Konjunktur in 2017 OECD senkt Wachstumsprognose für Deutschland

Die OECD revidiert ihre Konjunkturprognose für Deutschland. 2017 trauen die Forscher der hiesigen Wirtschaft nur ein Wachstum von 1,3 Prozent zu. Für das laufende Jahr sind sie dagegen zuversichtlicher.

Arbeiter auf einer Baustelle
DPA

Arbeiter auf einer Baustelle


Die OECD blickt für das nächste Jahr etwas skeptischer auf die Konjunktur in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt werde nur um 1,3 Prozent zulegen und nicht wie zuletzt erwartet um 1,5 Prozent, teilte die Industriestaatengruppe mit.

Für das laufende Jahr korrigierte die OECD ihre Prognose für den deutschen Markt allerdings von 1,7 auf 1,9 Prozent nach oben. Bereinigt um die unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen entspreche dies einem Plus von 1,8 Prozent in diesem und 1,5 Prozent im nächsten Jahr.

Die Experten sagen der globalen Konjunktur in beiden Jahren jeweils nur ein Plus von rund drei Prozent voraus. "Die Weltwirtschaft bleibt insgesamt in einer Falle niedrigen Wachstums." Besonders deutlich wurden die Erwartungen für das laufende Jahr in den USA und im kommenden Jahr für Großbritannien gesenkt. Für die USA lautet die Prognose jetzt 1,4 (zuvor 1,8) Prozent. Der britischen Wirtschaft traut die OECD für 2017 nur noch ein Plus von einem Prozent zu. Vor dem Anti-EU-Referendum im Juni hatten die Ökonomen noch mit einem doppelt so hohen Wachstum gerechnet.

Die niedrigen und oft schon negativen Zinsen sorgen laut OECD an den Finanzmärkten für Verzerrungen und für steigende Risiken. Die Experten appellierten an die Politik, mit Strukturreformen und einer veränderten Ausgaben- und Steuerpolitik für mehr Wachstum zu sorgen. Schwerpunkte könnten etwa mehr Geld für Infrastruktur, Arbeitsmarktprogramme, Bildung und Forschung sein.

Vor der OECD hatte schon der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für Deutschland revidiert. Für 2017 sagen die IWF-Fachleute mittlerweile ein Wachstum von 1,2 Prozent voraus. Die Deutsche Bank hatte ihre Wachstumsaussichten für Deutschland für kommendes Jahr von 1,6 auf 1,3 Prozent gesenkt.

msc/Reuters/dpa-AFX



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Hercules Rockefeller, 22.06.2010
1. Harte Einschnitte müssen kommen
Um dieses erneute zarte Pflänzchen des Aufschwungs nicht zu gefährden, müssen jetzt auch Opfer von den Beschäftigten kommen! Lohnverzicht im Krankheitsfall, unbezahlte Mehrarbeit und Lockerung der Kündigungsfristen müssen kommen, sonst ist die Wirtschaft des Todes!
frubi 22.06.2010
2. .
Zitat von sysopDie Wirtschaft in Deutschland wächst wieder. Auch der monatliche Geschäftsklima-Index des Münchener ifo-Instituts ist erneut gestiegen. Ist die Krise schon überwunden oder droht ein erneuter Rückgang der wirtschaftlichen Leistung?
Wieso sollte auch die Wirtschaft vom Sparpaket betroffen sein? Die Airlines und Stromkonzerne geben ihre Mehrkosten einfach an den Endkunden weiter und dieser bezahlt schön brav. So sieht es aus. Naja. Der H4ler wird durch die Kürzungen nun leider auf seine E-Klasse verzichten müssen aber ansonsten seh ich keine Maßnahme, die der Wirtschaft hätte schaden können. Wieso auch. Die Realwirtschaft ist nicht der Schuldige in Sachen Finanz- und Eurokrise.
gehlhajo, 22.06.2010
3. Soso,,,
". Euro-Krise und das Sparpaket der Merkel-Regierung haben die Konjunktur nicht abgewürgt." Seit wann ist das Sparpaket eigentlich in Kraft ?
Stefanie Bach, 22.06.2010
4. Fakten oder Meinungen?
Zitat von sysopDie Wirtschaft in Deutschland wächst wieder. Auch der monatliche Geschäftsklima-Index des Münchener ifo-Instituts ist erneut gestiegen. Ist die Krise schon überwunden oder droht ein erneuter Rückgang der wirtschaftlichen Leistung?
Wird hier nicht wieder Substanz durch Meinung ersetzt? Der sogenannte Geschäftsklima-Index des ifo-Instituts ist doch nur eine Umfrage. Das sind keine Fakten, das sind Meinungen. Die Politik sollte sich lieber um ihre Aufgaben kümmern: Soziales Konjunkturprogramm statt Not und Realitätsverlust (http://www.plantor.de/2009/soziales-konjunkturprogramm-statt-not-und-realitatsverlust/).
zynik 22.06.2010
5. hurra!
Zitat von sysopDie Wirtschaft in Deutschland wächst wieder. Auch der monatliche Geschäftsklima-Index des Münchener ifo-Instituts ist erneut gestiegen. Ist die Krise schon überwunden oder droht ein erneuter Rückgang der wirtschaftlichen Leistung?
Hurra! Wir maschieren weiter für den Index und singen die Hymne des Wachstums. Was wäre dieses Land nur ohne seine Meldungen vom Wirtschaftswachstum und sinkenden Arbeitslosenzahlen aus dem Ministerium für Wahrheit?
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