Reiseunternehmer Vural Öger muss Privatinsolvenz anmelden

Seine Unternehmen sind bereits pleite, nun soll Vural Öger auch als Privatmann zahlungsunfähig sein. Der frühere Reiseunternehmer muss Insolvenz anmelden - allerdings nicht aus freien Stücken.

Vox

Vural Öger hat Privatinsolvenz angemeldet. Das Amtsgericht München eröffnete am Dienstag das Insolvenzverfahren, wie die Behörde mitteilte. Die Isbank, einer der Gläubiger des Reiseunternehmers, hatte das Verfahren beantragt, um an das Privatvermögen des Unternehmer zu kommen.

Zuvor hatte der SPIEGEL berichtet, dass der Unternehmer und Ex-Juror der Vox-Sendung "Die Höhle des Löwen" bei Gläubigern mit mehreren Millionen Euro in der Schuld steht und für diese Verbindlichkeiten private Bürgschaften übernommen hat. Einer der Gläubiger, SunExpress, ein Joint Venture aus Lufthansa und Turkish Airlines, hatte gegen den Unternehmer bereits im Mai einen Arrestbefehl erwirkt.

SunExpress und auch der Großgläubiger Isbank hegen den Verdacht, Öger habe um den Verpflichtungen aus den privaten Bürgschaften zu entgehen, umfangreich und systematisch Vermögen verschoben.

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Insolventer Touristik-Unternehmer: Der tiefe Fall des Vural Öger

Der deutsch-türkische Unternehmer sehe sich nun "nach dem Zusammenbruch seiner Unternehmensgruppe in Deutschland und der Türkei Anfang des Jahres 2016 insbesondere aus übernommenen Bürgschaften persönlichen Schulden in erheblicher Höhe ausgesetzt", teilte sein Insolvenzverwalter Matthias Hofmann mit. Da das Privatvermögen zuvor offenbar minimiert wurde, war die Privatinsolvenz die Folge.

Ögers Anwalt war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Unternehmer war zuletzt in der Vox-Sendung "Höhle der Löwen" aufgetreten. Ögers Firma V.Ö. Travel hatte bereits Ende 2015 Insolvenz angemeldet.

dab/jat/dpa

insgesamt 30 Beiträge
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skater73 06.12.2016
1. Höhle des Löwen
Da wurde der echt noch für eine solche Sendung als erfolgreicher Geschäftsmann positioniert, der Entrepreneuren helfen und in sie investieren kann, obwohl er schon Ende letzten Jahres mit seiner Firma Insolvenzantrag stellen musste? Peinlich für VOX
marcohass 06.12.2016
2. Respekt für seine vergangenen Leistungen!
Alles Gute und viel Kraft für die Zukunft! -Es geht immer irgendwie weiter! :-)
Poco Loco 06.12.2016
3. Der Insolvenzverwalter.....
......ist vermutlich nun auch berechtigt, eventuell vorher noch veräusserte Vermögenswerte, (um diese vor dem Zugriff der Gläubiger zu retten), jetzt von den neuen Eigentümern zurück zu verlangen. Könnte jetzt doch noch ungemütlich für Öger werden. Eine Eidesstattliche Versicherung muss er wahrscheinlich auch noch abgegeben, in der er ja versichern müsste, welche Vermögenswerte er noch hat. Er dürfte aber, wie alle Schuldner das tun, sein Vermögen noch schnell verkauft oder "verschenkt" haben. Privat ist da nicht mehr viel zu holen aber über das Insolvenzrecht ist da etwas mehr möglich noch an etwas Geld heranzukommen.
besserwisser80 06.12.2016
4. Eine Farce!
Vermögenswerte werden hin und her geschoben und an die Familie verteilt. Danach wird Privat Insolvenz angemeldet und alles geht weiter wir bisher. Diese Masche hat bei Unternehmern/inne schon lange Tradition. Das schlimme daran ist, die Politik lässt es zu. Genau wie diverse andere Steuerhinterziehungsmodelle. Das Geld bleibt da wo es schon immer war. Ein unzumutbares System. Ein weiterer Baustein für den Erfolg der rechten und Populisten dieser Welt. Es braucht sich wirklich niemand darüber wundern.
michlauslöneberga 06.12.2016
5. Bei Öger
kann man ein schönes Beispiel dafür sehen, dass der Begriff der hanseatischen Kaufmannsehre, und mit der hatte sich der Mann stets gebrüstet, offenbar im Falle eines Falles nicht arg viel wert ist. Das Verfahren wird jetzt eine schöne Schlammschlacht um Bewertungsfragen, Anfechtungstatbestände, Verjährungen und dergleichen mehr...
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