Prozent höher.

Deutsche Börse hält an Plänen fest

Die Deutsche Börse und NYSE hatten Mitte Februar angekündigt, dass sie zusammengehen wollen. Die Aktionäre der nach Börsenwert gewichtigeren Frankfurter sollten nach den Plänen 60 Prozent am neuen gemeinsamen Unternehmen halten. Schon damals war spekuliert worden, dass ein Konkurrent ein Gegenangebot vorbereiten könnte. So gilt die ebenfalls in New York sitzende Nasdaq unter Experten als größter Verlierer, wenn die transatlantische Mega-Hochzeit wie geplant bis zum Ende des Jahres abgeschlossen ist.

Bereits 2008 hatten die beiden Börsenbetreiber einen Anlauf zu einer Fusion genommen, waren aber gescheitert. Der zunehmende Wettbewerb - auch durch alternative Handelsplattformen - veranlasst die Konzerne aber zum Bündeln ihrer Kräfte.

Die Deutschen erklärten daher auch am Freitag, an ihrer Fusion mit der NYSE festzuhalten. "Die Deutsche Börse AG ist weiterhin der festen Überzeugung, dass der angekündigte Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und NYSE Euronext die bestmögliche Kombination für die jeweiligen Aktionäre und die Stakeholder der beiden Unternehmen darstellt." Aus Finanzkreisen hieß es, die Deutsche Börse sei "erst einmal sehr gelassen" und warte ab. Es gebe "keinerlei Grund für eine Anhebung des Angebots".

yes/dpa-AFX

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Deutsche Börse
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
  • Zur Startseite
Wie soll die neue Superbörse heißen?
Wall Straße? Big Börse? Stocks 'n' Schnitzels? Wie sollte die neue Superbörse Ihrer Meinung nach heißen? Schicken Sie uns Ihre Tipps:

Wir sind gespannt, eine kurze E-Mail genügt.

Fotostrecke
Top 10: Größte Börsengänge der Welt