Öko-Wende: EU rechnet mit rapide steigenden Energiepreisen

Für Verbraucher und Unternehmen könnte die Energiewende teuer werden: Laut einem Bericht der "Financial Times" droht bei den Kosten europaweit bis zum Jahr 2050 eine Preisexplosion um bis zu 100 Prozent. Das zeige eine noch unveröffentlichte Studie der EU-Kommission.

Das RWE-Braunkohle-Kraftwerk Neurath und ein Windkraftrad: Kostenexplosion bis 2050? Zur Großansicht
DPA

Das RWE-Braunkohle-Kraftwerk Neurath und ein Windkraftrad: Kostenexplosion bis 2050?

Berlin - Europäische Verbraucher müssen sich einem Bericht der EU-Kommission zufolge auf deutlich höhere Energiekosten einstellen. Sollte Windkraft wie vorgesehen im Jahr 2050 tatsächlich 49 Prozent der EU-weiten Elektrizität liefern - heute sind es fünf Prozent - würde dies mit einem starken Anstieg der durchschnittlichen Preise einhergehen, zitiert die "Financial Times" aus der noch unveröffentlichten Studie.

In der Analyse werden die Preise für fünf unterschiedliche Szenarien neu berechnet - je nachdem, wie weit die Wende hin zu erneuerbaren Energien fortgeschritten ist. Für den Fall, dass nach 2030 Wind- und Solarenergie den größten Anteil am Energiemix ausmachen, wird der höchste Preisanstieg erwartet: Bis zum Jahr 2050 könnten die Kosten laut Zeitungsbericht um mehr als 100 Prozent steigen.

Sollte weiterhin ein größerer Energieanteil aus Atomkraft und Kohlenutzung gewonnen werden, würde der Preisanstieg demnach bei 43 Prozent liegen. In dem 112-Seiten-Report wird davon ausgegangen, dass fossile Brennstoffe wie Kohle sowie Atomenergie in den kommenden Jahrzehnten weitgehend durch Windkraft ersetzt werden.

Erst kürzlich hatten die deutschen Netzbetreiber bekannt gegeben, dass die Stromkosten kurzfristig nur geringfügig steigen würden. Die immens höheren Preise seien auf die notwendigen Investitionen in Infrastruktur zurückzuführen, berichtet die "Financial Times". Außerdem würden die derzeitigen Energielieferanten, sobald ihre Anlagen nicht mehr ausgelastet seien, höhere Kosten veranschlagen, um so frühere Investitionen zu refinanzieren. Der EU-Bericht soll Ende des Jahres veröffentlicht werden.

lgr

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insgesamt 136 Beiträge
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1. macht ja nichts
Margrit2 17.10.2011
Zitat von sysopFür Verbraucher und Unternehmen*könnte die Energiewende teuer werden: Laut einem Bericht der "Financial Times"*droht bei den*Kosten europaweit bis zum Jahr 2050 eine Preisexplosion um bis zu 100 Prozent. Das zeige eine noch unveröffentlichte Studie der EU-Kommission. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792211,00.html
macht nichts, dann sitzen wir eben im Kalten. Die Firmen wreden dann abwandern und dann sind vor allem die Grünen am Ziel ihrer Träume: Deutschland verschwindet so irgendwie von der Landkarte.
2. Öttinger
niepmann 17.10.2011
Zitat von sysopFür Verbraucher und Unternehmen*könnte die Energiewende teuer werden: Laut einem Bericht der "Financial Times"*droht bei den*Kosten europaweit bis zum Jahr 2050 eine Preisexplosion um bis zu 100 Prozent. Das zeige eine noch unveröffentlichte Studie der EU-Kommission. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792211,00.html
Öttinger bereitet schon mal den Boden vor für das Energie-Oligopol. Motto: Beim Abzocken ist noch reichlich Luft nach oben drin!
3. Ftd?!....
tempus fugit 17.10.2011
Zitat von sysopFür Verbraucher und Unternehmen*könnte die Energiewende teuer werden: Laut einem Bericht der "Financial Times"*droht bei den*Kosten europaweit bis zum Jahr 2050 eine Preisexplosion um bis zu 100 Prozent. Das zeige eine noch unveröffentlichte Studie der EU-Kommission. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792211,00.html
Tja - da kommt ja was ganz fürchterliches auf uns zu! Ausgehend von einem heutigen Strompreis von 23 Cts.`/KWh und einer jährlichen Teuerungsrate von 6% (bisher haben die EVU immer so zwischen 8-12%/a abgezockt...!!!) lägen wir sogar schon 2025 bei der 'Preisexplosion' von 100 %! Also bis 2050 wird dann - um 100% zu erreichen - eher mit einer Steigerung um 3-4% gerechnet - und dafür kriegen wir Richtung 100% EE-Strom?! Also ran und umbauen - besseres kann einem doch garnicht passieren! Vergleichsweise! Und das Fukushima-Risiko mit paar Billionen Schäden wäre auch weitgehend ausgeräumt. Oder hab' ich da falsch gerechnet?!
4. Keine Windkraft ist schweineteuer
jj2005 17.10.2011
> Sollte Windkraft wie vorgesehen im Jahr 2050 tatsächlich 49 Prozent der EU-weiten Elektrizität liefern - heute sind es fünf Prozent - würde dies mit einem starken Anstieg der durchschnittlichen Preise einhergehen, zitiert die "Financial Times" aus der noch unveröffentlichten Studie. Na ja, das ist ja wohl eher andersrum: Sollten wir im Jahr 2050 tatsächlich noch voll von Ahmadinejad, Putin und Chavez abhängig sein, dann wird es wohl echt schweineteuer. China und Indien bieten ja auch noch mit ;-)
5. Auf Thema antworten
antilobby 17.10.2011
Nachdem die Verbraucher jahrelang bereit waren, für Ökostrom zweifelhafter Herkunft (Pumpenspeicher mit Atomstrom gefüllt) Mehrpreis zu zahlen, wundert mich nicht dass die EVUs auch höhere Preise durchsetzen wollen.
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Was kostet der Atomausstieg?
Zu den Kosten des Atomausstiegs kursieren verschiedene Zahlen. Die wichtigsten Werte im Überblick:
Privatwirtschaftliche Investitionen
Für den Atomausstieg müssen neue Windräder, Solaranlagen, Biomasseanlagen und Gaskraftwerke gebaut werden. Stromleitungen müssen ausgebaut werden. Hinzu kommen Investitionen in Energieeffizienz. Nach SPIEGEL-ONLINE-Berechnungen belaufen sich die Investitionen insgesamt auf rund 170 Milliarden Euro bis 2020. Andere Forschungsinstitute kommen auf ähnliche Werte.
Haushalt
Die Politik streitet vor allem darüber, was die Energiewende für Auswirkungen auf den Haushalt hat. Die im vergangenen Jahr beschlossene Brennelementesteuer etwa sollte der Regierung jährlich 2,3 Milliarden Euro bringen. Jetzt drohen die Energieversorger, gegen die Abgabe zu klagen - ihrer Ansicht nach war sie an die Laufzeitverlängerung gekoppelt. Manche fordern neue Subventionen für Industrien mit besonders hohem Energiebedarf.

Gleichzeitig verknüpft die Regierung Ausgaben mit dem Programm, die für den Atomausstieg gar nicht nötig sind: So will sie die Mittel für die Wärmedämmung alter Gebäude steigern. Generell gilt: Entschieden ist noch nichts - für Kostenberechnungen in puncto Haushalt ist es noch zu früh.
Strompreis
Die Preise für Endverbraucher werden auf absehbare Zeit nur wenig steigen. Denn der Strom, den sie beziehen, wird stets über mehrere Jahre eingekauft. Der aktuelle Preisschub fällt vorerst kaum ins Gewicht.

Bis Ende des Jahrzehnts könnte der Preis indes um mehrere Cent steigen. Allein durch den Netzausbau und die Großhandelspreise wäre ein Anstieg um drei Cent möglich - dazu kämen Milliardenkosten aus der EEG-Umlage.ssu

Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.