Hamburg - Der Schaden ist enorm hoch: Online-Käufer von Potenzpillen sind in großem Stil Betrügern zum Opfer gefallen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat ein ganzes Netzwerk von Internethändlern gefälschter Pillen aufgedeckt, und diverse Haftbefehle gegen deutsche Webseitenbetreiber und ihre Hintermänner aus dem südosteuropäischen Raum erlassen, schreibt "Welt Online" unter Berufung auf Insiderinformationen.
Demnach verdienten die Betrüger in den vergangenen zwei Jahren mindestens 18 Millionen Euro mittels eines raffiniert angelegten Labyrinths von Webseiten mit klangvollen Namen wie "viagrasicherbestellen.de", "männerapotheke.de" oder "pillendienst.de". Sie sollen demnach mehr als 200.000 Bestellungen aus dem deutschsprachigen Raum abgewickelt haben.
Der Betrug soll dem Bericht zufolge so funktioniert haben: Dank eines von den Betrügern entwickelten Online-Bezahlsystems namens "we-pay" landete das Geld der Besteller auf diversen Nummernkonten bei Banken in Limassol auf Zypern sowie in Prag. Im Gegenzug erhielten die Kunden statt der Originalpräparate plumpe Fälschungen aus Asien, die laut chemischen Tests der Staatsanwaltschaft bestenfalls nur wenig erhärtend und schlimmstenfalls gesundheitsgefährdend wirkten.
Aufgeflogen war das Netzwerk laut dem Bericht unter anderem dank eines Hinweises des
Viagra-Herstellers Pfizer
, der selbst seit Jahren Jagd auf die Produktfälscher im Internet machte. Ebenfalls gefälscht wurden Potenzpillen des Pharmakonzerns Bayer Health Care
. Nun ließen die Staatsanwälte aus Potsdam gleich hohe sechsstellige Summen von den Konten diverser Beschuldigter einziehen, auch um den betroffenen Herstellern Schadensersatz zu sichern.
Die hohen Umsätze sollen die Betrüger vor allem dank eines raffinierten Schneeballsystems erreicht haben: Sie warben deutschsprachige Webmaster und Online-Marketingspezialisten mit Umsatzbeteiligungen von bis zu dreißig Prozent, wenn sie über eigene Homepages zahlungswillige Kunden auf eines der vier Online-Shops umlenkten.
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