Hitzesommer Niedrige Flusspegel lassen Heizölpreise steigen

Genau zu Beginn der Heizperiode wird Heizöl immer teurer. Verantwortlich ist die anhaltende Trockenheit: Die Flüsse führen wenig Wasser, die Tankschiffe lassen sich kaum beladen.

Frachtschiff auf dem Rhein
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Frachtschiff auf dem Rhein

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Der Preis für Heizöl steigt derzeit deutlich an: Mittlerweile kostet der Liter im Bundesschnitt schon 78 Cent. Für den Anstieg wird in erster Linie die angespannte Lage am Rohölmarkt verantwortlich gemacht. Die US-Sanktionen gegen das Förderland Iran treiben die Notierungen, ebenso die Absicht der Opec, die Produktion nicht zu erhöhen. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es aber noch einen besonderen Grund für die Rallye der deutschen Heizölpreise: Der trockene Sommer hat die Pegel von Rhein, Main und Donau und der Nebenflüsse erheblich sinken lassen, die Tankschiffe sind oft weniger als halb voll.

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Heft 40/2018
Der Machtkampf um ihr Erbe hat begonnen

Auf dem Main-Donau-Kanal transportierten die Frachter im August nur ein Drittel so viele Güter wie im Vorjahrsmonat. Die Versorgung der Lager speziell entlang des Rheins sei "deutlich aufwändiger und teurer geworden", sagt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte in Mannheim. Die Vorräte hätten sich verringert. Aufgrund niedriger Wasserstände könnten Frachtschiffe oft nur 30 bis 40 Prozent ihrer Kapazitäten ausnutzen, um starken Tiefgang zu vermeiden. Um ihre Lager auf anderen Wegen aufzufüllen, sind Heizölhändler gezwungen, weite Versorgungswege mit dem Tankwagen in Kauf zu nehmen.

Am Rhein sind die Frachtkosten mitunter um mehr als das Doppelte gestiegen. Der Aufwand schlägt sich auf die Preise für Heizöl nieder. Während sich Rohöl in den vergangenen drei Monaten nur wenig verteuerte, legten die Heizölpreise um rund 15 Prozent zu. Die Situation dürfte sich so schnell nicht entspannen. In Kaub zwischen Koblenz und Bingen lag der Pegel des Rheins in dieser Woche kaum über der 80-Zentimeter-Marke, Anfang kommender Woche wird er nach Schätzung der Schifffahrtsbehörden sogar darunter fallen. Damit Schiffe dort uneingeschränkt fahren können, bedarf es eines Wasserstands zwischen 190 und 460 Zentimetern.

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insgesamt 5 Beiträge
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hoimar 29.09.2018
1. Der Grund warum der Ölpreis steigt,
ist der Spekulation gedankt. Denn bei diesem weltweit warmen Sommer sind die Tanks noch gut gefüllt. Aber hey, es liegt ja an den Pegelständen von Flüssen, die nicht einmal die Nord/Süd Route durchqueren.
mikemcbyte 29.09.2018
2. Völliger Quatsch!
Es gibt viele Faktoren, die den Ölpreis für uns beeinflussen. Der Einfluss niedriger Flusspegel geht ganz sicher gegen Null ... und erinnert mich an die Kaffeesatzleserei, die immer betrieben wird, um im Nachhinein!!! zu erklären, warum die Aktie X gefallen oder gestiegen ist ...
dasfred 29.09.2018
3. Also ich verstehe das auch nicht
Wenn der Preis am Rhein steigt, weil die Frachtkosten durch Niedrigwasser in Höhe gehen, warum geht der Preis dann in Hamburg nicht in den Keller, wo die Tanklager eigendlich überlaufen müssten? Das Argument mit dem Wasserstand scheint mir doch recht weit hergeholt.
Tharsonius 29.09.2018
4. Kommt davon
wenn man den Schienengüterverkehr seit vielen jahren so stiefmütterlich behandelt....man könnte die Versorgung mit Öl auch sehr gut über die Schiene abwickeln....
sandmännchen2 29.09.2018
5. Wo kommt das Heizöl her?
Nur ein Beispiel: Einer der größten Raffinerien Deutschlands liegt am Rhein südlich von Köln. Wenn der der Fluss Niedrigwasser führt, kann sie nur eingeschränkt Heizöl ausliefern. Natürlich sind dann schnell die Tanks voll. Das bedeutet aber zurückfahren der Produktion und Umsatzausfall.
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