Minus fünf Prozent Konjunktursorgen lassen Ölpreise einbrechen

Das globale Wirtschaftswachstum dürfte bald abflauen, gleichzeitig fördern Russland und die USA Rekordmengen an Öl. Die Preise stürzen in der Folge regelrecht ab.

Ölpumpe in China
DPA

Ölpumpe in China


Die Ölpreise sind in der Nacht zum Mittwoch außergewöhnlich stark gesunken. Der Preis für die in Europa wegweisende Sorte Brent Chart zeigen brach um bis zu 5,6 Prozent ein, auf gut 56 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Die für den US-Markt so wichtige Ölsorte WTI verbilligte sich gar um bis zu 7,3 Prozent und erreichte mit rund 46 Dollar pro Barrel den tiefsten Stand seit August 2017. Am Mittwochmorgen erholten sich die Preise nur leicht.

"Der anhaltende Ausverkauf an den weltweiten Aktienmärkten schürt offensichtlich Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung im nächsten Jahr, was auch Auswirkungen auf die Ölnachfrage hätte", erklärten die Analysten der Commerzbank die Kursverluste.

Zudem habe Russland seine Rohölproduktion auf ein Rekordniveau angehoben. Dies wecke Zweifel, ob das Ölkartell Opec und mit ihm verbündete Förderstaaten (Opec+) ihre Produktion wie verabredet senken werden. "Zumindest dürfte es einige Monate dauern, bis Russland die zugesagten Kürzungen vollständig umgesetzt hat", erwartet die Commerzbank.

Hinzu kommt, dass das Rohölangebot aus den USA in den vergangenen Monaten immer weiter gestiegen ist. So hatte die US-Energiebehörde am Abend gemeldet, dass die US-Schieferölproduktion im Dezember erstmals die Marke von acht Millionen Barrel pro Tag knacken wird.

