Vertriebsnetz in Europa Opel kündigt sämtliche Händlerverträge

Die europäischen Opelhändler müssen ihre Konditionen mit Opel neu verhandeln. Der Autohersteller kündigt alle Verträge. In Deutschland sind 385 Betriebe betroffen.

Opel-Händler (Archiv)
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Opel-Händler (Archiv)


Der Autohersteller Opel hat allen europäischen Händlern die Verträge gekündigt. Dadurch wolle die in der Sanierung befindliche PSA-Tochter neue Vereinbarungen erreichen, mit denen Leistung und Profitabilität des Vertriebsnetzes gesteigert werden könnten, sagte ein Unternehmenssprecher. In Europa werden demnach rund 1600 Verträge gekündigt, auf Deutschland entfallen davon 385.

Nur zwölf dieser Betriebe solle kein neues Angebot gemacht werden, kündigte Deutschlandchef Jürgen Keller in einem Interview mit dem Fachblatt "Autohaus" an. Von einer Ausdünnung des Vertriebsnetzes könne deshalb keine Rede sein. Die neuen Verträge sollen jetzt verhandelt werden und Keller zufolge Anfang 2020 in Kraft treten.

Der kriselnde Autohersteller will seine Sanierung nach der Übernahme durch den Peugeot-Konzern eigenen Aussagen zufolge ohne Entlassungen und Werkschließungen bewältigen. Für die rund 18.000 Beschäftigten in Deutschland sind bis Jahresende betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Größere Investitionen hat PSA aber bisher nur für Opel-Werke außerhalb Deutschlands freigegeben.

brt/dpa

insgesamt 17 Beiträge
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Planquadrat 17.04.2018
1. Ich bin mir ziemlich sicher,
sobald die vertraglich festgelegte Frist abgelaufen ist werden auch Pläne für die Schließung einiger Werke in Deutschland in der Öffentlichkeit auftauchen, die jetzt wahrscheinlich schon vorhanden sind. Dann geht es wie üblich weiter. Mitarbeiter kämpfen für ihre Arbeitsplätze und am Ende werden Tausende auf der Straße stehen.
l/d 17.04.2018
2. Na ja,
das hat Fiat auch so gemacht - und Peugeot auch. Fiat hat zum Beispiel in München einen Händler mit großer Filiale in guter Lage, der bald 100 Jahre die Fahne hoch gehalten hat, als die Fiat-Karossen schon auf dem Hof zu Rosthaufen verfielenj, mit neuen Forderungen so knebeln wollen, dass der dann hinwarf. Das scheint betreffend die Charakterbildung heute Branchenstandard zu sein. Was früher die Brauereiverträge waren, die den Wirt knebelten, sind heute die Vertragshändlerverträge der KFZ-Branche - so scheint's.
53er 17.04.2018
3. Eines gleich vorweg,
seit ich 44 Jahren fahre ich fast nur PKW´s der Marke Opel. Aktuell ist der Kauf eines Insignia als Ersatz für das Vorgängermodell in Planung. Wenn aus dem Opel ein Peugeot wird mit Knebelvertrag für meine Vertragswerkstatt, dann war´s das mit der Freundschaft. Peugeot? Nie im Leben!!
unglaublich_ungläubig 17.04.2018
4. Eigentor oder Berechnung?
Ich könnte mir vorstellen, dass so mancher Opel-Vertragshändler in der Zwischenzeit interessante Angebote von Hyundai und SsangYong bekommt. Im Sich-selbst-in-den-Fuß-schießen war Opel schon immer gut. In unserer Gegend sind schon einige ehemalige Opel-Händler abgewandert. Zur Abwechslung verkaufen sie jetzt Autos, die die Leute tatsächlich wollen, zu Preisen, die sie tatsächlich bezahlen können. Es könnte aber auch der Auftakt zu einem Ende der Marke Opel mitsamt einem Gutteil der Produktion sein, eben allem, was PSA nicht gebrauchen kann.
marsman 17.04.2018
5. Abgewickelt
Alle Zeichen deuten schon jetzt darauf hin, dass Opel als eigenständiger Hersteller abgewickelt wird. Also in Zukunft Peugeot mit Opel-Zeichen draufgepappt = Popel. Ich hoffe, dass diese Pläne jetzt schnell ans Licht kommen - jeder muss dann für sich entscheiden, ob er eine Marke kauft, die Arbeitsplätze aus Deutschland nach Frankreich oder sonst wohin exportiert. Opel ist in seiner jetzigen Form jedenfalls tot.
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