Wien - Der Finanzberatungsgesellschaft AWD
droht in Österreich eine der größten Sammelklagen in der Geschichte des Landes. Durch systematische Fehlberatungen soll der AWD etwa 2500 Immofinanz-Anleger um insgesamt 30 Millionen Euro gebracht haben.
Das Handelsgericht in Wien entschied nun am Mittwoch, dass die vom österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) eingebrachte Sammelklage gegen den AWD Österreich zulässig ist, berichteten österreichische Medien. Jetzt will das Gericht die Vorwürfe der Anleger inhaltlich prüfen, hieß es.
Die ehemaligen Kunden werfen dem Unternehmen vor, sie falsch beraten zu haben. Die AWD-Berater hätten ihnen zum Kauf von Immofinanz- und Immoeast-Aktien geraten, die jedoch im Zuge der Finanzkrise stark an Wert verloren. Die Manager der beiden Finanzkonzerne standen unter dem Verdacht der Manipulation von Bilanzen, des Betrugs und der Untreue. Allein die Immofinanz hatte sechs Milliarden Euro Schulden bei anderen Banken. Wenn das Verfahren gewonnen wird, geht der VKI davon aus, dass die Kläger im Durchschnitt 70 bis 80 Prozent der verlorenen Summe zurückerhalten.
Auch in Deutschland gab es für AWD zuletzt schlechte Nachrichten. Der Finanzdienstleister musste im vergangenen Monat unter anderem eingestehen, dass ihm Zehntausende Kundendaten entwendet worden waren.
böl/dpa-AFX
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