Verlust halbiert Opel-Sanierung geht schneller voran als geplant

"Jetzt wird geliefert": Der harte Sanierungskurs der US-Konzernmutter General Motors scheint sich für Opel auszuzahlen. Der Autobauer konnte seinen Verlust im vergangenen Jahr halbieren. Spätestens 2016 will das Unternehmen wieder in die Gewinnzone kommen.

GM-Chefin Mary Barra: Harte Entscheidungen getroffen
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GM-Chefin Mary Barra: Harte Entscheidungen getroffen


Detroit/Rüsselsheim - Die harten Einsparungen beim Autobauer Opel zeigen offenbar Wirkung. Der operative Verlust von Opel und der britischen Schwester Vauxhall hat sich im vergangenen Jahr auf noch 844 Millionen Dollar (623 Mio Euro) halbiert, teilte die US-Konzernmutter General Motors mit. Der positive Trend hielt auch im Schlussquartal an, als noch einmal 345 Millionen Dollar (255 Mio Euro) operativer Verlust aufliefen.

"Mit diesem Ergebnis, das wir auch dank hoher Kostendisziplin und verbesserter Effizienz unserer internen Abläufe erreichen konnten, haben wir unsere eigenen Planungen übertroffen", lobte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann seine Mitarbeiter in einem Rundbrief. Das aktuelle Jahr werde aber noch anspruchsvoller. "Auf dem Weg zurück zur Profitabilität müssen wir weiterhin Quartal für Quartal liefern." Der Opel-Umsatz stieg im Schlussquartal das zweite Mal in Folge vor allem durch Verkäufe der margenstärkeren Modelle Insignia und Mokka, wie ein Unternehmenssprecher sagte.

GM gibt sich ebenfalls kämpferisch. Der Konzern habe im vergangenen Jahr harte Entscheidungen treffen müssen, sagte Chefin Mary Barra, die das Detroiter Unternehmen als erste Frau an der Spitze seit Mitte Januar lenkt. "Jetzt wird geliefert", fügte sie hinzu. Weltweit konnte GM seinen Jahresumsatz um 2 Prozent auf 155,4 Milliarden Dollar steigern. In Asien und Südamerika lief es für den Konzern hingegen weniger gut. Der Gewinn sank auch durch Umbaukosten von unterm Strich 4,9 Milliarden auf 3,8 Milliarden Dollar.

Für Opel stehen in diesem Jahr weitere Einschnitte an. So wird die mit der IG Metall verabredete Schließung des Bochumer Werks durchgeführt, was zu finanziellen Sonderbelastungen führen dürfte. Aktuell weist GM nur noch 35.000 Mitarbeiter für Opel/Vauxhall aus. Das sind 4000 weniger als zwei Jahre zuvor. Die Rückkehr in die Gewinnzone ist bei der Marke mit dem Blitz spätestens für 2016 geplant. GM-Finanzchef Chuck Stevens sieht in der Schließung die "nächste große Chance" für das Europageschäft.

vks/dpa/Reuters



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schlauer 06.02.2014
1. Dat war knapp!
Meine Güte, es scheint gutzugehen: wir müssen nicht zur Beerdigung nach Rüsselsheim! Es hätte nicht viel gefehlt, und in zehn Jahren hätte jeder gewusst, was ein Popel ist und wer sie in einem Volkswagen an der Ampel frisst - aber Opel , diese ruhmreiche urdeutsche Gründung wäre aus dem Sprachschatz verschwunden. Die haben nicht nur Autos gebaut, sondern Skulpturen: den Rallye Kadett, den Manta, den Diplomat, den GT, diese Idee des Auto-Gotts. Nun wird Opel gerettet. Ich verbeuge mich, ihr Rüsselsheimer. Und wenn Schlauer sich verbeugt, macht er das nicht ohne wichtigen Grund.
Observer 06.02.2014
2. Statt ewig zu lamentieren
hätte man vielleicht gleich anpacken sollen. Aber das war wohl nicht amerikanisch genug. Schwachleister.
erwin0815 07.02.2014
3.
Opel scheint doch nur Mittel zum Zweck zu sein, um Verluste abschreiben zu können. Den Managern tut es nicht weh, aber den Deppen, welche sich täglich auf die Arbeit schleppen müssen. Wohne in Kaiserslautern und kenne einige (Ex-) Opelaner, das ist ein Hammer, wie mit diesen Menschen umgegangen wird. GM hat ja auch erfolgreich die Autonomie Opels verhindert, warum wohl?
nick999 07.02.2014
4.
GM kann die Opel Bilanz nach Gutdünken ins Plus oder Minus schieben Da fließen Gelder für Patentlizenzen, Komponenten... Mit den dort vereinbarten Preisen kann man Umsatz und Gewinn gestalten wie man will. Nach Autobild hat Opel in 2013 2,9% weniger Autos in Deutschland verkauft. Der Insigna lief zwar gut, aber der Astra kam unter die Räder. Damit waren sie zwar besser als der Durchschnitt (-4,2%), so bezeichne ich aber keine Kehrtwende. Kurzfristig lassen sich immer Kosten sparen. Wird z.B. die Entwicklung entlassen, gibt es Einmalkosten durch Abfindungen. Danach sprudeln die Gewinne. Erst Jahre später fehlen Anschlußmodelle. Mal sehen, wie es weiter geht mit dem bald polnischen Autohersteller mit deutscher Entwicklung und amerikanischer Konzernmutter.
erich21 07.02.2014
5. Nicht mal die Uhr geht richtig
Habe mich vor zwei Jahren zu einem in D gebauten Fahrzeug der Firma ueberreden lassen. Nicht mal die Uhr im Amaturenbrett geht richtig! Als der Verbrauch ins Astronomische stieg, sagte die Werkstatt meines Misstrauens: Da haben sie das falsche LPG getankt. Das falsche LPG, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die bringen einen Motor auf den Markt, der die marktueblichen Kraftstoffe nicht vertraegt. Und als ein zu eng gebautes Kabel abreisst, soll es sich um einen Marderbiss handeln, wofuer das arme Vieh allerdings das Gebiss haette rausnehmen muessen oder den Kabelbau aus der engstelle ziehen. Nein kommen sie mir nicht mit Popel
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