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"Öko-Test"-Urteil: 12 von 13 Luftmatratzen sind giftig

Dramatische Warnung der Zeitschrift "Öko-Test": Einer Untersuchung zufolge enthalten die meisten Luftmatratzen giftige Stoffe in hoher Dosierung. Es bestehe die Gefahr von Nervenschäden und Krebs - direkter Hautkontakt und das Aufblasen mit dem Mund sollten vermieden werden.

Strand auf Mallorca: Giftige Luftmatratzen können den Sommerspaß verderben Zur Großansicht
DPA

Strand auf Mallorca: Giftige Luftmatratzen können den Sommerspaß verderben

Frankfurt am Main - Sie sind der Inbegriff für Sommer, Strand, Kindheit - und Spaß: Luftmatratzen. Eine Untersuchung der Verbraucherzeitschrift "Öko-Test" zeigt jedoch, wie giftig die Betten aus Plastik sind. Von 13 untersuchten Luftmatratzen erhielten 12 die Note "ungenügend", sie stellen eine Gefahr für ihre Benutzer dar, berichtet das Magazin. Den Test bestanden habe nur ein Produkt - und auch das nur mit der Note "ausreichend".

Die Plastikhilfen zum Planschen seien mit so vielen Schadstoffen belastet, dass sie auf keinen Fall mit dem Mund aufgeblasen werden sollten, heißt es in dem vernichtenden Urteil. Auch direkter Kontakt mit der Haut sei bedenklich. Unter anderem weist die Laboranalyse der Matratzen laut "Öko-Test" auf Chemikalien hin, die im Verdacht stehen, Nervenstörungen oder Krebs zu verursachen.

So entdeckten die Tester in einigen Luftmatratzen hohe Anteile an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). PAK werden auch als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt und können über die Haut aufgenommen werden. Sie gelten als krebserregend.

Die meisten Matratzen werden in China produziert

Einige Matratzen bestehen dem Testergebnis zufolge aus 20 bis 30 Prozent Diisononylphthalat (DINP). Dabei handelt es sich um einen sogenannten Weichmacher, der Produkte elastischer, geschmeidiger und belastbarer machen soll. DINP gilt als gesundheitsschädlich und darf in Spielzeug, das Kinder in den Mund nehmen können, nicht mehr als 0,1 Prozent ausmachen.

Die Werte in den Luftmatratzen liegen der Untersuchung zufolge um ein Vielfaches höher - allerdings, so kritisiert "Öko-Test", ist nicht klar geregelt, welche Luftmatratzen als Spielzeug gelten. Die untersuchten Matratzen sind gängige Modelle für Wasser und Strand aus dem Handel, ihre Preise liegen zwischen 3,99 und 23,50 Euro. Die meisten wurden in China produziert, wobei das Herstellungsland nicht immer angegeben war.

Die Chemieexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Sarah Häuser, sagte: "Es ist inakzeptabel, dass ausgerechnet Produkte, mit denen vor allem Kinder in Berührung kommen, gefährliche Chemikalien in zum Teil extrem hohen Konzentrationen enthalten." Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) müsse handeln und für klarere Gesetze sorgen.

Bereits vor fünf Jahren offenbarte eine große "Öko-Test"-Untersuchung eine dramatisch hohe Dosis von gesundheitlich bedenklichen Weichmachern in Luftmatratzen und Schlauchbooten.

lgr/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
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1. Made in China
PeterPen 28.05.2010
Es ist drollig, dass in einem Land, in dem Feinstaub ein Politikum ist und in dem inmitten einer fundamentalen wirtschaftlichen Krise die Menschen nicht etwa gegen das politische System demonstrieren, das die Krise mit verursacht hat - sondern gegen Gorleben, Läden wir Takko und Kik und Tedi, die schon von weitem nach Chemie stinken beste Geschäfte machen. Viele Deutsche kaufen sich lieber giftigen aber billigen Ramsch aus China statt höhere Preise für Qualitätsgüter aus deutscher Produktion zu zahlen, die nicht nur gesundheitlich unbedenklich sind, sondern auch länger halten und sich langfristig sogar rechnen (ganz zu schweigen vom Umweltaspekt den Import aus China und baldiges Wegwerfen implizieren). Und zum Schluss wundern sie sich dann noch, dass Jobs aus Deutschland abwandern, und die Chinesen auf Billionen sitzen und sich eine europäische Firma nach der anderen kaufen. Armes Deutschland.
2. Klar, aus China
Naturhuf 28.05.2010
Mein erster Gedanke war "Die kommen doch wohl auch aus China" und dann sehe ich auch schon die Überschrift im Artikel......wir machen uns Gedanken über globale Erwärmung....wenn das so weiter geht, werden wir uns schon vorher effektiv mit anderen Sachen ausrotten.......bin mal gespannt, welches Land sich zuerst eliminiert.........
3. Armes Deutschland
pwbaumann 28.05.2010
Zitat von PeterPenEs ist drollig, dass in einem Land, in dem Feinstaub ein Politikum ist und in dem inmitten einer fundamentalen wirtschaftlichen Krise die Menschen nicht etwa gegen das politische System demonstrieren, das die Krise mit verursacht hat - sondern gegen Gorleben, Läden wir Takko und Kik und Tedi, die schon von weitem nach Chemie stinken beste Geschäfte machen. Viele Deutsche kaufen sich lieber giftigen aber billigen Ramsch aus China statt höhere Preise für Qualitätsgüter aus deutscher Produktion zu zahlen, die nicht nur gesundheitlich unbedenklich sind, sondern auch länger halten und sich langfristig sogar rechnen (ganz zu schweigen vom Umweltaspekt den Import aus China und baldiges Wegwerfen implizieren). Und zum Schluss wundern sie sich dann noch, dass Jobs aus Deutschland abwandern, und die Chinesen auf Billionen sitzen und sich eine europäische Firma nach der anderen kaufen. Armes Deutschland.
fazit ihres beitrages: - kein mobil-telefon mehr kaufen (bis auf einen hersteller prouzieren alle in china) - keine pcs mehr kaufen (speicher, festplatten, monitore - ausnahmslos in china produziert) - ipad, iphone und andere apple-produkte - china - radios, haartrockner, wasserkocher = elektrische geräte im haushalt. china. - vorsicht beim auto-, motorradkauf. nicht nur einzelteile (vw), ganze motoren kommen aus china (bmw). - bitte nicht mehr ins flugzeug steigen. teile aus china im airbus. - krank sollte man/frau auch nicht mehr werden. medizinsche geräte (siemens) ... - kleidung und schuhe - lieber nackt! armes deutschland, wenn deutsche produkte in china dann auch nicht mehr produziert und dort auch verkauft werden. vw, mercedes, bmw und siemens würden hauptmärkte verlieren und die anhänger von pauschalem china-bashing wunderten sich, wenn keiner mehr da ist, der ihnen h4 überhaupt noch finanzieren kann. aber ihre rechten parolen werden sie dann sicher noch immer schreien.
4. Und als diese Luftmatratzen
plopp! 28.05.2010
noch in Deutschland produziert wurden, enthielten sie genau die gleichen Stoffe. Damals hat es nur noch keinen gestört.
5. ...
M. Michaelis 28.05.2010
Zitat von sysopDramatische Warnung der Zeitschrift "Öko-Test": Einer Untersuchung zufolge enthalten die meisten Luftmatratzen giftige Stoffe in hoher Dosierung. Es bestehe die Gefahr von Nervenschäden und Krebs - direkter Hautkontakt und das Aufblasen mit dem Mund sollten vermieden werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,697377,00.html
Oh Ökotest, wenn man toxikologische Befunde nicht interperpretieren kann sollte man es lassen. Um tatsächlich zu erkranken müsste man über Jahrzehnte nackt jede Nacht auf einer Luftmatratze schlafen, oder jeden Tag über Jahre Luftmatratzen aufblasen. Aber Hauptsache passend zur Urlaubszeit wieder eine passende Schreckensmeldung.
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Gefahr im Kinderzimmer: Gift für die Kleinen

Giftige Weichmacher (PAK)
Die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) gehören zu den sogenannten Umweltchemikalien und setzen sich aus mindestens zwei und auch mehreren miteinander verbundenen zyklischen Kohlenstoffringen zusammen. In den meisten Fällen werden diese ringförmigen aromatischen Kohlenwasserstoffe bei unvollständigen Verbrennungsprozessen organischer Materialien - wie Fleisch beim Grillen - und anderen pyrolytischen Prozessen gebildet. Einige PAK wirken erbgutverändernd und sind für den Menschen krebserregend. Das unter anderem beim Grillen entstehende, besonders gefährliche Benzopyren gilt als Hauptursache für Magenkrebs. PAK werden auch als Weichmacher in Kinderspielzeugen eingesetzt.

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