Rüsselsheim - In der vergangenen Woche hatte Opel bereits Verhandlungen über Kurzarbeit bestätigt, jetzt steht offenbar die Einigung bevor. Laut Informationen des Hessischen Rundfunks führt die angeschlagene Automarke die Kurzarbeit am 6. September im Rüsselsheimer Stammwerk ein. Demnach werde dort bis zum Jahresende die Arbeit an 20 Tagen ruhen. Der Betriebsrat müsse die Pläne am Donnerstag noch bestätigen. Die Zustimmung gelte aber als sicher.
Allein im kommenden Monat fallen offenbar für mehr als 6000 Mitarbeiter zehn Arbeitstage weg, die weiteren Tage sollen sich angeblich auf Oktober und November verteilen. Opel wollte die Einigung auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren.
Am Freitag hatte Opel bestätigt, dass das Unternehmen mit Betriebsrat und der IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen in Rüsselsheim und Kaiserslautern verhandelt. Auch über eine 28-Stunden-Woche war laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" debattiert worden, offenbar bevorzugt der Betriebsrat aber Kurzarbeit. In Rüsselsheim arbeiten insgesamt 13.800 Menschen, davon 3500 in der Produktion. "Die Lage von Opel ist sehr ernst", schrieb der Betriebsrat auf einem Flugblatt. Der Arbeitgeber setze darauf, kurzfristig die Kosten zu reduzieren.
Kurzarbeitergeld wird unter bestimmten Bedingungen über die Arbeitsagentur ausgezahlt und beträgt 60 Prozent vom Nettogehalt für Ledige beziehungsweise 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern. Darauf soll Opel noch einen Zuschlag zahlen, um zu hohe Belastungen für die Beschäftigten zu vermeiden. Der Betriebsrat verlangt zudem eine Beteiligung der Führungskräfte und der Opel-Händler an den Sparbemühungen. In der jüngsten Wirtschaftskrise verhinderten viele Unternehmen mit Kurzarbeit erfolgreich Entlassungen.
Opel leidet besonders unter der Absatzkrise in Europa und kann die Produktion kaum noch auslasten. Die GM-Europa-Tochter fuhr im ersten Halbjahr einen Verlust von 500 Millionen Euro ein. Der Absatz fiel um 15 Prozent.
max/dpa
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