Offshore-Anlagen: Stromkunden müssen weitere Aufschläge hinnehmen 

Die Kosten für Strom werden offenbar noch höher als bisher schon vermutet. Die Netzbetreiber konnten ihre Interessen bei der Bundesregierung durchsetzen. Nach SPIEGEL-Informationen müssen nun die Kunden zahlen, wenn der Betreiber eine Offshore-Anlage nicht rechtzeitig ans Netz bekommt.

Windkraftanlagen in der Ostsee: Schwarz-gelb beugte sich Netzbetreibern Zur Großansicht
dapd

Windkraftanlagen in der Ostsee: Schwarz-gelb beugte sich Netzbetreibern

Hamburg - Strom ist eine teure Angelegenheit - und sie wird immer teurer. Und jetzt kommt vermutlich noch ein weiterer Aufschlag oben drauf, mit dem bisher niemand gerechnet hatte. Er steht im Zusammenhang mit dem Ausbau der Offshore-Windenergie. Dabei geht es nach Informationen des SPIEGEL um jene Kosten, die für einen verspäteten Netzanschluss auf hoher See entstehen. Nach einem bisherigen Gesetzentwurf sollen die Netzbetreiber in jedem Fall mit bis zu 100 Millionen Euro haften. Die Bundesregierung will diesen Betrag nun für viele Projekte auf 20 Millionen Euro reduzieren. Alles, was darüber hinausgeht, müssten dann die privaten Stromkunden zahlen.

Union und FDP beugen sich damit dem Druck des Netzbetreibers Tennet. Dieser hatte gedroht, die bisher geplante Haftungsregelung bedeute den Tod der Offshore-Windenergie.

Auf die privaten Stromkunden, die von Januar an ohnehin mehr als zehn Prozent höhere Tarife zahlen müssen, kommen damit weitere erhebliche Belastungen zu. Schon bislang rechnete die Bundesregierung mit einer Summe von einer Milliarde Euro für die verzögerte Windpark-Anbindung. Intern heißt es nun, der Betrag könne sich bis 2015 mehr als verdoppeln.

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insgesamt 530 Beiträge
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1.
günter1934 18.11.2012
Zitat von sysopDie Kosten für Strom werden offenbar noch höher als bisher schon vermutet. Die Netzbetreiber konnten ihre Interessen bei der Bundesregierung durchsetzen. Nach Informationen des SPIEGEL müssen nun die Kunden zahlen, wenn der Betreiber eine Offshore-Anlage nicht rechtzeitig ans Netz bekommt. Offshore-Anlagen: Stromkunden müssen weitere Aufschläge hinnehmen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/offshore-anlagen-stromkunden-muessen-weitere-aufschlaege-hinnehmen-a-867897.html)
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: *Die Kunden müssen zahlen, wenn die offshore-Anschlüsse nicht rechtzeitig fertig sind!* Wäre doch eine Superidee, erst die Anschlüsse und dann die Windrädchen zu bauen! Eine weitere Blüte unseres EEG. Schilda lässt grüssen. Die Story mit dem Sonnenlicht in Säcken.
2. Die Kosten
kdshp 18.11.2012
Zitat von sysopDie Kosten für Strom werden offenbar noch höher als bisher schon vermutet. Die Netzbetreiber konnten ihre Interessen bei der Bundesregierung durchsetzen. Nach Informationen des SPIEGEL müssen nun die Kunden zahlen, wenn der Betreiber eine Offshore-Anlage nicht rechtzeitig ans Netz bekommt. Offshore-Anlagen: Stromkunden müssen weitere Aufschläge hinnehmen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/offshore-anlagen-stromkunden-muessen-weitere-aufschlaege-hinnehmen-a-867897.html)
IST ja was ganz neues mit de, "Die Netzbetreiber konnten ihre Interessen bei der Bundesregierung durchsetzen!) Sorry hahahaha. Diese Bundesregierung läßt ja nichts aus um den bürger weiter zu schröpfen UND hier wird es gerade wieder die kleinen leute treffen ABER ok die wählen ja nicht CDU. Hier hat die CDU/CSU/FDP doch auf der ganzen linie versagt DENN eines der ganz großen wahlversprechen WAR das man mit dem wahnsinn den SPD/Die Grünen hier verursacht haben ein ENDE zu setzen UND jetzt führt man diesen wahnsinn sogar noch schneller fort. WAS geht hier in deutschland eigentlich ab?
3.
_gimli_ 18.11.2012
Bei diesem Artikel komt mir wieder das Grausen. Völlig informationsfrei. Mal ins Detail gehen, warum Tennet nicht ausbaut: - Wurde dies irgendwann durch Tennet vertragslich zugesichert und sind die dann vertraglich sicherlich auch festgelegten Rahmenbedingungen (z.B. Klärung von Einsprüchen der Anliegern kommender Trassen) erfüllt? Dann hat Tennet ein Problem. - Wurde dies nie durch Tennet zugesichert oder sind die Rahmenbedingungen nicht geklärt? Dann hat die Bundesregierung ein Problem. Kann es sein, dass man unter bisherigen Bedingungen keine Firma findet, die Interesse an diesem Auftrag hat? Ich habe dutzende Risikoanalysen/Businesscase-Rechnungen für Ausschreiben gemacht. Hier bräuchte ich gar nicht lange rechnen, um das Ergebnis zu kennen: No-Go. Viel zu großes Risiko für den Auftragsnehmer. Und genau das hat die Bundesregierung wohl nun erkannt.
4. Völlige Unverständnis
Löschknecht 18.11.2012
Ich bin ein Befürworter von EEG und Energiewende. Ich finde es in Ordnung, wenn Strom teurer wird, aber der Atom- & Fossil-Anteil am Strom im Gegenzug sinkt. Diejenigen, die laut schreien, sollen sich die Ölpreise anschauen - was bekommt man dort für ca. 20% jährliche Preisaufschläge? Aber die politisch gewollte Fixierung auf noch nicht erprobte & schwer anbindbare Offshore - Technologie fand ich schon seit Anbeginn den falschen Denkansatz. Mit inländischen Windkraftwerken, (Mini-) Blockheizkraftwerken, Wasserkraft etc. stehen uns durchaus Technologien zur Verfügung, die dezentral vergleichbar viel Strom erzeugen können - und teilweise dadurch das Netz sogar entlasten würden. Aber da verdienen leider die falschen dran & die großen Energiekonzerne würden weiter an Macht verlieren. Ist doch schade, wenn Handwerker, Privatiers, Landwirte & klamme Gemeinden sich sich ein weiteres Stück vom Kuchen abschneiden. Also wird per Gesetz umverteilt ... alle zahlen jetzt bitte an die gewollt Begünstigten! Aber dass dies gerade von unseren angeblich marktliberalen Parteien kommt, stimmt mich sehr nachdenklich.
5. Man wird eines Gedankens nicht los...
maliperica 18.11.2012
Zitat von sysopDie Kosten für Strom werden offenbar noch höher als bisher schon vermutet. Die Netzbetreiber konnten ihre Interessen bei der Bundesregierung durchsetzen. Nach Informationen des SPIEGEL müssen nun die Kunden zahlen, wenn der Betreiber eine Offshore-Anlage nicht rechtzeitig ans Netz bekommt. Offshore-Anlagen: Stromkunden müssen weitere Aufschläge hinnehmen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/offshore-anlagen-stromkunden-muessen-weitere-aufschlaege-hinnehmen-a-867897.html)
..nämlich dass der Kunde - Steuerzahler der freie Bürger, von seinem Einkommen zwecks Unterhaltung der Systemrelevanten befreit werden sollte.
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