Sparkurs: Opel kappt ein Drittel der Stellen in der Verwaltung

Der Sparkurs bei Opel trifft nun offenbar auch das Personal in der Verwaltung. Laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" will das Unternehmen 1000 Arbeitsplätze in der Administration abbauen. Das wäre jede dritte Stelle.

Hamburg - Der angeschlagene Autohersteller Opel will offenbar rund 1000 Arbeitsplätze in der Verwaltung streichen. Der Stellenabbau im Rüsselsheimer Stammwerk sei Teil einer angestrebten Einigung mit dem Betriebsrat über eine Senkung der Kosten, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf zwei Aufsichtsratsmitglieder.

Opel wollte den Bericht auf Anfrage nicht bestätigen, bekräftigte aber die Absicht, die Personalkosten zu senken. Dazu würden derzeit "intensive Gespräche" mit der Arbeitnehmervertretung und der IG Metall geführt. "Wir haben wiederholt mitgeteilt, dass unsere Organisationsstruktur schlanker und beweglicher werden muss."

Insgesamt arbeiten in der Verwaltung in Rüsselsheim 3300 Beschäftigte. Laut den Plänen, über die die Zeitung berichtete, würde damit fast ein Drittel der Stellen in diesem Bereich wegfallen. Dem Bericht zufolge soll der Abbau über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Am Freitag findet in Rüsselsheim eine turnusmäßige Betriebsversammlung statt.

Dann dürfte die Belegschaft kritische Fragen an die Geschäftsleitung zu den Plänen haben. Die IG Metall hat Opel die in der Branche ausgehandelte Lohnerhöhung bis Ende Oktober gestundet, um dem von Schließung bedrohten Bochumer Werk eine Perspektive über 2016 hinaus zu geben.

Laut "FAZ" verhandelt Opel auch über einen Verzicht der Belegschaft auf die Tariferhöhung. Opel leidet stärker als andere Massenhersteller unter der Absatzkrise in Südeuropa und schickt in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach Tausende Beschäftigte tageweise in Kurzarbeit, um die Produktion zu drosseln.

cte/Reuters

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