Stillgelegtes Opel-Werk Bochum Die meisten Entlassenen haben noch keinen neuen Job

Gut neun Monate nach der Schließung des Bochumer Opel-Werks suchen die meisten der betroffenen Arbeiter immer noch nach einem neuen Job. Die Transfergesellschaft hat bislang bemerkenswert wenig Erfolg.

Geschlossenes Opel-Werk in Bochum: Transfergesellschaft kein Sprungbrett
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Geschlossenes Opel-Werk in Bochum: Transfergesellschaft kein Sprungbrett


Die Bilanz fällt ernüchternd aus: Ein Dreivierteljahr nach der Schließung des Werkes mit zuletzt 3300 Mitarbeitern sind nach Angaben der örtlichen IG-Metall-Vertretung lediglich 250 Menschen über die von Opel mitfinanzierte Transfergesellschaft in neue Stellen vermittelt worden. Und davon arbeiteten mehr als 100 Mitarbeiter in befristeten Anstellungen, bei denen die dauerhafte Übernahme noch nicht feststehe, sagte die Bochum-Herner IG Metall-Chefin Eva Kerkemeier. Rund 15 Mitarbeiter absolvierten Praktika.

Dauerhafte Stellen hätten Ex-Opelaner teils bei der Bahn, bei den städtischen Verkehrsbetrieben oder bei der Feuerwehr gefunden. Andere seien zu mittelständischen Unternehmen der Region gewechselt. Einige wenige hätten sich mit autonahen Dienstleistungen selbstständig gemacht. "Insgesamt ist das nur ein erster Schritt", sagte Kerkemeier.

Die Transfergesellschaft habe bereits fast 1000 Weiterbildungskurse angeboten, sagte Kerkemeier. So hätten 174 Opelaner Kurse mit Prüfung als Gabelstaplerfahrer absolviert. 82 Beschäftigte hätten einen Busführerschein erworben. Weiterbildungen gebe es für die Bedienung von CNC-Maschinen oder als Prüfer in der Qualitätssicherung.

Eine Erklärung für den schleppenden Verlauf der Vermittlungen liegt in den langen Übergangszeiten. Fast alle Mitarbeiter des Opelwerks haben bis zum Ablauf ihrer Kündigungsfrist - vielfach Ende Juli - das volle Opel-Gehalt bekommen. Nicht wenige hätten deshalb bisher gezögert, schnell einen neuen, oft schlechter bezahlten Job anzutreten, heißt es. Die Mitarbeiter bekommen nun 80 Prozent des letzten Nettogehaltes, im zweiten Jahr in der Transfergesellschaft sinkt das Gehalt weiter.

200 Mitarbeiter wechselten zu anderen Opel-Standorten

Von den 3300 Opelanern in Bochum hatten nach Angaben eines Sprechers etwa 200 das Angebot angenommen, nach der Schließung des Werkes an andere Opel-Standorte zu wechseln. Rund 300 übernahm das zentrale Opel-Ersatzteillager in Bochum, das personell aufgestockt wurde. Mehrere Beschäftigte fanden frühzeitig andere neue Jobs, teils auch bei anderen Autoherstellern. Gut 2600 Menschen werden in der vom TÜV Nord betriebenen Jobbörse beraten und weitergebildet.

Davon nehmen etwa 750 ältere Beschäftigte ab 55 Jahren ein Vorruhestandsprogramm in Anspruch. Für die übrigen will die Transfergesellschaft dauerhaft neue Stellen finden.

Opel hatte bei der Werksschließung einen Sozialtarifvertrag mit der Gewerkschaft abgeschlossen, der nach IG-Metall-Angaben ein Gesamtvolumen von gut 550 Millionen Euro hat. Das Geld fließt unter anderem in die zweijährige Jobbörse und in Abfindungen zum Ausgleich von Gehaltseinbußen in neuen Stellen.

mik/dpa-AFX



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