Doha-Treffen gescheitert Förderländer uneins - Ölpreis fällt rasant

Das Treffen der wichtigsten Förderländer verlief anders als gedacht, der Ölmarkt reagiert prompt.

Ölkraftwerk in Katar
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Ölkraftwerk in Katar


Es klang nach einem Plan, doch aus ihm wird nichts: Die größten Ölproduktionsländer hatten vorgehabt, sich auf eine Deckelung der Fördermenge auf dem Niveau von Januar zu einigen - doch sie beendeten ihr Treffen am Sonntag in Katar ohne Ergebnis.

Das hat direkte Auswirkungen auf den Ölpreis : In den Tagen vor dem Treffen war er noch deutlich angestiegen; nun sackte er am Montagmorgen im asiatischen Handel prompt ab. Bei Öffnung der Märkte fiel der Preis um rund sieben Prozent, erholte sich dann aber etwas.

Wenige Stunden nach Öffnung der Märkte in Asien lag der Preis für die US-Referenzsorte WTI rund fünf Prozent im Minus bei 38,34 Dollar pro Barrel (159 Liter). Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni lag gut 4,5 Prozent niedriger bei 41,13 Dollar.

In Doha, der Hauptstadt des Wüstenemirats Katar, hatten sich am Sonntag 15 Mitglieder und Nichtmitglieder der Organisation erdölexportierender Länder ( Opec ) getroffen, darunter die größten Ölförderer Saudi-Arabien und Russland. Sie wollten als Maßnahme gegen den enormen Preisverfall beim Öl ein Einfrieren der Ölfördermenge auf dem Niveau von Januar beschließen. Darauf hatten sich Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela im Februar geeinigt.

Nach sechsstündigen Beratungen erklärte Katars Energieminister Mohammed ben Saleh al-Sada jedoch, die betroffenen Staaten bräuchten "mehr Zeit". Nach Angaben von Teilnehmern verlangte insbesondere Saudi-Arabien die Einbindung Irans. Die islamische Republik hatte jedoch keinen Teilnehmer zu dem Treffen geschickt, da sie ein Einfrieren der Produktion ablehnt.

Ein Termin für neue Beratungen wurde nicht festgelegt, aber dem Vernehmen nach soll im Juni ein neues Treffen stattfinden.

Der Preisverfall macht den Ölproduzenten schwer zu schaffen. Seit Sommer 2014 gab es wegen des Überangebots von Rohöl ein Minus von rund 60 Prozent.

nck/AFP/dpa

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reflexxion 18.04.2016
1. I couldn't care less
Ich tanke vielleicht 3-4 mal im Jahr, da ist es eigentlich egal was das Zeug kostet. Die Festkosten der Autos sind deutlich höher. Diesel hat hier beim letzten tanken 88 Cent gekostet (Berlin-Spandau), ist aber aktuell wohl teurer oder?
crunchy_frog 18.04.2016
2.
Sollten in einer Marktwirtschaft solche Absprachen nicht ohnehin verboten sein? Gut, dass es wenigstens aktuell einen realistischen Preismechanismus gibt, Iran sei dank. Traurig natürlich für die Ölscheichs, die nun vermutlich nur noch 30 vergoldete Lambos pro Jahr bestellen können.
laubblaeser 18.04.2016
3. So wird das nix...
...mit einer stabileren Weltwirtschaft oder beispielsweise Elektromobilität!
!!!Fovea!!! 18.04.2016
4. Endlich
mal keine Hiobsbotschaften! Schön.
sarkosy 18.04.2016
5. Jeder
des Marktes,derdieser vom Herrgott mit Ölvorräten ohne Ende gesegneter Staaten hat so seine kleinen,egoistischen,verständlichen und geheimen Gründe,keine Förderungsgrenzen zu akzeptieren.Sind das nicht die Gesetze des allwissenden Marktes,der alles so genial regelt?Ist dieser doch wunderbar,dass die ganz faulen Tricks und Eigeninteressen der Banken-und Finanzwelt auch einmal dem kleinen Mann zugute kommen.Wo sind eigentlich die Preisrückgänge in allen Wirtschaftsbereichen,nachdem der Ölanteil am Herstellungspreis um 100% gesunken ist? Wo sind die Preiskorrekturen nach unten beim Gas,das ja seit 25 Jahren mit dem Ölpreis unabänderlich ,wie man so schön sagt,(alternativlos!!!)in fast erotischer Symbiose verbunden war? Wie sagt der Schwabe?:Was geht mich mein saudummes Geschwätz von gestern an?Aber keine Angst:vor dem echten Staatsbankrott in zwei oder drei Jahren werden sich alle diese Ölfürsten ganz schnell auf ein neues ölmonopol auf unsere Kosten einigen und die westliche Finanzwelt kann aufatmen und uns weiter ihre unerschütterliche Macht spüren lassen.Also,die Ölländer werden es überleben,wir wahrscheinlich nicht,von unseren " Eliten'einmal abgesehen.
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