US-Webmagazin Online-Verlagshaus IBT Media kauft "Newsweek"

Die US-Nachrichtenseite "Newsweek" steht vor dem Verkauf, neuer Eigentümer wird das Medienunternehmen IBT Media. In den kommenden Tagen wird der Verkauf mit dem bisherigen Besitzer abgeschlossen. Bei dem Traditionsblatt steht damit der nächste große Umbruch an.

"Newsweek" auf dem iPhone: IAC trennt sich von dem Onlinemagazin
DPA

"Newsweek" auf dem iPhone: IAC trennt sich von dem Onlinemagazin


Hamburg - Das einstmals einflussreiche US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" wird verkauft. Das Online-Verlagshaus IBT Media teilte am Samstag mit, es werde die Marke vom bisherigen Inhaber IAC übernehmen. "Wir glauben an die Marke 'Newsweek' und wollen sie wachsen lassen", erklärte IBT-Chef Etienne Uzac. Weil der Verkauf erst in den kommenden Tagen besiegelt wird, gaben die beteiligten Unternehmen keine weiteren Details bekannt.

"Newsweek" erscheint bereits seit Ende 2012 nur noch im Internet. Das Magazin war 1933 gegründet worden und entwickelte sich zu einer gewichtigen Stimme in der Medienlandschaft. In den frühen neunziger Jahren hatte es eine Auflage von rund drei Millionen. Zudem gab es weltweit zahlreiche regionale "Newsweek"-Ausgaben.

Wie andere Printpublikationen geriet die Zeitschrift jedoch mit der Verbreitung des Internets ins Trudeln. Die Erlöse sanken ständig. 2010 kaufte der kalifornische Milliardär Sidney Harman das Magazin zum symbolischen Preis von einem Dollar von der "Washington Post"-Gruppe.

Damit übernahm er auch Verbindlichkeiten von 40 Millionen Dollar (30 Millionen Euro). Harman verschmolz "Newsweek" online mit der Webseite "The Daily Beast" des Unternehmens IAC. Die letzte gedruckte Ausgabe des Magazins erschien im Dezember 2012.

cst/afp

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joachim-neudert 04.08.2013
1. Ich war 37 Jahre Abonnent
Noch während der Mittelstufe empfahl uns der Englisch-Lehrer, eine englisch-sprachige Zeitung zu abonnieren. Hab ich gemacht, die Newsweek. Der Gedanke war, die mühsam erlernte Sprache weiter im Gebrauch zu pflegen. Das war nicht verkehrt. Heute lese ich ohnehin überwiegend englischsprachige Webseiten. Der Guardian, die New York Times stellen aktuelle Angebote zur Verfügung. Ich hätte die Newsweek aus Treue weiter behalten. Als Printausgabe. Zähneknirschend, denn aus diesem renommierten früher investigativem Magazin ist in den letzten 5 bis 8 Jahren ein dünnes Pistolenblättchen des angelsächsischen Finanzkapitalismus geworden. Die Welt aus Sicht der Wallstreet, der Blickwinkel wurde immer enger. Die Lösungen immer einfacher (Spiegel, do you read me?). Als sie dann mit dem unsäglichen "Daily Beast" verschmolzen wurde und online-only wurde, bin ich diesen Weg nicht mehr mitgegangen. bp; dr Gruß Joachim Neudert
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