Trotz Schrumpfgewinn: Anleger bejubeln Amazons Dumping-Strategie

Amazon wächst rasant. Der Umsatz des Onlinehändlers stieg im ersten Quartal um mehr als ein Drittel. Weil das Unternehmen viel investiert und seine Produkte teilweise unter den Herstellungskosten verkauft, schrumpfte der Gewinn allerdings dramatisch. Der Aktienkurs legt trotzdem zu.

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Amazon-Logistikzentrum: Wachstum mit "unglaublicher Geschwindigkeit"

Seattle - Amazon setzt auf Wachstum - und bezahlt dafür einen hohen Preis. Mit günstigen Angeboten, kostenlosem Versand und neuen Produkten lockt der weltgrößte Onlinehändler die Kunden an und sichert sich damit Marktanteile. Das rasante Wachstum hat allerdings eine Kehrseite: Der Gewinn schrumpft.

Im ersten Quartal 2012 verdiente das Unternehmen gerade mal noch 130 Millionen Dollar. Das waren 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der schrumpfende Gewinn ist auch darauf zurückzuführen, dass Amazon Produkte wie den Tablet-Computer Kindle Fire unter den Herstellungskosten verkauft und massiv in eine Download-Plattform für Software und Spiele investiert.

Auch der Ausbau der Logistikzentren geht ins Geld. Vor allem in Deutschland wachse Amazon mit neuen Logistikzentren in "unglaublicher Geschwindigkeit", sagte Ralf Kleber, Geschäftsführer von Amazon Deutschland. "Und bisher hat sich unsere Wachstumsstrategie ausgezahlt."

Der Aktienkurs steigt um neun Prozent

Die Anleger schreckt der niedrige Gewinn nicht ab. Sie hatten offenbar Schlimmeres erwartet. Der Kurs der Amazon-Aktie stieg nach Börsenschluss in den USA zeitweise um neun Prozent. Amazon Chart zeigen selbst hatte vor Bekanntgabe der Zahlen sogar einen Verlust nicht ausschließen wollen.

Die Wachstumsstrategie hat offensichtlich Erfolg: Der Umsatz legte um 34 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar zu. Verkaufsschlager war der subventionierte Kindle Fire. Das Gerät kostet nur halb so viel wie Apples iPad.

In Deutschland und Europa gibt es den Kindle Fire aber bis auf weiteres nicht zu kaufen. Alles, was im Markt gut ankommt, werde Amazon aber auch nach Deutschland bringen, sagte Kleber. Bislang stehe ein Termin für den Marktstart des Kindle Fire hierzulande aber noch nicht fest.

Amazon geht auch im laufenden zweiten Quartal von einem deutlichen Umsatzzuwachs zwischen 20 und 24 Prozent aus. Der Konzern warnte gleichzeitig erneut vor einem möglichen Verlust. Das operative Minus könne schlimmstenfalls bei 260 Millionen Dollar liegen, hieß es.

stk/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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    Seite 1    
1. Unter dem Herstellungspreis
BadTicket 27.04.2012
Ist es eigentlich legal Produkte unter dem Herstellungspreis zu verkaufen? Denn kleinere Firmen können das ja nicht und werden so gnadenlos im Preiskapf vernichtet. Das Szenario könnte ja heftig sein: Eine Treibstoffirma verkauft Benzin und Diesel so lange für die Hälfte des normalen Preises bis alle anderen kaputt sind. Dann diktieren sie die Preise als Monopolist...
2. Schade
Ghost24 27.04.2012
Zitat von sysopAmazon wächst rasant. Der Umsatz des Onlinehändlers stieg im ersten Quartal um mehr als ein Drittel. Weil das Unternehmen viel investiert und seine Produkte teilweise unter den Herstellungskosten verkauft, schrumpfte der Gewinn allerdings dramatisch. Der Aktienkurs legt trotzdem zu. Trotz Schrumpfgewinn: Anleger bejubeln Amazons Dumping-Strategie - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,830151,00.html)
Ein amazon Kunde der ersten Stunde mit mehreren 10.000 Euro Umsatz. Habe einmal (einmal!) einen Artikel zurückschicken müssen, da falsch geliefert....ist im Endeffekt beinahe auf ein Gerichstverfahren hinausgelaufen weil man sich weigerte das Geld zu erstatten, obwohl alle Rechtens war. Wurde zudem auf übelste Weise beschimpft und difammiert. Bestelle jetzt bei kleinen deutschen Versandhäusern oder gehe direkt in den Handel wo möglich und bin endlich wieder König Kunde. Möchte übrigens anfügen, dass man amazon und auch deren teilweise recht unsympathische Politik nicht benötigt, da ich feststellen musste, dass man die meisten Artikel günstiger bekommt oder mit soviel mehr Service, dass ein Aufpreis gerechtfertig ist.
3. Jubel!
rbsch 27.04.2012
Zitat von sysopAmazon wächst rasant... Trotz Schrumpfgewinn: Anleger bejubeln Amazons Dumping-Strategie - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,830151,00.html)
Wenn ich nach draußen schaue, sehe ich schon die Menschenmassen, die jubelnd durch die Stadt ziehen... Wer bei Spiegel-Online kommt eigentlich auf solche Ideen, steigende Aktienkurse mit "jubelnden Anlegern" gleich zu setzen? Und dass diese Amazon "bejubeln" klingt ja fast schon so, als wollten sie die Firma zur Gottheit erheben...
4. ||||||
sample-d 27.04.2012
Zitat von Ghost24Ein amazon Kunde der ersten Stunde mit mehreren 10.000 Euro Umsatz. Habe einmal (einmal!) einen Artikel zurückschicken müssen, da falsch geliefert....ist im Endeffekt beinahe auf ein Gerichstverfahren hinausgelaufen weil man sich weigerte das Geld zu erstatten, obwohl alle Rechtens war. Wurde zudem auf übelste Weise beschimpft und difammiert. ()
sorry, ich habe jetzt auch ca. 12/13 Jahre Erfahrung mit Amazon, und diese Story nehme ich Ihnen nicht ab... Ich habe - bei bestimmt 20 eigenen Rücksendungen, und auch von Bekannten - noch nie gehört dass Amazon bei Rücksendungen Probleme macht...
5. So ist es.....
MBHarz 27.04.2012
Zitat von BadTicketIst es eigentlich legal Produkte unter dem Herstellungspreis zu verkaufen? Denn kleinere Firmen können das ja nicht und werden so gnadenlos im Preiskapf vernichtet. Das Szenario könnte ja heftig sein: Eine Treibstoffirma verkauft Benzin und Diesel so lange für die Hälfte des normalen Preises bis alle anderen kaputt sind. Dann diktieren sie die Preise als Monopolist...
... genau SO werden Firmen erst zu Monopolen- und die dumme Masse erfreut sich und glaubt fest, das es sooooo billig ist. Klar, ist das vollkommen legal! Das ist Wettbewerb, das ist Wachstum, Wachstum, Wachstum, freie Marktwirtschaft.... wir lobenen und bejubeln alle dieses System- also sollte man nicht sooooo erstaunt tun !
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