Massives Überangebot Preis für US-Ölsorte fällt auf fast null Dollar

Die Ölpreiskrise nimmt immer extremere Formen an: Der Preis für eine US-Sorte rutscht auf 1,50 Dollar ab. Kurzzeitig gab es Gerüchte, er sei unter null gefallen - was der betroffene Abnehmer jedoch dementiert.

Ölförderung in North Dakota (Archivbild): Manche Ölsorten fast wertlos
AFP

Ölförderung in North Dakota (Archivbild): Manche Ölsorten fast wertlos


An den Rohstoffmärkten herrscht Aufregung, weil der Preis für die drei wichtigsten Referenzsorten WTI, Brent und Opec-Öl unter 30 Dollar pro Barrel (159 Liter) gefallen ist. Doch an regionalen Märkten ist der Absturz noch weit extremer: Die derzeit wohl billigste Sorte ist das North-Dakota-Sour-Öl, für das eine Raffinerie nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg vergangenen Freitag nur noch 1,50 Dollar zahlte.

Grund für den niedrigen Preis ist die schlechtere Qualität des Öls. Die Sorte North Dakota Sour ist reich an Sulfaten und dadurch für Raffinerien teurer zu verarbeiten. Hinzu kommen Engpässe in einigen Pipelines. Dennoch alarmiert der Preissturz Händler und Banker - schon allein wegen seiner Geschwindigkeit und Heftigkeit: Im Juni hatten Raffinerien für ein Barrel North Dakota Sour noch bis zu 47 Dollar gezahlt (Preisliste: hier).

Zwischenzeitlich herrschte regelrechte Aufregung an den Märkten. Denn die Raffineriegruppe Flint Hills Resources hatte eine Liste veröffentlicht, auf der die Sorte North Dakota Sour sogar nur noch minus 0,50 Dollar kostete. Die Ölproduzenten hätten demnach draufzahlen müssen, damit ihnen jemand das Öl abnimmt.

Flint Hills Resources gehört zum US-Industriegiganten Koch Brothers, die Preislisten der Firma gelten als Referenzwert für viele andere regionale Abnehmer. Mehrere US-Finanzblogs veröffentlichten deshalb Screenshots der spektakulären Preisliste:

Screenshot der negativen Preisliste
Flint Hills Resources, Zerohedge.com

Screenshot der negativen Preisliste

Kurz darauf dementierte ein Sprecher von Flint Hills Resources die Meldung, und die Firma löschte die entsprechende Preisliste von ihrer Website. Man habe versehentlich falsche Angaben gemacht, sagte der Sprecher. Korrekt sei ein Preis von 1,50 Dollar. Wie der Fehler genau zustande kam, sagte er nicht.

Die Sorte North Dakota Sour ist nicht die einzige, deren Preis in absurde Tiefen gestürzt ist. So ist beispielsweise auch der Preis für bestimmte kanadische Ölsandsorten in den vergangenen zwei Jahren von 80 auf fast 8 Dollar abgestürzt.

Das Überangebot am Ölmarkt dürfte in den kommenden Wochen weiter zunehmen. Nach dem Atomabkommen mit Iran hat die internationale Staatengemeinschaft die Sanktionen gegen den Mullah-Staat aufgehoben - das Land kann nun mit seinem Erdöl auf den Weltmarkt zurückkehren.

Da Iran wieder mehr Öl verkaufen könne, erhöhe sich der Abwärtsdruck auf die Preise, sagten Analysten am Montag. Die Ölpreise sind seit Mitte 2014 um 75 Prozent eingebrochen.

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insgesamt 291 Beiträge
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Seite 1
SPONU 19.01.2016
1. Das ist wie Negativzins...
...man fährt zur Tanke und bekommt Geld zurück :)
wiesenflitzer 19.01.2016
2. Gut so,
dann kann man sich mal wieder etwas anderes kaufen außer Sprit!!
patecore 19.01.2016
3.
Bleibt die Frage warum der Preis an der Zapfsäule "nur" um 30% gefallen ist wenn der Ölpreis doch 75% niedriger ist. Die Raffinerien und Zwischenhändler machen hier wohl grade das Geschäft ihres Lebens.
sirgentlemen 19.01.2016
4. Gut
Für Abnehmer toll, für die Weltwirtschaft gefährlich. Die Krise ist bald da.
sachse78 19.01.2016
5. Rettungspaket
Ich würde sagen, die Bundesregierung sollte ein Rettungspaket für die Ölkonzerne aufsetzen, weil sicher auch viele Deutsche (Banken) investiert haben. Wenn Deutschland für ein paar Hundert Milliarden weltweit Öl aufkauft, könnte sich der Preis wieder nach oben bewegen. Das Öl könnte man hier in den Boden sickern lassen und in eine paar Jahren mit fracking fördern. Das schafft Arbeitsplätze und wir könnten uns dann selbst als Förderland darstellen. Grüße von hier
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