Job-Einschnitte im Werk Eisenach Merkel sagt Opel-Mitarbeitern Unterstützung zu

Der Opel-Eigentümer Peugeot will am Standort Eisenach offenbar die Hälfte der Jobs streichen. Die Kanzlerin verspricht den Mitarbeitern jetzt Hilfe - und erinnert die Franzosen an ihre Versprechen bei der Übernahme.

Merkel in Bad Schmiedeberg
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Merkel in Bad Schmiedeberg


Nach Berichten über Kürzungspläne am Opel-Standort Eisenach hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die französische Peugeot-Gruppe (PSA) aufgefordert, ihre Zusagen bei der Übernahme einzuhalten. "Die Bundesregierung fühlt sich zusammen mit den Landesregierungen auch in der Pflicht, das ihre zu tun, um zu helfen", sagte Merkel nach einem Treffen mit den ostdeutschen Ministerpräsidenten in Bad Schmiedeberg.

"Wir erwarten jetzt erstmal von dem Unternehmen, dass es all das, was es versprochen hat im Zusammenhang mit der Übernahme, auch einhält", so die CDU-Chefin weiter. Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium führten bereits Gespräche mit den betroffenen Opel-Standorten.

Peugeot will am Opel-Standort im thüringischen Eisenach offenbar die Zahl der Mitarbeiter nahezu halbieren. Die Belegschaft könnte von etwa 1800 auf nur noch knapp 1000 Leute schrumpfen, wenn die bislang vorliegende Produktionsplanung umgesetzt werde, hieß es in Kreisen der IG Metall.

PSA hat bislang jedoch versichert, die Sanierung des seit Langem angeschlagenen Autokonzerns ohne Entlassungen und Werkschließungen voranzubringen. Umfangreiche Abfindungsprogramme sollen die Belegschaft reduzieren, Zahlen zu deren Annahme wurden bislang aber nicht veröffentlicht.

Kein Dementi von Opel

Ein Opel-Sprecher sagte auf Anfrage lediglich, das Unternehmen kommentiere "Spekulationen" nicht. "Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Eisenacher Werkes ist aktuell Gegenstand der Verhandlungen mit unseren Sozialpartnern und die Voraussetzung für nachhaltige Investitionen."

Unter Führung von PSA will Opel in Eisenach mittelfristig nur noch einen Geländewagen montieren. Der Opel Adam soll zunächst weiterlaufen, während der Corsa künftig ausschließlich in Spanien gebaut werde. Dem Vernehmen nach soll von drei auf zwei Schichten umgestellt werden. Die IG Metall beharrt aber darauf, dass PSA an frühere tarifliche Produktionszusagen des alten Eigentümers General Motors gebunden sei.

Investitionszusagen gab es bislang nur für Opel-Werke außerhalb Deutschlands, während hierzulande die Gespräche mit der IG Metall stocken. PSA stellte die dringend anstehende Investitionsentscheidung für Eisenach am Montag zurück und verlangte weitere Lohnzugeständnisse.

Nach Auffassung von IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sind alle von PSA angestrebten Kostenziele für das Werk in Eisenach erreichbar - "und zwar ohne Eingriffe in bestehende Tarifverträge", so Hofmann gegenüber der "Wirtschaftswoche". Bei dem aktuellen Streit um finanzielle Zugeständnisse der Arbeitnehmer habe er "den Eindruck, dass hier einfach ein Exempel statuiert werden soll, um die Opel-Belegschaften einzuschüchtern".

dab/dpa



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