Rückschlag für Rüsselsheim: GM behindert Bündnis von Opel und Peugeot

Von Dietmar Hawranek

Es ist ein schwerer Rückschlag für Opel: Die geplante Zusammenarbeit mit Peugeot beim nächsten Mittelklassemodell ist nach SPIEGEL-Informationen gescheitert - denn die amerikanische Konzernmutter General Motors stellt sich quer. Damit ist auch die Auslastung des Werks Rüsselsheim gefährdet.

Opel-Werk in Rüsselsheim: Zukunft des Standorts zunehmend gefährdet Zur Großansicht
dapd

Opel-Werk in Rüsselsheim: Zukunft des Standorts zunehmend gefährdet

Hamburg - Es ist eine neue Hiobsbotschaft für die Opel-Belegschaft in Rüsselsheim: Die Konzernmutter General Motors (GM) hat nach SPIEGEL-Informationen entschieden, dass die Plattform des nächsten Mittelklassemodells nicht an den französischen Partner PSA Peugeot Citroën weitergegeben wird. Bislang war geplant, dass Opel die Basis für den Insignia entwickelt und darauf dann auch ein Peugeot- und ein Citroën-Modell gebaut wird. Die drei Typen sollten in Rüsselsheim gefertigt werden und das Werk auslasten.

Im GM-Konzern legten jedoch Manager der Töchter GM China und Buick ein Veto ein. Sie fürchten, dass die französischen Fahrzeuge den eigenen Modellen starke Konkurrenz machen. Jetzt soll Opel das Modell nur für die eigene Marke und für Buick entwickeln. Die Auslastung des Werks Rüsselsheim kann nach Einschätzung von Opel-Managern damit nicht gesichert werden. Zudem stelle sich die Frage, welcher Sinn die Kooperation mit Peugeot Chart zeigen dann noch mache.

Für Opel ist das ein schwerer Rückschlag. Die kriselnde GM-Tochter leidet besonders unter der Absatzkrise in Europa und kann die Produktion kaum noch auslasten, die Kosten drohen das Unternehmen zu erdrücken. Im zweiten Quartal 2012 hatte GM in seinem Europa-Geschäft um Opel einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar. Weitere Verluste, Stellenabbau und Werksschließungen werden erwartet. Seit Wochenbeginn lässt das Unternehmen zudem in drei seiner vier deutschen Werke an insgesamt 20 Tagen in diesem Jahr kurzarbeiten.

Doch auch im August brach der Opel-Absatz weiter ein. Auf dem wichtigen Heimatmarkt gingen die Verkäufe um 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück, teilte das Kraftfahrtbundesamt am Dienstag in Flensburg mit. Mit weniger als 16.000 verkauften Autos erreichte die Traditionsmarke in Deutschland einen Marktanteil von 6,9 Prozent. In den ersten acht Monaten 2012 sank der Opel-Absatz um 11,5 Prozent auf knapp 151.000 Fahrzeuge.

Mit Material von dpa-AFX

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insgesamt 125 Beiträge
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1. Alles klar,
raskolnikov.. 04.09.2012
Saab ist kaputt, auf zu neuen Ufern;....Opel muß auch weg, damit der eigene, prähistorische Schrott noch Abnehmer findet.
2. Opel gibt immer noch?
prince62 04.09.2012
Was denn, wie denn, Opel gibt es immer noch? Höchste Zeit für die Einschläferungsspritze, sonst hört das Elend und Siechtum ja nie auf!
3.
obi wan 04.09.2012
Zitat von sysopEs ist ein schwerer Rückschlag für Opel: Die geplante Zusammenarbeit mit Peugeot beim nächsten Mittelklassemodell ist nach SPIEGEL-Informationen gescheitert - denn die amerikanische Konzernmutter General Motors stellt sich quer. Damit ist auch die Zukunft des Werks Rüsselsheim gefährdet. Opel: Kooperation mit Peugeot behindert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,853933,00.html)
Mir scheint das eher so, als hätte GM diesmal aber einen Gefallen getan. In Detroit hat man womöglich eingesehen "Two wrongs don't make a Right" Opel und Peugeot zusammen, da hätte doch nur einer den anderen noch weiter runtergezogen.
4. Bye bye GM
MWT. 04.09.2012
Wenn GM nach Saab nun auch noch Opel/Vauxhall vor die Wand fahren will, nur zu. Die Konkurrenz reibt sich sicher schon die Haende...
5.
nickmason 04.09.2012
Was will GM eigentlich? Verkaufen wollen sie nicht, selber sanieren und die Marke durch Expansion in neue Märkte stärken wollen sie nicht, und eine Kooperation mit einem anderen Hersteller wollen sie auch nicht. So kann man eine Marke natürlich ordentlich vor die Wand fahren, der Sinn dahinter ist mir allerdings völlig schleierhaft.
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