Golfstaat Bahrain entdeckt größtes Ölfeld in seiner Geschichte

Bahrain hat das größte Ölfeld seit mehr als 80 Jahren entdeckt. Das Vorkommen könnte alle bisherigen Reserven des Landes übertreffen.

Suche nach Öl in Bahrain
AP

Suche nach Öl in Bahrain


Der Golfstaat Bahrain hat vor seiner Westküste nach eigenen Angaben das größte Ölfeld in der Geschichte des Königreichs entdeckt, wie die staatliche bahrainische Nachrichtenagentur BNA meldete. Es ist nach Angaben der Regierung die größte Entdeckung eines Ölfelds in Bahrain seit Beginn der Förderung im Jahr 1932 und könnte alle derzeitigen Ölreserven des Landes übertreffen.

"Erste Analysen zeigen, dass der Fund auf einem beträchtlichen Niveau ist und die langfristige Extraktion von Öl und Gas unterstützen kann", sagte Bahrains Öl-Minister Shaikh Mohamed bin Khalifa al-Khalifa. Das Feld werde zur Wettbewerbsfähigkeit des Landes beitragen. Die Reserven wurden in den letzten drei Monaten des Jahres 2017 entdeckt, nachdem Bahrain seine Suche nach neuen fossilen Brennstoffvorkommen intensiviert hatte.

Bahrain ist stark abhängig vom Öl- und Gasexport. Rund 80 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus diesem Sektor. In den vergangenen Jahren machten dem Land die niedrigen Ölpreise zu schaffen. Der Inselstaat ist ein enger Verbündeter des Königreichs Saudi-Arabien, mit dem es sich das Ölfeld Abu Safah teilt.

Bahrain ist derzeit aber nur ein kleiner Fisch im weltweiten Ölmarkt, und befindet sich nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) auf Platz 57 der größten Produzenten. Pro Tag fördert der Golfstaat rund 45.000 Barrel Öl. Saudi-Arabien kommt auf rund 10 Millionen Barrel pro Tag. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

USA sind bald der größte Ölproduzent der Welt

Derzeit arbeitet sich aber vor allem die USA in rasantem Tempo in Richtung der Spitze der Ölförderländer der Welt vor: Nach Angaben der IEA werden die USA bald mehr Erdöl fördern als der bisherige globale Spitzenreiter Russland. Spätestens 2019 werden die Amerikaner die Russen demnach überholen - womöglich aber auch schon in diesem Jahr.

Zuletzt haben die USA mehr als 10 Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert - mehr als Saudi-Arabien. Bis Ende 2018 wird die US-Ölproduktion nach Angaben des amerikanischen Amts für Energiestatistik auf rund 11 Millionen Barrel pro Tag steigen.

Grund für den amerikanischen Ölboom ist eine umstrittene Fördertechnik, das sogenannte Fracking. Bei diesem werden Schiefergestein und andere schwer zugängliche Sedimente mit Wasserdruck, Quarzteilchen und Chemikalien aufgebrochen.

Kritiker beklagen unter anderem, dass durch diese Methode ganze Landschaften verwüstet werden und teils chemische Substanzen im Boden zurückbleiben. In Deutschland ist die Technologie derzeit weitgehend verboten. Nur für bestimmte Gesteinsformationen war in der Vergangenheit Fracking zugelassen.

hej/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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pvmirror 02.04.2018
1. Demnach schlechte Nachrichten für die Umwelt und das Klima
Auch diese Nachricht wird dafür sorgen, dass der Ölpreis unten gehalten wird und die Weiterentwicklung alternativer Antriebe gebremst wird.
heutemalich 02.04.2018
2. schlechte Nachricht
Jedes neue Ölfeld ist eine schlechte Nachricht für die Welt, fürs Klima, für das Überleben von Mensch und Natur. Natürlch wird alles, was gefunden wird, ausgebeutet (ein sehr treffendes Wort). Natürlich wird jede Methode, mit der das geht, über kurz oder lang auf der ganzen Welt angewandt, auch das Fracking. Das ist nur ein "Spielfeld" unserer Umweltzerstörung. Die Erde wird am Ende wüst und leer sein. Habe ich das nicht schon mal irgendwo gehört?
luistrenker 02.04.2018
3. Wie das so ist.
Als Kind vor 40 Jahren und mehr, hieß es überall das in 40 Jahren sämtliche Ölreserven aufgebraucht wären. Auch hieß es das alles nur noch elektrisch wäre. Jetzt wir allerorten neues Öl gefunden und wahrscheinlich wird man noch 30 Jahre mit fossilen Brennstoffen hantieren. Für mich zeigt sich das Prognosen in die Zukunft ganz schön spekulativ sind.
knuty 02.04.2018
4. Relativ
Zum Vergleich: Bahrein fördert im Jahr 2,3 Mill. Tonnen Erdöl. In Deutschland wurden 2013 2,6 Mill. Tonnen Erdöl gefördert.
smartphone 02.04.2018
5. Ölfund
Erfreulich für Bahrain. ABER speziell an @3 : Die Thesen das seit 15 jahren quasi kein Öl mehr da ( zumindest zu ökonom. sinnvollen Preisen ) basieren vorallem auf die jeweils bekannte Fördertechnik . Gäbe es kein Huff-And-Puff , wäre gleich nach dem WW2 "Feierabend gewesen. Wie groß sidn die neuen Areale denn wirklich . man überlege , das allein SA 10 Mio täglich...... und SA besitzt das größte der sog. Elefantenfelder - davon gibt es 5 und es sind seit Jahrzehnten eher viele kleine, und damit für Mio t täglich unrelevante Felder hinzugekommen. Soweit mir bekannt weis nicht mal die USA genau, wie "versiegt" das Feld in SA ist - die massiven Bodenverformungen sind aber kein gutes Zeichen......
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