Herzogenaurach - Beim Thema Umweltverschmutzung denken Verbraucher nicht unbedingt als erstes an Turnschuhe oder Trainingsjacken. Doch auch die Herstellung solcher Produkte ist ökologisch bedenklich. Das zeigt eine sogenannte ökologische Gewinn- und Verlustrechnung, die der Sportartikelkonzern Puma
erstmals vorgelegt hat. In der Bilanz für 2010 beziffert das Unternehmen die Umweltschäden durch Herstellung, Transport und Vertrieb der eigenen Produkte auf 145 Millionen Euro.
Einen Schaden von 94 Millionen Euro hatte die Marke mit der springenden Raubkatze bereits im Frühjahr durch Treibhausgas-Emissionen und den Verbrauch von Wasser ausgewiesen. Nun kommen noch einmal 51 Millionen Euro für Auswirkungen von Landnutzung, Luftverschmutzung und Abfälle hinzu.
Lediglich sechs Prozent der Gesamtsumme gehen Puma zufolge auf das Konto des Kerngeschäfts - also auf Büros, Lager, Läden und Logistik. Die größten Schäden entstünden hingegen bei externen Partnern, mehr als die Hälfte auf die Produktion von Rohstoffen wie Leder, Baumwolle oder Kautschuk.
Zwei Drittel aller Umweltbelastungen fallen laut der Bilanz in Asien an, wo auch die Rivalen Nike und Adidas aus Kostengründen gerne produzieren. Innerhalb der Produktgruppen sorgen Schuhe für viel höhere Verschmutzungen als Textilien und Accessoires.
Laut dem früheren Puma-Chef Jochen Zeitz sucht das Unternehmen nun die Zusammenarbeit mit Regierungen, Umweltschutzorganisationen und anderen Sportartikelfirmen. Ziel sei es, "ein neues Geschäftsmodell zu etablieren, das nicht gegen, sondern im Einklang mit der Natur arbeitet".
Außerdem werde das Puma-Mutterunternehmen PPR
bis 2015 für alle weltweiten Luxus- und Sportlifestyle-Marken eine Bilanz erstellen, aus der sämtliche Umweltbelastungen hervorgingen, sagte Zeitz. Damit verpflichtet er PPR mit Marken wie
Gucci,
Stella McCartney oder
Yves Saint Laurent, dem Beispiel von Puma zu folgen. Der Manager ist bei PPR neben dem Ausbau des Sportbereichs auch für das Thema Nachhaltigkeit zuständig.
Zeitz sprach sich dafür aus, dass auch andere Firmen zu ökologischen Bilanzen verpflichtet werden. Bei Puma solle es mit Hilfe des neuen Berichts bis 2015 Verbesserungen geben. Wie diese konkret aussehen könnten, sagte Zeitz nicht. In die reguläre Puma-Bilanz fließt die Öko-Bilanz vorerst nicht ein.
dab/dpa/Reuters
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