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Olympus: Gärtner findet Top-Manager tot im Park

Es war vermutlich Selbstmord: Ein Top-Manager von Olympus ist tot in Neu Delhi entdeckt worden. Ein Gärtner fand den Indien-Chef der Medizintechnik-Abteilung erhängt an einer Mauer.

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Fotostrecke: Die Protagonisten des Olympus-Skandals
Hamburg - Ein hochrangiger Manager von Olympus ist tot. Tsutomu Omori, der Geschäftsführer der Medizintechnik-Abteilung in Indien, wurde aufgehängt an einer Mauer entdeckt. Ein Gärtner fand den 49-Jährigen in einem Park nahe eines Apartment-Komplexes in Gurgaon, unweit von Neu-Delhi. Das berichten die japanische Nachrichtenagentur Kyodo und die "Times of India".

Die Polizei vermutet, dass Omori sich selbst umgebracht hat. Sie fand zwei Nachrichten, die der Manager hinterlassen haben soll. Eine sei für seine Familie bestimmt gewesen. In der anderen stand auf Japanisch: "Es tut mir leid, dass ich euch belästige."

Omori war zuvor unter anderem Geschäftsführer in Thailand. Nach Angaben von Olympus war er keiner jener Manager, gegen die wegen des milliardenschweren Bilanzskandals ermittelt wurde.

Das Management von Olympus hatte zugegeben, mit Hilfe aufgeblähter Übernahmedeals über Jahre Verluste verschleiert zu haben. Insgesamt ging es um rund 1,38 Milliarden Euro. Vergangene Woche hatten Ermittler den früheren Konzernchef Tsuyoshi Kikukawa sowie sechs weitere Personen festgenommen, darunter der frühere Vizepräsident Hisashi Mori und Buchprüfer Hideo Yamada. Sie stehen im Verdacht, in dem Skandal die Hauptrolle gespielt zu haben. Der langjährige Firmenpatriarch Kikukawa soll der zentrale Drahtzieher des Bilanzbetrugs sein. Olympus hat insgesamt 18 frühere und aktive Manager und Bilanzprüfer wegen des Betrugs auf Schadensersatz verklagt, darunter auch den amtierenden Chef Shuichi Takayama.

Ermittler in Japan, den USA und in Großbritannien prüfen zudem, ob es in der Affäre Verbindungen zum organisierten Verbrechen gibt. Eine unabhängige Prüfkommission hatte Spuren in Japans Unterwelt oder gar zur Yakuza nicht nachweisen können, schloss sie aber auch nicht vollständig aus. Ein Polizeibericht, aus dem die "New York Times" vergangenen Dezember zitierte, äußert explizit den Verdacht, es gebe solche Verknüpfungen. Auch Recherchen von SPIEGEL ONLINE ergaben, dass in dem gewaltigen Skandal zumindest Spuren in die Unterwelt deuten.

ssu

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. selbstlose Regulierung
Now Rob 21.02.2012
Zitat von sysopREUTERSEs war vermutlich Selbstmord: Ein Top-Manager von Olympus ist tot in Neu Dehli entdeckt worden. Ein Gärtner fand den Indien-Chef der Medizintechnikabteilung erhängt an einer Mauer. Olympus: Gärtner findet Top-Manager tot im Park - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,816582,00.html)
Selbstmord eines Alphamännchens? Das ist heute nicht grade Avantgarde. Ein interessantes Beispiel für die viel beschriebene "Selbstreinigung des Marktes".
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