Starker Wochenzuwachs Ölpreise steigen wieder

Anfang der Woche waren die Ölpreis auf ein Sechsjahrestief abgestürzt. Doch mit der leichten Entspannung an den asiatischen Aktienmärkten steigen auch die Preise wieder. Experten erwarten den größten Wochenanstieg seit April.

Förderanlage in Venezuela: Ölpreise seit Anfang Juli auf Talfahrt
REUTERS

Förderanlage in Venezuela: Ölpreise seit Anfang Juli auf Talfahrt


Die Entspannung an den Aktienmärkten und gute Konjunkturdaten aus den USA stützen auch den Ölpreis. Nach dem die Preise am Montag noch auf den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen waren, stiegen sie in den vergangenen Tagen kräftig. Experten erwarten den stärksten Wochengewinn seit April.

Am Freitagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 47,94 US-Dollar. Das waren 38 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 50 Cent auf 43,06 Dollar.

Neben der allgemeinen Entspannung an den Finanzmärkten habe auch die Entwicklung der US-Ölreserven die Ölpreise gestützt, sagten Händler. In der größten Volkswirtschaft der Welt waren die Lagerbestände an Rohöl zuletzt überraschend gesunken, was ein Hinweis auf eine höhere Nachfrage oder ein sinkendes Angebot sein kann.

Die Ölpreise hatten sich seit Anfang Juli mehr oder weniger stark auf Talfahrt befunden. Ursache ist ein zu hohes Angebot auf dem Weltmarkt. Vor allem die hohen Fördermengen der Opec und die Schieferölproduktion in den USA sorgen für die Ölschwemme. Vor einem Jahr hatte ein Fass noch 110 Dollar gekostet.

SPIEGEL ONLINE

brk/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rumpel84 28.08.2015
1.
Schade nur, dass der Euro genau schnell fällt und man es daher beim Tanken nur marginal wahrnimmt. In die andere Richtung zeigen kleine Huster gleich ganz andere Auswrirkungen
MashMashMusic 28.08.2015
2.
Zitat von rumpel84Schade nur, dass der Euro genau schnell fällt und man es daher beim Tanken nur marginal wahrnimmt. In die andere Richtung zeigen kleine Huster gleich ganz andere Auswrirkungen
Also, mir wäre neu, dass der Euro im Vergleich zu letztem Jahr um über die Hälfte gefallen wäre? Rund 15 Prozent sind doch noch a bisserl weniger als mehr als 50 Prozent. Ich würde eher die Mineralölkonzerne fragen, wo die Differenz geblieben ist. Und ja, ich kenne die Steuerbelastung auf den Benzinpreisen.
Celegorm 28.08.2015
3.
Zitat von MashMashMusicAlso, mir wäre neu, dass der Euro im Vergleich zu letztem Jahr um über die Hälfte gefallen wäre? Rund 15 Prozent sind doch noch a bisserl weniger als mehr als 50 Prozent. Ich würde eher die Mineralölkonzerne fragen, wo die Differenz geblieben ist. Und ja, ich kenne die Steuerbelastung auf den Benzinpreisen.
Offenbar nicht wirklich. Der Produktpreis macht knapp einen Drittel des Benzinpreises aus und bei diesem Produkt geht es um natürlich nicht um Rohöl, sondern um das fertige Benzin- oder Dieselgemisch nach sämtlichen Herstellungsschritten und etwaigen Währungsverlusten. Zu erwarten, dass sich Veränderungen im Ölpreis eins zu eins auf den Benzinpreis durchschlagen, ist darum in etwa so naiv, wie zu meinen, das Rinderfilet im Restaurant müsse um die Hälfte günstiger werden weil sich der Preis des Kraftfutters halbiert hat. Im übrigen ist es ja keineswegs so, dass die Preise nicht sinken würden, genau so wie andersrum die vermeintliche Zunahme bei Ölpreissteigerung stark überschätzt werden. Dahinter verbirgt sich primär eine Wahrnehmungsverzerrung hin zu negativen Veränderungen, gepaart mit der gängigen, diffusen Paranoia von jenen "da oben", die einem ja eh immer nur das Schlechteste wollen..
misterknowitall 28.08.2015
4.
Zitat von CelegormOffenbar nicht wirklich. Der Produktpreis macht knapp einen Drittel des Benzinpreises aus und bei diesem Produkt geht es um natürlich nicht um Rohöl, sondern um das fertige Benzin- oder Dieselgemisch nach sämtlichen Herstellungsschritten und etwaigen Währungsverlusten. Zu erwarten, dass sich Veränderungen im Ölpreis eins zu eins auf den Benzinpreis durchschlagen, ist darum in etwa so naiv, wie zu meinen, das Rinderfilet im Restaurant müsse um die Hälfte günstiger werden weil sich der Preis des Kraftfutters halbiert hat. Im übrigen ist es ja keineswegs so, dass die Preise nicht sinken würden, genau so wie andersrum die vermeintliche Zunahme bei Ölpreissteigerung stark überschätzt werden. Dahinter verbirgt sich primär eine Wahrnehmungsverzerrung hin zu negativen Veränderungen, gepaart mit der gängigen, diffusen Paranoia von jenen "da oben", die einem ja eh immer nur das Schlechteste wollen..
Wie erklären Sie dann die Milliardengewinne der Ölkonzerne, wenn mit Öl kein Geschäft zu machen ist? Oder warum wird jede Preissteigerung mit gestiegenen Rohölpreisen gerechtfertigt und gerne auch mal massiv übertrieben? "Die da oben" sind Bosse von Wirtschaftsunternehmen, die profitorientiert arbeiten. Wie naiv zu denken, dass diese Menschen nicht alles in Bewegung setzen und an unser Geld zu kommen. Das hat mit Paranoia nicht zu tun, das nennt man Kapitalismus.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.