Streit über Sanierung Opel-Chef fordert Lohnverzicht der Mitarbeiter

Im Streit über die Sanierung hat Opel-Chef Michael Lohscheller die Arbeitnehmer zum Verzicht auf Zulagen aufgefordert. "Wir wollen an allen deutschen Standorten investieren und werden das auch tun - wenn wir wettbewerbsfähig sind", sagte er.

Opel-Chef Michael Lohscheller
REUTERS

Opel-Chef Michael Lohscheller


Bei Opel ringen das Management und die Arbeitnehmer um Zugeständnisse im Rahmen der Sanierung. Opel-Chef Michael Lohscheller pocht auf Zugeständnisse der Mitarbeiter. Sonst gebe es keine Chance, die deutschen Werke wettbewerbsfähig zu machen, sagte er den VRM-Zeitungen. "Ganz konkret geht es mir um die Anrechnung der übertariflichen Zulagen. Ich tue mich schwer damit, dass ein Unternehmen in solch einer wirtschaftlichen Schieflage in vielen Bereichen noch übertariflich zahlt", sagte Lohscheller. Dabei gehe es um hohe Summen.

"Wir wollen an allen deutschen Standorten investieren und werden das auch tun - wenn wir wettbewerbsfähig sind", sagte Lohscheller. Den Vorschlag des Opel-Managements, die anstehende Tariferhöhung von 4,3 Prozent für die Phase der Sanierung zu stunden, hatten Betriebsrat und IG Metall mehrfach abgelehnt. Sie wird nun wirksam.

Die IG Metall wirft Opel vor, die Beschäftigten mit der Drohung von Arbeitplatzabbau unter Druck zu setzen, um in den laufenden Verhandlungen über die Auslastung der Werke Zugeständnisse zu erreichen. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sagte am Donnerstag, die bisherigen Vorschläge der französischen Konzernmutter PSA sähen etwa für das Montagewerk in Eisenach lediglich den Bau eines Fahrzeugmodells vor. Dies wäre mit einer Halbierung der Belegschaft auf 700 bis 1000 Beschäftigte verbunden.

Opel versucht derzeit, unter dem Druck von PSA seine Kosten massiv zu senken. Auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann mischte sich in die Diskussion ein. Das PSA-Management müsse "endlich deutlich machen, wie es mit neuen Produkten der Marke Opel Marktanteile erobern will", sagte Hofmann der "Augsburger Allgemeinen". "Doch auf all unsere Fragen bekommen wir aus Paris keine Antworten." Seitens PSA gebe es "Drohgebärden", jedoch keine überzeugenden Strategien.

Der Gewerkschaftschef forderte vor allem Klarheit über die deutschen Opel-Standorte. "Was wir brauchen, sind jetzt belastbare Planungen für die Auslastung der Werke", sagte Hofmann.

mmq/Reuters

insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
purple 20.04.2018
1. Französisch nationalistische Industriepolitik
Man sage mir ein Beispiel, in dem eine deutsche Firma, die von Franzosen übernommen wurde noch existiert und aufgebaut wird. Gibt es nicht. Ich habe keinerlei Vertrauen in unsere französischen "Freunde". Wenn die die Chance haben, in Deutschland was platt zu machen, dann tun sie es auch. Auch mit Bruch von Verträgen - wie man jetzt bei Opel sieht.
thalatox 20.04.2018
2.
Wieviel von seinen zehntausenden von Euros monatlich gibt Herr Lohscheller denn selbst ab?
Kalle Bond 20.04.2018
3. So sieht die neue französische Wirtschaftspolitik aus
Wir haben die Idee, ihr gebt das Geld :)
ptb29 20.04.2018
4. Die Opelmitarbeiter haben sich schon mehrfach im Lohnverzicht geübt
Alles mit der Begründung, Arbeitsplätze zu retten. Ein prima Erpressungsmittel. Da die Arbeitsplätze von unseren französischen Freunden sowieso platt gemacht werden, würde sich ein jetziger Verzicht auch auf das ALG auswirken. Das Management wird außertariflich bezahlt, das kriegt eine Millionenabfindung, schafft es der Opelchef nicht, den Lohnverzicht durchzusetzen, wird er gehen müssen.
ph.latundan 20.04.2018
5. verluste ?
wieviel verluste hat opel bis dato unter PSA gemacht ? die gewerkschfter haben sich wohl so sehr daran gewoeht das irgendjemand ihre verluste ausgleicht, dass es ihnen egal ist wer bezahlt. die gewerkschaft wird mit ihren absurden forderungen nicht durchkommen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.