ssu/dpa/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Steve.Joe 19.12.2018
1. Vermeidung Ölverbrauch
Die Hoffnung, dass sich das CO2 Problem durch eine endliche Ölreserve von alleine löst, sind wohl nicht realistisch. Die Industrienationen sollten den Ölverbrauch komplett reduzieren ... und dann wird Öl ein Rohstoff sein, der etwas mehr als die Förderkosten erlöst. Und die OPEC Staaten sollten sich einmal darauf einstellen, andere Einkommensquellen zu erschließen. Mein Mitleid mit den arabischen Staaten hält sich in Grenzen ... Saudi Arabien hatte bis zum des Ende des Ölzeitalters dann 80 Jahre Zeit die Einnahmen sinnvoll zu investieren.
lalito 19.12.2018
2. Rohstoff
Zitat von Steve.JoeDie Hoffnung, dass sich das CO2 Problem durch eine endliche Ölreserve von alleine löst, sind wohl nicht realistisch. Die Industrienationen sollten den Ölverbrauch komplett reduzieren ... und dann wird Öl ein Rohstoff sein, der etwas mehr als die Förderkosten erlöst. Und die OPEC Staaten sollten sich einmal darauf einstellen, andere Einkommensquellen zu erschließen. Mein Mitleid mit den arabischen Staaten hält sich in Grenzen ... Saudi Arabien hatte bis zum des Ende des Ölzeitalters dann 80 Jahre Zeit die Einnahmen sinnvoll zu investieren.
Viel zu schade zum Verfeuern! Ließe sich wesentlich sinnvoller nutzen als nur rund ein Drittel der Energie auszubeuten und den Rest der nichtgenutzten "Abwärme" freizusetzen.
nach-mir-die-springflut 19.12.2018
3. Voraussicht
Zitat von Steve.JoeDie Hoffnung, dass sich das CO2 Problem durch eine endliche Ölreserve von alleine löst, sind wohl nicht realistisch. Die Industrienationen sollten den Ölverbrauch komplett reduzieren ... und dann wird Öl ein Rohstoff sein, der etwas mehr als die Förderkosten erlöst. Und die OPEC Staaten sollten sich einmal darauf einstellen, andere Einkommensquellen zu erschließen. Mein Mitleid mit den arabischen Staaten hält sich in Grenzen ... Saudi Arabien hatte bis zum des Ende des Ölzeitalters dann 80 Jahre Zeit die Einnahmen sinnvoll zu investieren.
Eigentlich ist das nicht so kompliziert. Je nach Betrachtung, die fossilen Reserven werden wohl noch 200 Jahre reichen. Es gibt genau eine Alternative heute zur fossilen und atomaren Energie, die aus den sogenannten erneuerbaren Quellen, also Sonne + Erde + Wasser + Luft. Diese Quellen müssen sich genau so erschlossen werden wie ein Gasfeld oder eine Ölblase. Bei Gas und Öl muss man bohren, bei den Erneuerbaren muss man was installieren (bei der Geothermie muss man auch bohren). Der Unterschied ist, dass man bei der fossilen und atomaren Energie VIEL Energie zur Verfügung hat pro Einheit (sagen wir das Fass Öl oder der Kubikmeter Gas), die Erneuerbaren stellen pro Einheit nur WENIG Energie zur Verfügung; diese aber dafür umsonst ist und keiner Verknappung unterliegt. Man muss also sehr viele Anlagen produzieren und installieren, um auf eine Parität zu kommen. Dieses Produzieren und Installieren kostet neben dem Geld, was heute nicht klar ist, wie man es finanzieren soll, ZEIT. Rechnen Sie mit 100 Jahren (wenn die ökonomischen und juristischen Voraussetzungen geschaffen sind), wie lange die Umstellung dauert. Der CO2-Austoß wird aus verschiedenen Gründen steigen in der Zeit (Stichworte Erdbevölkerung, Schwellenländer, Wohlstand, Konsum). Ab ca. 80 % Ausbau kommt es zu einem CO2-Ausstoß-Stopp, bis er rapide plötzlich gegen Null abfällt. Geringe Energiepreise entlasten die Haushalte.
karl-felix 19.12.2018
4. Mag
Zitat von nach-mir-die-springflutEigentlich ist das nicht so kompliziert. Je nach Betrachtung, die fossilen Reserven werden wohl noch 200 Jahre reichen. Es gibt genau eine Alternative heute zur fossilen und atomaren Energie, die aus den sogenannten erneuerbaren Quellen, also Sonne + Erde + Wasser + Luft. Diese Quellen müssen sich genau so erschlossen werden wie ein Gasfeld oder eine Ölblase. Bei Gas und Öl muss man bohren, bei den Erneuerbaren muss man was installieren (bei der Geothermie muss man auch bohren). Der Unterschied ist, dass man bei der fossilen und atomaren Energie VIEL Energie zur Verfügung hat pro Einheit (sagen wir das Fass Öl oder der Kubikmeter Gas), die Erneuerbaren stellen pro Einheit nur WENIG Energie zur Verfügung; diese aber dafür umsonst ist und keiner Verknappung unterliegt. Man muss also sehr viele Anlagen produzieren und installieren, um auf eine Parität zu kommen. Dieses Produzieren und Installieren kostet neben dem Geld, was heute nicht klar ist, wie man es finanzieren soll, ZEIT. Rechnen Sie mit 100 Jahren (wenn die ökonomischen und juristischen Voraussetzungen geschaffen sind), wie lange die Umstellung dauert. Der CO2-Austoß wird aus verschiedenen Gründen steigen in der Zeit (Stichworte Erdbevölkerung, Schwellenländer, Wohlstand, Konsum). Ab ca. 80 % Ausbau kommt es zu einem CO2-Ausstoß-Stopp, bis er rapide plötzlich gegen Null abfällt. Geringe Energiepreise entlasten die Haushalte.
sein , dass Sie prinzipiell recht haben , aber eine Zwangsläufigkeit sehe ich da nicht . Einige Bemerkungen : 1)Die Primärenergie der Sonne müssen Sie nicht "erschliessen "oder transportieren und die Installationskosten fallen bei der Umwandlung nuklear/fossiler Primärenergie ebenso an , nur die Folgeschäden sind erheblich höher als bei EE . Der entscheidende Unterschied ist : Die Energie der Sonne ist nach menschlichen Maßstäben unendlich und sauber. und kostenlos. 2) Keine Zwangsläufigkeit, wie die grösste Volkswirtschaft Europas seit 27 Jahren beweist . Bei wachsendem Wohlstand , unglaublicher Verschwendung , zunehmender Bevölkerung(3 Mio ) nahm der Ausstoss Deutschlands an C02 eq in dieser Zeit um 350 Millionen to , um gut 1 Drittel auf ca. 900 Mio to/a ab . Geht doch , man muss es nur wollen und tun und da ist bei der momentanen Regierung Zweifel angebfracht. Es gibt also noch viel zu tun , weiter so , schneller so . Raus aus Kohle und Erdöl . Die Rohstoffe müssen für unsere Nachkommen in der Erde bleiben , zu wertvoll einfach nur verbrannt zu werden . In diesem Sinne : Glück auf
Actionscript 19.12.2018
5. Ölpreis hat Einfluss auf Börsen.
Ein Fallen des Ölpreises hat auch Konsequenzen für die Börsen. Wie im Artikel dargestellt, bedeutet ein Fallen des Ölpreises niedrigeren Verbrauch und ist damit ein Indikator für schwaches Wirtschaftswachstum. Man wird also auch weiterhin langfristig Kurseinstürze bei den Börsen erwarten dürfen. Ob Benzin viel billiger wird, bleibt dahingestellt, da der Benzinpreis bestimmt wird, wieviel Öl in Raffinerien verarbeitet wird. Die Firmen haben also immer mehrere Preishebel.
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