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Energiewende: Anteil von Ökostrom steigt auf Rekordhoch

28,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs wird aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse gewonnen - so viel wie noch nie. Das Rekordhoch kommt jedoch nicht nur durch den Bau neuer Anlagen zustande.

Windräder vor Borkum: Der Bau neuer Anlagen trieb den Ökostrom-Anteil voran Zur Großansicht
DPA

Windräder vor Borkum: Der Bau neuer Anlagen trieb den Ökostrom-Anteil voran

Düsseldorf - Noch nie war so viel Ökostrom: Der Anteil von Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse am gesamten Stromverbrauch ist in Deutschland im ersten Halbjahr auf Rekordhöhe gestiegen. Grund dafür ist einerseits der Bau neuer Windräder, andererseits aber ganz einfach auch das sonnige Wetter.

Der Ökostrom-Anteil ist im ersten Halbjahr 2014 auf 28,5 Prozent gestiegen, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Dienstag in Berlin mitteilte. Im ersten Halbjahr 2013 waren es 24,6 Prozent.

Zweitgrößter Lieferant waren Braunkohlekraftwerke, deren Anteil am Verbrauch wie im Vorjahr bei rund 25 Prozent lag, gefolgt von der Kernenergie mit 15,4 Prozent.

Der Beitrag von Erdgas- und Steinkohlekraftwerken ging dagegen zurück - auf 9,8 (11,4) beziehungsweise 18 (19,7) Prozent. Insgesamt schrumpfte der Stromverbrauch im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf 268 Milliarden Kilowattstunden.

Ziel der Bundesregierung ist es, den Ökostrom-Anteil am Verbrauch bis 2020 auf 40 bis 45 Prozent zu steigern und bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent. Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft vertritt nach eigenen Angaben Unternehmen, die für 90 Prozent des Stromabsatzes in Deutschland verantwortlich sind.

Die Kosten für die Förderung von Ökostrom sind zuletzt weniger stark gestiegen als erwartet. Das geht aus der Jahresabrechnung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz vor, die die Übertragungsnetzbetreiber am Freitag veröffentlicht haben. Das Vergütungsvolumen stieg demnach im Vergleich zu 2012 um 2,7 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro. Energieminister Sigmar Gabriel hatte kürzlich noch vor Kosten von bis zu 24 Milliarden Euro pro Jahr gewarnt.

mia/ssu/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 208 Beiträge
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1. Träumerei.
thunderstorm305 29.07.2014
Solange es keine sicheren Speichersysteme gibt, sollte nicht weiter in regenerative Energien investiert werden.
2. Die Energiewende ist großartig
tomdabassman 29.07.2014
Vor allem in windstillen, eiskalten Nächten im Januar, wenn die Braunkohle im Akkord abbrennt. Diese Zahlenspiele sind nur für ideologisch verblendete Politiker, nüchtern betrachtet läuft doch gar nichts zusammen.
3. Gabriel
freemailer2000 29.07.2014
..ohne falsche Zahlen kann man ja auch nicht die Claims der vier großen Stromerzeuger absichern...
4. Ein Wunder!
Phylax 29.07.2014
Zitat von sysopDPA28,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs wird aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse gewonnen - so viel wie noch nie. Das Rekordhoch liegt jedoch nicht nur am Bau neuer Anlagen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/oekostrom-anteil-steigt-auf-rekordhoch-a-983423.html
Und das ganze vor allem nachts, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind abflaut. Ein Wunder! Das jetzt auch noch "Wasser" zu der Energiewende gerechnet wird, ist auch ein netter Trick. Die Wasserkraft, die in Deutschland vorhanden ist und sich nicht weiter ausbauen, lässt wird schon seit ca. 100 Jahren genutzt.
5. Stromsparen
Zaphod 29.07.2014
Die beste Nachricht ist, dass der Stromverbrauch insgesamt zurück ging. Das bedeutet, dass die Abhängigkeit von umweltverschmutzenden Stromwerken immer geringer wird. Das Ziel muss eine weitere Reduktion des Stromverbrauchs und eine Erhöhung des Ökostrom-Anteils. Auf diese Weise wird Deutschland auch weniger abhängig von ausländischen Energieträgern!
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EEG-Umlage
Was ist die EEG-Umlage?
Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
Warum steigt die EEG-Umlage?
Das hat zwei Gründe. Erstens, weil die absolute Menge des Ökostroms steigt. Durch die Energiewende gehen eine große Menge neuer Ökostromanlagen ans Netz. Zweitens steigt die EEG-Umlage auch relativ. Das hat paradoxerweise mit sinkenden Strompreisen zu tun. Die erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot in Zeiten großer Nachfrage und senken dadurch den Strompreis an der Börse. Wenn aber der Strompreis sinkt, dann steigt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Strompreis und dem fixen Abnahmepreis, den Betreiber von Ökostromanlagen garantiert bekommen - und die Verbraucher per EEG-Umlage ausgleichen müssen.
Zahlen alle Verbraucher die EEG-Umlage?
Im Prinzip ja. Allerdings werden ausgerechnet die größten Stromfresser der Nation entlastet. Sie genießen den Schutz der sogenannten besonderen Ausgleichsregel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Laut dieser zahlen Firmen die volle EEG-Umlage nur für die ersten eine Million Kilowattstunden Strom, die sie verbrauchen. Für jede weitere Kilowattstunde zahlen sie nur noch zehn Prozent der EEG-Umlage, ab einem Verbrauch von zehn Millionen Kilowattstunden ist es nur noch ein Prozent, ab einem Verbrauch von 100 Millionen Kilowattstunden sind es noch 0,05 Cent. Beispiel: Die Trimet Aluminium AG verbraucht bei voller Auslastung 4,6 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr*. Die Aluminiumhütte muss also nur für rund 0,02 Prozent ihres Gesamtverbrauchs die volle EEG-Umlage zahlen.

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