Ölpreis US-Millionenförderung könnte Opec-Plan durchkreuzen

Die Opec versucht, durch Deckelung der Fördermenge die Ölpreise zu stabilisieren. Vergeblich, denn die USA fracken Rekordmengen - bis zu zehn Millionen Barrel am Tag.

Ölförderung in Kalifornien
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Ölförderung in Kalifornien


Der Anstieg der Ölproduktion in Förderländern außerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) bleibt nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) weiterhin der bestimmende Faktor für den Ölmarkt. "Der schnelle Anstieg der Produktion außerhalb der Opec, angeführt von den USA, wird wahrscheinlich stärker zulegen als die Nachfrage", heißt es im Monatsbericht der IEA für Februar.

Zuletzt war die amerikanische Fördermenge erstmals über die Marke von zehn Millionen Barrel pro Tag gestiegen und erreichte ein Rekordhoch von 10,25 Millionen Barrel. Die IEA-Experten gehen davon aus, dass die US-Produktion schon bald die Fördermenge von Saudi-Arabien übertreffen wird. Bis zum Ende des Jahres sei es zudem möglich, dass die USA auch Russland bei der Fördermenge übertrumpfen und zur neuen Nummer eins der Welt aufsteigen könnten.

Die Opec hat gemeinsam mit anderen wichtigen Förderländern wie Russland versucht, das Überangebot an Rohöl auf dem Weltmarkt durch eine Förderkürzung einzudämmen. Allerdings könnten die Bemühungen des Kartells durch die rekordhohe Fördermenge in den USA durchkreuzt werden, heißt es in dem Bericht.

Die IEA rechnet wegen der anziehenden Weltwirtschaft in diesem Jahr aber auch mit einer steigenden Nachfrage nach Rohöl. Die Experten gehen 2018 laut dem aktuellen Monatsbericht davon aus, dass die Nachfrage weltweit um 1,4 Millionen Barrel pro Tag steigen wird. Damit hat die IEA die vorangegangene Prognose um 100.000 Barrel pro Tag erhöht.

Den jüngsten Rückgang der Ölpreise erklärten die IEA-Experten teilweise mit Gewinnmitnahmen am Ölmarkt. In der vergangenen Woche hatten die Preise um etwa zehn Prozent nachgegeben, nachdem sich die Stimmung an den Aktienmärkten erheblich eingetrübt hatte.

Zu Wochenbeginn stabilisierten sich die Kurse zunächst. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März stieg um 32 Cent auf 59,61 Dollar.

ans/dpa-AFX/dpa



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willibaldus 13.02.2018
1.
Stimmt neuer Förderrekord in USA: https://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=WCRFPUS2&f=W Und die müssen wahrscheinlich trotzdem noch importieren um die ganzen Autos und sonstige Wirtschaft zu betreiben.
hoeffertobias 13.02.2018
2. Egal, ...
Zitat von willibaldusStimmt neuer Förderrekord in USA: https://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=WCRFPUS2&f=W Und die müssen wahrscheinlich trotzdem noch importieren um die ganzen Autos und sonstige Wirtschaft zu betreiben.
.... denn für die USA geht es nicht darum, den Import zu minimieren, sondern die Preise. Mit den eigenen Kapazitäten hat Trump die ganzen Ölstaaten in der Hand. Jede Begrenzung der Förderung führt zu einer Verknappung auf dem Weltmarkt und damit zu einem Preisanstieg. Dadurch lohnt dann augenblicklich die Produktion in den USA wieder stärker und die Verknappung wird beendet. Die OPEC-Staaten haben also keine wirkliche Marktmacht mehr, und das ist auch gut so, denn die OPEC ist ein eigentlich verbotenes Kartell, dessen Daseinsberechtigung einzig und allein die verbotene Preisabsprache ist. Wir treiben also regen Handel mit Schurkenstaaten, die - würden sie als natürliche Personen aus dem EU-Raum heraus agieren - lange hinter Schloss und Riegel sitzen würden. Insofern macht Rump es wesentlich schlauer als seine Vorgänger: Statt sich ständig in die inneren Angelegenheiten der Ölstaaten einzumischen entreißt er ihnen die Macht rein wirtschaftlich. Sehr weise!
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