Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Prognose: Internationale Energieagentur erwartet drastisch steigenden Ölpreis

Ölfeld in Russland (Archivfoto): Niedrige Investitionen könnten Preise steigen lassen Zur Großansicht
REUTERS

Ölfeld in Russland (Archivfoto): Niedrige Investitionen könnten Preise steigen lassen

Rächen sich die niedrigen Ölpreise bald? Die Internationale Energieagentur warnt mittelfristig vor einem starken Preisanstieg. Kurzfristig können sich Verbraucher jedoch weiter freuen.

So mancher Autofahrer wünscht sich derzeit wohl einen größeren Tank in seinem Auto: Verbraucher und Wirtschaft freuen sich über die niedrigen Preise für Benzin und Diesel - noch. Denn die Internationale Energieagentur (IEA) befürchtet einen drastischen Anstieg der Ölpreise in etwa fünf Jahren.

Grund sei der beispiellose Verzicht auf Investitionen in die Fördertechnik, ausgelöst durch den derzeit sehr niedrigen Preis für Rohöl, teilte die IEA mit. Die entsprechenden Ausgaben der Branche seien im Jahr 2015 um 24 Prozent gefallen und würden 2016 nun noch einmal um 16 Prozent abnehmen.

Wird heute weniger investiert, wird in Zukunft weniger Öl gefördert, so das Kalkül der Agentur. Das niedrigere Angebot würde dann zu einem höheren Preis führen.

Einen Investitionsrückgang in der Ölbranche in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gab es zuletzt 1986, sagte IEA-Chef Fatih Birol. "Für die Verbraucher ist es derzeit einfach, sich durch die niedrigen Preise einlullen zu lassen, aber sie sollten die Signale nicht überhören."

Die Prognose der Ölpreise ist allerdings schwierig. Die IEA lag bereits mehrfach ziemlich daneben. So prognostizierte die Agentur Anfang 2015 eine Normalisierung. Das Gegenteil trat ein: Die Ölpreise fielen nochmals um 50 Prozent.

In diesem Jahr soll das Öl laut IEA-Prognose billig bleiben. Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt würden sich frühestens 2017 wieder die Waage halten, sagte Birol.

Insbesondere Iran werde seine Produktion bis 2021 um eine Million Barrel auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag ausweiten. Viele Handelssanktionen gegen Teheran waren vor Kurzem gefallen, das Land will sein Erdöl künftig wieder in alle Welt exportieren.

Die Preise für Rohöl stiegen zu Beginn der Woche. Ein Barrel, das sind 159 Liter, der Nordseesorte Brent kostete 34,28 US-Dollar. Das waren 1,26 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 1,33 Dollar auf 33,08 Dollar.

sep/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: