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Hohe Fördermenge: Preis für Brent-Erdöl sinkt auf Sechs-Jahres-Tief

Ölplattform in der Nordsee: 45,12 Dollar pro Barrel Zur Großansicht
AFP

Ölplattform in der Nordsee: 45,12 Dollar pro Barrel

Die Rohölsorte Brent aus der Nordsee ist zeitweise so günstig wie seit 2009 nicht mehr. Auf eine Senkung der Förderquote können sich die Ölstaaten dennoch nicht einigen.

Hamburg - Der Preis für die richtungweisende Rohölsorte Brent aus der Nordsee ist erneut gesunken: Er sackte um bis zu 4,6 Prozent ab, zwischenzeitlich kostete ein Barrel (159 Liter) 45,23 Dollar, umgerechnet etwa 38,20 Euro. So wenig hatten die Händler seit sechs Jahren nicht mehr für ein Brent-Barrel bekommen.

Damit ist der Rohstoff wegen des weltweiten Überangebots fast zwei Drittel billiger als noch im vergangenen Sommer. "Langfristig sind rückläufige Energiepreise zwar eine gute Nachricht für die Konjunktur", sagte Finanzmarkt-Experte Andrea Tueni von der Saxo Bank. "Aber die Geschwindigkeit, mit der der Ölpreis fällt, macht die Leute nervös."

Die Förderländer können sich dennoch nicht einigen, das Angebot zu reduzieren: Der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emiraten, Suhail bin Mohammed al-Mazroui, machte deutlich, dass die Entscheidung der Organisation ölexportierender Länder (Opec) aus dem November die richtige sei: "Die Strategie wird sich nicht verändern." Das gelte mindestens bis zum Opec-Meeting im Juni.

Bin Mohammed al-Mazroui räumte zwar ein, dass die Vereinigten Arabischen Emirate ebenfalls besorgt seien angesichts des Preisabsturzes, betonte aber auch: "Wir können unter keinen Umständen die einzigen sein, die für die Marktbalance verantwortlich sind."

Am Aktienmarkt setzte der Ölpreis-Verfall den Förderfirmen zu: BP, Shell und Tullow Oil gaben an der Londoner Börse zwischen 0,4 und 3,6 Prozent nach. Der französische Konkurrent Total verlor 0,6 Prozent und Eni in Mailand 0,7 Prozent. Die österreichische OMV notierte 3,3 Prozent schwächer. Der europäische Öl- und Gaswerteindex fiel gegen den Trend auf ein Vier-Wochen-Tief von 265,75 Punkten.

bka/AP/Reuters

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insgesamt 35 Beiträge
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1.
ir² 13.01.2015
War da nicht mal was von "peak oil", und 2015 wird das barrel Öl > 200 $ kosten? Dumm gelaufen für die "Energiewende"; die Deutsche Dämmverordnung ist bei den Energiepreisen eine Geldverbrennungsverordnung. Mal sehen wann die grünen Schlümpfe das raffen...
2.
ir² 13.01.2015
War da nicht mal was von "peak oil", und 2015 wird das barrel Öl > 200 $ kosten? Dumm gelaufen für die "Energiewende"; die Deutsche Dämmverordnung ist bei den Energiepreisen eine Geldverbrennungsverordnung. Mal sehen wann die grünen Schlümpfe das raffen...
3.
Gregor Weißenborn 13.01.2015
Na, vielleicht gehen ja ein paar Fracking-Firmen im Wettbewerb um den Ölpreis pleite. Dann hätte es sich ja voll gelohnt.
4. Welche Konkurrenz fürchtet Saudi Arabien...
IchHabDaMal'nFragezeichen 13.01.2015
...eigentlich so sehr, dass sie diesen vernichtenden Preiskampf starten?
5. Naja...
fatherted98 13.01.2015
Zitat von IchHabDaMal'nFragezeichen...eigentlich so sehr, dass sie diesen vernichtenden Preiskampf starten?
...die USA ist durch ihr Fracking weitgehend Selbstversorger geworden...und wenn ein so globaler Abnehmer wegfällt....Saudi Arabien wird gewollt oder ungewollt mit weiterer Förderung den US Markt zusammenbrechen lassen..denn so billig ist Fracking nun auch wieder nicht...der Markt wirds regeln.
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