Washington - Die Schlammschlacht nimmt kein Ende: Fast zwei Jahre nach dem Untergang der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko versucht BP erneut, die Kosten bei seinem damaligen Geschäftspartner einzuklagen. Der Ölmulti streitet schon seit Beginn der Katastrophe im April 2010 mit dem Erdöldienstleister Halliburton darüber, wer die Hauptschuld trägt. Wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtet, fordert BP jetzt 20 Milliarden Dollar Schadensersatz.
BP wirft Halliburton vor, das Bohrloch auf dem Grund des Golf von Mexiko nicht sachgemäß abgedichtet und minderwertigen Zement verwendet zu haben. Der Ölkonzern will deshalb entschädigt werden - für die Beseitigung der Umweltschäden, entgangene Gewinne und alle anderen Kosten im Zusammenhang mit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon".
BP hatte bereits im vergangenen Jahr Schadensersatzklagen gegen Halliburton und den Betreiber der Bohrinsel Transocean eingereicht. Die beiden Geschäftspartner wehrten sich mit Gegenklagen - alle drei Unternehmen machen die Beschäftigten des jeweils anderen für die Katastrophe verantwortlich.
US-Gericht verhandelt Klagen gegen BP und Halliburton
Die Explosion der "Deepwater Horizon" hatte elf Arbeiter getötet. Die Bohrinsel sank, und durch ein Leck am Bohrloch strömte wochenlang Öl ins Meer - insgesamt mehr als vier Millionen Barrel. Es war die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA.
BP und Halliburton stehen wegen des Unglücks gemeinsam vor einem US-Gericht. Von Februar an wird ein Bundesgericht in New Orleans die mehr als 500 Schadensersatzklagen gegen die Konzerne verhandeln - auch dort wird es um Milliarden Dollar gehen und um die Frage, wer die Schuld an der Katastrophe trägt.
nck/dpa/Reuters
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