Angeschlagener Autobauer Opel-Aufsichtsrat bewilligt Sanierungsplan

Opels neuer Sanierungsplan fällt milde aus: keine Werkschließungen, keine Entlassungen. Zunächst. Doch kann der sanfte Umbau den Traditionshersteller retten?

Opel-Stammwerk in Rüsselsheim: Zukunftsplan steht
dapd

Opel-Stammwerk in Rüsselsheim: Zukunftsplan steht


Rüsselsheim - Das Sanierungskonzept für den kriselnden Autobauer Opel ist beschlossene Sache. Die Pläne sehen laut Mitteilung vom Donnerstag Investitionen in die Produktpalette von Opel/Vauxhall vor, darunter 23 neue Modelle bis zum Jahr 2016. Außerdem beschloss der Aufsichtsrat die Reduzierung der Material-, Entwicklungs- und Produktionskosten sowie eine bessere Nutzung der Sparpotentiale, die sich aus der Allianz zwischen Opel und PSA Peugeot Citroen ergeben.

Auf Entlassungen oder gar Werksschließungen verzichtet das Management. Zumindest vorerst. Die Zukunft des bedrohten Bochumer Werks wird in der aktuellen Mitteilung nicht erwähnt. Das Opel-Management hatte vor zwei Wochen klargemacht, Bochum werde nach 2016 geschlossen. Die Ankündigung löste Proteste bei Betriebsrat und Gewerkschaft aus.

Rückgang der Neuzulassungen

Das aktuelle Konzept baut auf eine recht sanfte Sanierung, die vor allem auf Investitionen in neue Produkte und Märkte setzt. Doch reicht das aus?

Hinsichtlich der Entwicklungen in den vergangenen Jahre ist dies zumindest fraglich. Seit 1999 ist es Opel nur einmal gelungen, auf Jahressicht Gewinn zu schreiben - das war 2006. Ansonsten: Verluste, Verluste, Verluste. Und immer wieder fand das Opel-Management einen Schuldigen für das schlechte Abschneiden: Vor vier Jahren war es die Finanz- und Wirtschaftskrise, heute ist es die Schuldenkrise in Europa.

Allein in den ersten fünf Monaten diesen Jahres gingen die Opel-Neuzulassungen in Deutschland um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Europaweit büßten die Rüsselsheimer und ihre britische Schwester Vauxhaull nach Daten des Automobil-Verbandes ACEA sogar rund 16 Prozent ein.

In den vergangenen Monaten wurde wieder verstärkt über die Zukunft Opels spekuliert. Verluste und sinkende Verkaufszahlen bereiten dem Autohersteller Sorgen. Bereits Ende Februar hatte die Opel-Mutter GM eine strategische Allianz mit PSA angekündigt und war mit sieben Prozent bei den Franzosen eingestiegen. Vorgesehen ist bisher eine Zusammenarbeit bei Einkauf, der Entwicklung und Logistik. Es mehren sich jedoch auch Spekulationen über einen sogenannten Produktionsverbund. Demnach könnte Opel künftig etwa in seinen Werken Autos für PSA bauen und umgekehrt.

bos/dapd/dpa/AFP



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insgesamt 4 Beiträge
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crocodil 28.06.2012
1. Materialkosten
wieder senken. LOPEZ lässt grüßen. Das verschafft OPEL wieder weitere negative Schlagzeilen bei der Qualität!!
52er 28.06.2012
2. Das Totenglöckchen für Opel
hätte der VW-Konzern sicherlich gerne läuten gehört. Hat er doch mit guten Kontakten zur Journallie (und manch finanzieller Unterstützung ??) den einen oder andern positiven Bericht zu seinen "innovativen" Modellen erreicht und gleichzeitig mit dem Verbreiten von miesen Gerüchten zum Zustand der Opel-Werke für die entsprechende Käuferstimmung gesorgt. Oder hat´s jemand tatsächlich geglaubt wenn Golf und Co. bei jedem Vergleich, egal mit welcher Automarke letztendlich Sieger blieb (zur Not lag´s diesmal am tollen Design .-). Einfach mal selber fahren und mit dem VW immer in Reichweite einer Autowerkstatt bleiben. Am besten wählt man dazu eine Opelwerkstatt, die verstehen ihr Handwerk.
Pandora0611 29.06.2012
3. Opel und PSA
Zitat von sysopdapdOpels neuer Sanierungsplan fällt milde aus: keine Werkschließungen, keine Entlassungen. Zunächst. Doch kann der sanfte Umbau den Traditionshersteller retten? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,841551,00.html
Mit anderen Worten, die Kundschaft ist weggestorben. Und die "jungen und betuchten Käufer" kaufen lieber VW, Audi, BMW oder Daimler; aber nicht Opel! Oder will Opel jetzt !Rollatoren" bauen? Das werden die Franzosen und hier besonders Hollande nie zulassen! Eher macht Rüsselsheim dicht als ein Werk in "La Grande Nation".
Direwolf 29.06.2012
4. Witzig
Zitat von 52erhätte der VW-Konzern sicherlich gerne läuten gehört. Hat er doch mit guten Kontakten zur Journallie (und manch finanzieller Unterstützung ??) den einen oder andern positiven Bericht zu seinen "innovativen" Modellen erreicht und gleichzeitig mit dem Verbreiten von miesen Gerüchten zum Zustand der Opel-Werke für die entsprechende Käuferstimmung gesorgt. Oder hat´s jemand tatsächlich geglaubt wenn Golf und Co. bei jedem Vergleich, egal mit welcher Automarke letztendlich Sieger blieb (zur Not lag´s diesmal am tollen Design .-). Einfach mal selber fahren und mit dem VW immer in Reichweite einer Autowerkstatt bleiben. Am besten wählt man dazu eine Opelwerkstatt, die verstehen ihr Handwerk.
Also in meiner Familie gab es fast 50 JAhre lang nur Opel Fahrzeuge, heute gibt es nur noch den 20 JAhre alten Astra meiner Tante. Der Rest ist umgestiegen - zumeist auf VW MArken - und das lag ganz gewiss nicht am Marketing von VW, sondern an praktischen Erfahrungen auf der Straße. Zu den kompetenten Opelwerkstätten könnte ich hier auch noch ein paar schöne Anekdoten erzählen. Bei mir hat die MArke verschissen - nie wieder ein Auto mit Blitz
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