Unruhen in Nahost Ölpreis steigt über 80 Dollar

Die Unruhen im Nahen Osten lassen die Ölpreise steigen. Die für den Markt so wichtige Sorte Brent hat erstmals seit dreieinhalb Jahren die 80-Dollar-Marke durchbrochen.

Ölpumpen in Kalifornien
REUTERS

Ölpumpen in Kalifornien


Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen und die Unruhen im Nahen Osten haben den Preis für die Ölsorte Brent Oil Spot Chart zeigen über 80 Dollar steigen lassen. Am Donnerstagmittag übertraf die Sorte, die für den Ölmarkt als Referenzwert gilt, erstmals seit November 2014 wieder kurzzeitig diese Marke.

Preistreibend wirkt zudem eine zunehmende Verknappung des Angebots. Am Mittwoch hatte die US-Regierung gemeldet, dass die US-Ölreserven in der vergangenen Woche um 1,4 Millionen Barrel auf nun 432,4 Millionen Barrel gesunken waren.

Der Rückgang fiel allerdings geringer aus als von Analysten erwartet, die US-Förderung stieg zugleich auf ein neues Rekordhoch von 10,72 Millionen Barrel pro Tag.

Die Internationalen Energieagentur geht davon aus, dass mögliche Angebotsausfälle des Iran durch andere große Förderländer ausgeglichen werden könnten. Dazu zählen neben den USA auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Russland.

Experten sind sich ebenso uneins, wie hoch die Ölpreise noch steigen werden. Analysten der US-Bank Goldman Sachs rechnen mit bis zu 90 Dollar. Andere glauben, dass er sich bei ungefähr 80 Dollar einpendeln wird - sofern sich die Lage in Nahost nicht weiter verschlimmert.

ssu

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insgesamt 12 Beiträge
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willibaldus 17.05.2018
1.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Förderbremse von Opec und Russland so gut und lange funktioniert. Einen Korridor von 60 bis 80 Euro pro barrel halte ich für in Ordnung. 100 Dollar und mehr ist nicht gut für die Weltwirtschaft.
Mesi0013 17.05.2018
2. Endlich...
Endlich ernten die USA die früchte ihrer politik oder besser: vom herumstänkern. Der Ölpreis steigt und das heimische Fracking wird wieder rentabler.
carahyba 17.05.2018
3. Ölpreis ...
Wer den Ölpreis im Augenblick macht sind SA, Russland und die USA, mit unterschiedlichsten Motiven. Für Russland kann der Preis nicht hoch genug sein, Russland baut seine Devisen- und Goldreserven auf, Schulden abzutragen macht für Russland keinen Sinn bei der geringen Auslandsverschuldung. Russland ist solvent, die Handelsvertreter stehen an. Das US-Imperium ist sauer, weil sie selber keinen Einfluss und Zugang mehr haben. SA nimmt eine intermediäre Position ein, einerseits verknappt es mit Russland zusammen die Förderung und treibt den Preis, andererseits muss es auf die USA Rücksicht nehmen und deren Verbraucher, den "working poor". In den USA sind die "working poor" auf billigen Sprit angewiesen, deren Pendlerstrecken sind zum Teil beträchtlich und die Mobilitätskosten im Monatsbudget relativ hoch. Glaube da liegt die machbare Grenze für DJ Trump so um die 80,-/brl. Darüber kann es eng werden, oder die US-Regierung streicht jedwede Steuer auf Sprit. Andererseits ist DJ Trump den Konzernen verpflichtet, die mit Öl handeln. Auch hier ist der Unsicherheitsfaktor die USA mit DJ Trump.
zTyphoon 17.05.2018
4. Der Staat muss sich doch schlapp lachen
Da muss man sich doch freuen. Diesel Skandal zum richtigen Zeitpunkt, der Benziner Absatz ist in ungeahnte Höhen geschossen und jetzt steigen mit dem Ölpreis auch schön die Einnahmen der Mineralölsteuer. Wenn jetzt noch Fahrverbote für Diesel kommen, dann hat wohl Deutschland alles richtig gemacht. Also, man müsste sich freuen wenn man der Staat ist, der Verbraucher wohl eher weniger.
carahyba 17.05.2018
5.
SpOn-Zitat: "Die Internationalen Energieagentur geht davon aus, dass mögliche Angebotsausfälle des Iran durch andere große Förderländer ausgeglichen werden könnten. Dazu zählen neben den USA auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Russland." Es gibt keine Angebotsausfälle des Iran, ganz im Gegenteil. Was passiert ist, dass DJ Trump Japan und Südkorea erpresst, kein iranisches Öl zu importieren. Dies ist aber nicht weiter tragisch, weil die Mengen durch Indien, China und andere asiatischen Ländern aufgefangen werden. Der französiche Konzern TOTAL steigt aus dem Irangeschäft aus, sofort ist ein Konsortium unter russischer Führung eingesprungen um die Gasvorkommen zu erschliessen, mit dem Ziel nach Europa und China zu liefern. Durch seine servile Politik gegenüber den USA gehen der Wirtschaft der EU wichtige Geschäfte verloren, ohne von den USA einen Ausgleich zu erhalten. Das fördert den Einfluss Chinas und Russlands, die die Situation nutzen, weil sie sich nicht von den USA abhängig machen.
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