Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Ölpest im Golf von Mexiko: Energiekonzerne gehen auf Distanz zu BP

War die Ölpest im Golf von Mexiko vermeidbar? Bislang bezweifelten das auch BP-Konkurrenten wie Exxon und Shell. Doch jetzt distanzieren sich die Konzerne von ihrem britischen Konkurrenten. Mit dem Schwenk wollen sie offenbar schärfere Sicherheitsvorschriften verhindern.

Protest gegen BP am Golf von Mexiko: Auch die Konkurrenz distanziert sich Zur Großansicht
Julie Dermansky

Protest gegen BP am Golf von Mexiko: Auch die Konkurrenz distanziert sich

London - Die größten Energiekonzerne der Welt gehen wegen der Ölpest vor der US-Küste einem Pressebericht zufolge erstmals auf Distanz zu dem britischen Konzern BP. Die Marktführer Exxon Chart zeigen, Shell Chart zeigen, Chevron Chart zeigen und ConocoPhillips Chart zeigen werfen dem Unternehmen vor, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sei "vermeidbar" gewesen, schrieb die Wirtschaftszeitung "Financial Times" am Montag.

Entsprechend wollten sich Vorstände der BP-Konkurrenten diesen Dienstag in einer Anhörung im US-Parlament äußern. Der Zeitung zufolge wollen sie argumentieren, dass bei Befolgung "bester Branchenstandards" solche Unfälle nicht passieren könnten. Die Konzerne wollen demnach bezwecken, dass die USA und andere Länder die Vorschriften für künftige Tiefsee-Bohrungen nicht verschärfen.

Washington hatte bereits einen sechsmonatigen Bohrstopp im Golf von Mexiko erlassen. Seit Mitte April strömen dort täglich gewaltige Mengen Rohöl aus dem Bohrloch der Plattform "Deepwater Horizon", die im April explodiert war. Wegen der Ölpest ist der BP-Konzern stark unter Druck, seine Dividende für das zweite Quartal auszusetzen.

Bisher 1,3 Milliarden Euro Kosten für BP

Am Montag wollte der Vorstand darüber in einer Telefonkonferenz beraten. Eine Möglichkeit ist, dass BP die Dividendenzahlung an die Aktionäre in einen speziellen Fonds verschiebt, bis die Kosten der Ölkatastrophe - wie zum Beispiel Schadensersatzforderungen - absehbar und abgearbeitet sind. US-Präsident Barack Obama wird am Mittwoch mit dem BP-Aufsichtsratsvorsitzenden Carl-Henric Svanberg und vermutlich auch mit BP-Chef Tony Hayward zusammentreffen.

Nach eigenen Angaben hat die Ölpest BP bisher 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) gekostet. Der Auffangbehälter an dem Leck hätte bisher 127.000 Barrel Öl (rund 20 Millionen Liter) gesammelt, teilte das Unternehmen am Montag in London mit. Der Konzern habe bisher 25.500 von 51.000 eingegangenen Schadensersatzforderungen beglichen. Das summiere sich auf 62 Millionen Dollar.

Die BP-Aktie fiel am Montag zeitweise um 9 Prozent, nachdem sie am Freitag wieder zugelegt hatte. Das Papier hat seit Beginn der Ölkatastrophe vor zwei Monaten mehr als ein Drittel an Wert verloren.

böl/dpa/dpa-AFX

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: