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14. Februar 2013, 17:33 Uhr

Trotz Sparkurs

Opel macht Milliardenverlust

Das Europageschäft beschert General Motors weiter hohe Verluste. Im vergangenen Jahr betrug das Minus von Opel und Vauxhall 1,8 Milliarden Dollar. Der Betriebsrat wehrt sich gegen weitere Kürzungen.

Detroit/Hamburg - General Motors (GM) findet keinen Weg aus der Krise seiner Europa-Tochter Opel. Der US-Konzern verzeichnete im Europa-Geschäft mit den beiden Marken Opel und Vauxhall einen Betriebsverlust von 1,8 Milliarden Dollar, fast drei Mal so hoch wie im Jahr davor. Die schlechten Zahlen aus Europa drückten den Nettogewinn des US-Konzerns um 36 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar.

Das GM-Management um Vorstandschef Dan Akerson hält an dem Ziel fest, bis zur Mitte des Jahrzehnts in Europa schwarze Zahlen schreiben zu wollen. Im laufenden Jahr soll der Betriebsverlust zumindest etwas eingedämmt werden. Damit steigt der Druck auf Opel, sich mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft auf weitere Einschnitte zu verständigen. Am Freitag und Samstag sollen dazu in Düsseldorf die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Der Betriebsrat betonte allerdings, dass er nicht mit einer Einigung rechnet. Es seien gewichtige Fragen noch ungeklärt, sagte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Die Arbeitnehmervertreter fordern den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über 2016 hinaus. "Die Schlüsselfrage ist, inwieweit die deutschen Standorte an dem künftigen Wachstum von Opel partizipieren", sagte Schäfer-Klug.

Opel will in den nächsten Jahren insgesamt 23 neue Modelle auf den Markt bringen. In Bochum soll die Fahrzeugproduktion jedoch Ende 2016 dichtgemacht werden. Davon sind über 3000 Beschäftigte betroffen. Erst wenn die Arbeitnehmer diese Kröte schlucken, sollen auch die Jobs in allen anderen Standorten bis Ende 2016 sicher sein.

cte/Reuters

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